Der Sturz von Premier Gilani durch das Oberste Gericht bringt das Land in die Krise. Auch der nächste Regierungschef muss befürchten, nicht lange im Amt bleiben zu können. von Agnes Tandler

Im Fernsehen wird das Urteil gegen Premier Yusuf Raza Gilani bekanntgegeben. Bild: dpa
ABU DHABI taz | Hastig hat sich Pakistans regierende Volkspartei (PPP) am Mittwoch auf Kandidatensuche für einen neuen Regierungschef begeben, nachdem das Oberste Gericht am Vortag Premier Yusuf Raza Gilani für amtsunfähig erklärt hatte. Doch auch mit der für Freitag geplanten Bestellung eines Nachfolgers wäre die Krise nicht beendet – sie beginnt erst.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Auf den Straßen protestieren wütende Menschen seit Tagen gegen Stromausfälle, Taliban-Kämpfer und Al-Qaida-Terroristen töten täglich Soldaten und Zivilisten, die Inflation ist auf Rekordniveau.
„Diese Regierung ist ein perfektes Rezept für Desaster“, sagt Oppositionsführer Nawaz Sharif und fordert Neuwahlen. Andere hingegen sprechen von einem „juristischen Staatsstreich“.
Der pakistanische Journalist Cyril Almeida kritisiert: „Das Oberste Gericht hat einen weiteren Schritt vorwärts auf dem Weg zur Juristendiktatur genommen.“
Denn das Urteil des Obersten Gerichts zieht einen ganzen Rattenschwanz unappetitlicher Unwägsamkeiten hinter sich her.
Weil laut Gericht der Premierminister bereits seit zwei Monaten nicht mehr Premierminister ist und somit seine Regierung keine Regierung mehr, sind alle Gesetze und Entscheidungen aus diesem Zeitraum null und nichtig. Unter anderem der gerade verabschiedete Staatshaushalt.
Und auch einer neuen Regierung sitzt das Oberste Gericht im Nacken: Sie muss damit rechnen, dass die gleiche Prozedur um den Schweizer Korruptionsskandal, der Gilani zum Verhängnis wurde, wiederholt wird.
Denn der Rauswurf Gilanis ist nur vorerst der letzte Akt in dem endlosen Kampf zwischen Regierung und dem Obersten Gericht. Auf der einen Seite steht Chefrichter Chaudhry, der unerschrockene und eigenwillige Jurist, der schon 2007 Exgeneral Pervez Musharraf unbeirrt die Stirn bot.
Auf der anderen Seite des Rings steht Staatspräsident Zardari, der es bislang virtuos verstanden hat, seine wackelige zivile Regierung vier Jahre lang durchzumogeln.
Bei zwei Terroranschlägen im russischen Nordkaukasus sind mindestens vier Menschen getötet worden. Ein weiterer Anschlag in der Nähe von Moskau sei vereitelt worden.

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.

Am Samstag ist es wieder so weit: Im schwedischen Malmö kämpfen 39 Länder um den ersten Platz beim ESC. Wir wissen, auf welche Teilnehmer Sie besonders achten können.

Für alle, die mitreden wollen
Der lange Abschied vom Wachstum, Kriminalität ohne Grenzen, der Kampf um die richtige Landwirtschaft, Sozialpolitik gegen den sozialen Fortschritt, die überfällige Reform der UN: Der neue Atlas der Globalisierung von Le Monde diplomatique veranschaulicht auf 176 Seiten und in über 150 neuen Karten und Infografiken in welchem Tempo die Globalisierung voranschreitet und die Welt verändert.