Ghana ohne Boateng und Muntari

„Fuck off“

Ghanas Trainer schmeißt Kevin Prince Boateng und Sulley Muntari aus dem Kader. Die Vorwürfe: Beleidigungen und körperliche Angriffe.

Sulley Muntari und Kevin-Prince Boateng beim Training. Bild: dpa

Vor dem entscheidenden Gruppenspiel der ghanaischen Nationalmannschaft gegen Portugal hat Trainer James Appiah die beiden Stars der Mannschaft, Kevin Prince Boateng und Sulley Muntari, mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit suspendiert.

Der Schalker Boateng soll sich mit Trainer Appiah heftige Streitereien über Aufstellungen und Taktik geliefert haben. In einer Stellungnahme berichtet der Verband von „vulgären verbalen Beleidigungen“.

Das Fass zum Überlaufen brachte ein scherzhafter Schlagabtausch zwischen Boateng und Muntari bei einer Trainingseinheit des Teams. Trainer Appiah beorderte daraufhin beide in die Kabine. Auf die Nachfrage Boatengs, was das Problem sei, schickte Appiah ihn mit einem „Fuck off“ von dannen.

In einem Interview mit //:Sport Bild sagte Boateng, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. „Ich reise nun ab und wünsche meinen Kollegen alles erdenklich Gute für die WM und das Spiel gegen Portugal.“

Sein Teamkollege Muntari, der bei Milan unter Vertrag steht, soll ghanasportsonline zufolge ein Mitglied des Teammanagements geschlagen und mit einer zerbrochenen Glasflasche durchs Hotel gejagt haben. Muntari wäre für das letzte Gruppenspiele der Westafrikaner gegen Portugal in Brasília am Donnerstag (18 Uhr MESZ) aber sowieso gelbgesperrt gewesen und hätte erst wieder in einem möglichen Achtelfinale ins Geschehen eingreifen können.

Es geht ums Geld

Hintergrund für die Auseinandersetzungen im ghanaischen Mannschaftsquartier sind womöglich die von den Spielern geforderten Antrittsprämien. Der ghanaische Fußballverband GFA hatte versprochen, bis Anfang der Woche 75.000 Dollar pro Spieler auszuzahlen.

Da dem Präsidenten der GFA, Kwesi Nyantakyi, kürzlich vom englischen Telegraph die Verwicklung in Manipulationsgeschäfte nachgewiesen worden war, wollten die Spieler ihr Geld nun in bar. Sie befürchteten, es sonst gar nicht mehr zu bekommen.

Wie ein Specher der GFA erklärte, kann der Verband das Geld aber erst zahlen, wenn die Fifa ihrerseits die Preisgelder überwiesen habe. Sie soll nach Informationen des Guardian acht Millionen Dollar an den Verband ausschütten, dies aber erst nach dem Ausscheiden der Mannschaft oder dem Ende des Turniers. Vorerst ist die ghanaische Regierung eingesprungen und hat drei Millionen Dollar zur Verfügung gestellt.

Mittlerweile soll das Geld über Luft- und Landweg unterwegs zum ghanaischen Quartier sein. Auf der Website der brasilianischen Zeitung Globo sind Fotos eines von der ghanaischen Regierung gecharterten Flugzeugs und der Eskorte des Geldtransportes zu sehen.

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