Hanfbauer Heinz Hoenig

Der ewig Hemdsärmelige

Heinz Hoenig hat Ärger mit der spanischen Polizei, weil er Hanf anbaute. Es stand wahrlich schon besser um den Dieter-Wedel-Schauspieler.

Der Typ von nebenan: Heinz Hoenig am Set von „Banklady“.  Bild: dpa

Ein zerzauster Grauhaariger mit Kugelbauch unter dem weißen T-Shirt steht vor seiner Ferienwohnung auf Mallorca und inspiziert einige Grünpflanzen. Das in Bild veröffentlichte Foto zeigt den Schauspieler Heinz Hoenig in seiner jüngsten Rolle: als mutmaßlicher Hanfbauer, gegen den die spanische Polizei nun ermittelt. Einen Tag nach der Aufnahme beschlagnahmte sie am Dienstag die Balkonpflanzen. Es lief schon mal besser für Heinz Hoenig.

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Zur Schauspielerei kam Hoenig, geboren 1951 als Sohn eines Kranführers, über Umwege, nach einer Schlosserlehre und Jobs als Imbisskoch und Streetworker. Seine größten Erfolge feierte er mit den 90er-Jahre-Fernsehmehrteilern von Dieter Wedel, „Der große Bellheim“, „Der Schattenmann“, „Der König von St. Pauli“ – Wedel hatte immer eine Rolle für ihn, den ewig Hemdsärmeligen, mal intriganter Aufsteiger, mal Kiezgröße mit Faust und Herz. Auf dem Bildschirm ist Hoenig ein großer Volksschauspieler, jemand, der keine Distanz zulässt, der einem unweigerlich bekannt vorkommt, ja vertraut – Heinz Hoenig von nebenan.

Genau wie um Wedel ist es auch um Hoenig in den letzten Jahren stiller geworden. Zwar gehörte er auch 2010 bei Wedels bislang letztem Fernsehzweiteiler „Gier“ zum Ensemble, doch die Quoten waren mies und die Kritiken kaum besser. Ihre fetten Jahre schienen vorbei. Hoenigs beeindruckende Filmografie, zu der unter anderem auch eine Rolle in Wolfgang Petersens „Das Boot“ zählt, ist in den letzten Jahren nur um wenige Schmonzetten gewachsen.

Dafür häuften sich zuletzt die schlechten Nachrichten aus Hoenigs Privatleben. Ende März starb seine Frau, die er erst 2010 nach 22 äußerst wechselhaften Ehejahren erneut geheiratet hatte; im April wurde Hoenig wegen Brustschmerzen behandelt. Der Verdacht auf Herzinfarkt bestätigte sich nicht.

Entgegen seinem Raubein-Image hat der Vater zweier erwachsener Söhne ein Herz für Kinder: Von Oktober an geht er wieder mit Peter Maffays Musicalerfolg „Tabaluga“ auf Tour. Außerdem engagiert er sich für traumatisierte Kinder und Jugendliche. Seine Initiative heißt „Heinz der Stier“. Ein bisschen Imagepflege muss dann doch sein.

Richtigstellung:

Tatsächlich haben Heinz Hoenig und die „Bild“-Zeitung nach unserer Berichterstattung mitgeteilt, dass Hoenig mit dem Anbau der Pflanzen nichts zu tun hat. Sie stammen in Wahrheit von einem Mitbewohner. Hoenig hat davon auch nichts gewusst, sondern den Mitbewohner aufgefordert, die Pflanzen zu vernichten. Bevor es dazu kam, griff die Polizei zu. Die Redaktion

 

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