• 16.07.2012

Hells Angels und andere Rocker

Vision der Ausgestoßenen

Aus dem freiheitssuchenden Outlaw ist ein Synonym für organisiertes Verbrechen geworden: Wie der Rocker zu dem wurde, was er ist.von Andreas Hartmann

  • 17.07.2012 17:52 Uhr

    von Ken Tyler:

    Bedauerlich, dass Journalisten sich immer wieder mit einem Thema beschäftigen, von dem diese null Ahnung haben (können). DER Rocker ist etwas, was unsere Gesellschaft nicht verstehen wird und will und viele Mitglieder der sogenannten "Outlaw Motorcycle Gangs" sind keine Rocker, nie gewesen. Ein Rocker respektiert, wenn er respektiert wird, toleriert, wenn er toleriert wird und unsere Gesellschaft? Sie ist immer weniger respektabel und tolerierbar. Unsere Ellenbogen- "es geht hier um mich" -Gesellschaft ist nicht mehr zu respektieren, sie ist Müll und Müll bringt Müll hervor, wie dieser Artikel (zum Teil) beweist.
    DLzG

  • 16.07.2012 14:27 Uhr

    von Geht doch:

    Fundierte Kritik ohne verschwurbeltes falsches Pathos und moralischen Zeigefinger. Bravo!

  • 16.07.2012 14:14 Uhr

    von M R:

    Hach ja, da kommen Erinnerungen hoch.
    wir als pubertierende Dorfmetaller dachten doch anfangs zunächst, in den "Rockern" aus dem Motorradclub musikalische Verbündete zu haben. Wenn die doch schon so heißen...

    Aber die Herren "Rocker" sind immer mitm Bus zur Dorfkirmes vorgefahren, haben "Hände zum Himmel", "zehn nackte Frisösen" oder ähnlichen geistigen Dünnschiss skandiert und uns eine reingedrückt, wenn wir AC/DC hören wollten.

    Those were the times...

  • 16.07.2012 13:47 Uhr

    von reblek:

    "Joschka Fischer ließ bei seinem Abschied von der Politik verlauten, mit ihm verlasse der letzte Live-Rock-’n’-Roller die Politbühne." - Mit Sicherheit nicht, denn Fischer wird nicht der letzte "Rock 'n' Roller" dieser Art gewesen sein mit der Bereitschaft, ganz im Sinne der Hells Angels und Bandidos einfach mal so einen völkerrechtwidrigen Angriffskrieg zu starten.

  • 16.07.2012 13:35 Uhr

    von Jean:

    Eigentlich ist es ganz einfach: die Verwirrung um die unterschiedliche Bedeutung, was ein Rocker ist, gibt es nur in Deutschland. Überall sonst auf der Welt sind die beiden Gruppierungen klar voneinander getrennt: Rocker (im englischen Sprachgebrauch) waren diejenigen, die sich Anfang/Mitte der 60er Jahre in UK aus der Teddy-Boy-Subkultur weiterentwickelt haben. Sie fuhren Motorräder, hörten 50s Rock'n'Roll und haben sich modemäßig orientiert am Style von Brando und Dean. Der Begriff "Rocker" taucht laut Jeff Nuttall (Bomb Culture) erst Anfang/Mitte der 60er Jahre in England im Zuge der Medienberichterstattung über die Kämpfe zwischen Mods und Ton-Up-Boys/"Rockern" auf. Auf diese Art Rocker bezieht sich z.B. ein Udo Lindenberg. Die Figur, die Brando seinerseits in "The Wild One" spielt, geht zurück auf die Anfänge der Outlaw-Motorradclubs in Kalifornien um 1950 herum, im speziellen auf die Hell's Angels.
    Den in einem Club organisierten Outlaw-Motorradfahrer (engl. Outlaw oder Outlaw biker) gibt es also schon länger als den Lindenberg'schen Rocker.

    Wer übrigens einen sehr interessanten Text über Outlaw-Biker lesen möchte, dem/der sei "Hell's Angels" von Hunter S. Thompson ans Herz gelegt.

  • 16.07.2012 12:38 Uhr

    von Karl K:

    Was ein Sammelsurium.

    Schon lustig, wenn einer in kurzen Hosen in den Stiefeln von Georg Seeßlen versucht rumzulaufen.
    Wer mehr als einen Wimpernschlag dem Dummspruch des wonna-be-a-rocker Peter Struck Raum gibt, kann auch gleich mit dem immer noch frei rumlaufenden
    Bob-Dylan-Verkölscher Tiefgang Wolldecken über Horst Köhler und ausgerechnet im Zeit-Magazin finden," ein guter Mann, auf seine Art auch ein Rock´n Roller."
    Ja - geht´s noch?

    Rocker in de BRD der 50/60ern - auch Salzknäblein oder wegen ihrer niffteligen Jacken die-Gesteppten-und- Gebießten genannt - fuhren vorrangig Wiskey-Klasse; keine Motoräder, sondern Mopeds(50ccm). Mehr war nicht drin !
    ( ein gewisser Friedrich Bierdeckel Merz hat sich ja berühmt in Westfälisch Sibirien, Brilon-Wald, sein nicht vorhandenes Moped frisiert zu haben.
    Der hätte auch prima zu Peter Struck in diese Sammlung gepaßt).
    Und daher auch das noch heute gebräuchliche liebevolle Spottwort `Moped´ zu ner 1000er.
    Keine Haare am Sack, aber´n Kamm in der Tasche. Das war die Realität.
    Echte Roller waren die wenigsten.

    Andererseits war man mit einer BMW 51/3, einer Horex Regina oder gar Imperator, einer NSU Max - alle +- sagenhafte 20 PS - king of street.
    Und die nazi-gestählte Bullerei ließ ihre krüppelige Dumpfbackigkeit lieber an - meist prölligen - Zweiräder-Fahrern, denn an wirtschaftswunderarivierten Autobesitzern aus.

    MC und Hells Angels, diese aus Californien nach Europa rübergeschwappte Kriminelle Vereinigung ist ein ganz anderer Schnack. Daher das weltweite Entsetzen über Altamont.

    Zu Rocker/Mods als Ausdruck und Folie für Jugendstreit um Gleichheit und ihre Moderne hat Seeßlen wesentliches gesagt.
    Ob die Mods wirklich Lambretta-Roller von Innocenti oder NSU fuhren? Keine Ahnung. Wohl ja und - Parka.
    Die hiesigen verwöhnten Jüngelchen - und ihre Schnepfen - betuchter Eltern bevorzugten Vespa.
    (Ok, Sven, alter Ruderkumpel, bei dir - nix sponsert by Papa; wir haben zusammen auf dem Bau - du für deine Vespa, ich für meine NSU-Fox - gearbeitet).
    Werner Brösel nannte diese Kackstühle wegen des Sitzes auch - " räumt mal eure Toiletten weg..." -und - " Popper - überfährt man mit nem Shopper."
    (Shopper des Reimes willen - seine geliebte Horex war keiner; eher was für Weicheier und Bräute - mit Pilothelm und Sonnenbrille - und den Cowboy-Stiefeln a la Niedecken).

  • 16.07.2012 12:38 Uhr

    von jaja:

    selten so einen Blödsinn gelesen!

  • 16.07.2012 11:54 Uhr

    von Miri Mojo:

    Ich bin ein wenig enttäuscht von dem Artikel. Geht er doch wenig auf die Rocker an sich ein, viel aber auf die Bilder dieser Subkultur in den populären Medien. Zudem wirft er den Rocker (wie er sich zum Beispiel in einem MC organisiert) mit dem Rock'n'Roller (bzw. dem Fan der Rockmusik) auf eine etwas seltsame Weise zusammen. Beim Lesen der Überschrift hatte ich doch mehr erwartet.

    Ich möchte dies dem Autor aber gar nicht zum Vorwurf machen. Vielemhr spiegelt sich in dem Text die Schwierigkeit eines intellektuellen Zugangs zu einer Subkultur, zu der man selbst keinen Zugang hat. Was über die Subkultur geäußert wird, ist somit schon ein über vielfache Weise vermitteltes Bild dieser Subkultur.

    Vielleicht sollte der Autor demnächst einen medienwissenschaftlichen Artikel über den Wandel des Rocker-Bildes in Musik und Film schreiben, dies wäre sicher eine lohnendere Angelegenheit. Denn möchte man die heutige Rockerszene erklären oder möchte man erklären, wie "der Rocker zu dem wurde, was er ist", dann kommt man mit den Shangri Las nicht sonderlich weit.


  • 16.07.2012 09:25 Uhr

    von Justin:

    Erstmal ein super Artikel, wenngleich der Schluss etwas wirkt, als wäre der Kollege ins Büro reingekommen und hätte "Mittagspause" gerufen, woraufhin die Wende etwas überraschend daherkam

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