Laut OECD bildet Deutschland zu wenig Akademiker aus. Trotzdem sieht Hochschulrektoren-Präsident Hippler das Bildungssystem auf einem guten Weg.von Bernd Kramer
"...Wenn es in Deutschland so schlecht um die Bildung bestellt wäre, würden wir wirtschaftlich nicht so gut dastehen. Das passt nicht zur Kritik. ..." Um das herauszufinden, müßte man eben einmal die deutschen Fortschritte in Bildung und Wissenschaft ausschließlich der letzten 20 Jahre betrachten, um nicht die Vorsprünge jener Generationen, die vor den 68er in Wissenschaft und Lehre bewirkt haben zu vermengen. Gerade der wissenschaftliche Qualitätsverlust in neuen Pionierfeldern der letzten zwanzig Jahre zeigt den Niveauverfall an. Das hängt damit zusammen, dass die praktische experimentelle Arbeit der Lerndenden und der Mut zur einfachen, logischen und visualisierfähigen pragmatischen, programmierten und konzeptgesteuerten Lehre fehlt. Die Routine in praktischen Umgang fehlt zu stark. Deutschland könnte mehr, wenn derselbe Inhalt gehirngerechter und weniger improvisiert dargestellt würde und die Leute im Labor wirklich zu Hause wären und mehr deutschsprachige wissenschaftliche Hochschulliteratur mit klarer stringenter Logik und inhaltlicher Vollständigkeit publiziert würde. Alles geht besser!
17.09.2012 21:02 Uhr
von hannawestphalica:
@Lillifee
Ich gebe Ihnen Recht. Wir bilden ausgerechnet die Bürger jener Staaten aus, die massiv nationalistische Bestrebungen aufweisen und atomar aufrüsten. Bei den Bürgschaften, die wir abgegeben haben, müssen wirklich alle Deutschen bestmöglich qualifiziert werden. Wir sind keine Ausverkaufbude. Staaten, die alles Know-how hier absahnen und uns mit der EU-Krise finanziell im Stich lassen, können ihre Leute gefälligst selbst ausbilden! Für unsere eigenen Leute limitieren wir die Aufstiegschancen und grenzen sie aus. Unsere eigenen Leute sind unsere Zukunft! Wir sollten nur soviel Chinesen und Araber hier ausbilden, wie umgekehrt auch Deutsche dort deren Bildungsinstitutionen in deren Ländern besuchen. Es muss ein faires Geben und Nehmen sein! An China haben wir schon Billionensummen verloren, aber nicht auch noch die Zukunft unserer Kinder an unseren Unis.
15.09.2012 12:08 Uhr
von mensing:
Herrn Hipplers Kritik an den Schulen ist für mich nicht nachvollziehbar. Lehrer sind in erster Linie Pädagogen, die den Schülern beim Lernen lernen Hilfestellung bieten und nicht ihre Schützlinge mit Wissen überschütten. Die eigene Recherche und das Selbststudium sind heute wichtiger als noch vor 25 Jahren. Dies kann ich aus der Erfahrung mit meinen 3 Kindern sagen. Mit der Kompetenz, Themen selbst zu erarbeiten, sehe ich diese Schulabgänger durchaus als studier-fähig an.
A propos „Wissen“: Ich habe vor einem Vierteljahrhundert im Chemieunterricht Dinge lernen müssen, die heute nachweislich falsch sind. Für andere Fachbereiche ließen sich da sicherlich auch Beispiele finden.
Frustrierend sind, wie mir zu Ohren gekommen ist, eher die Rahmenbedingungen des Studiums als die Inhalte selbst. Informationen aus erster Hand werde ich aber erst haben, wenn mein ältestes Kind demnächst sein Studium beginnt.
14.09.2012 19:35 Uhr
von Bildungsnaher:
Aha: "Wenn ein immer größerer Prozentsatz der Bevölkerung das Abitur macht, kann das Kompetenzniveau nicht dasselbe sein, wie noch vor 40 Jahren." Tja, wenn der Pöbel an die Hochschule darf, kann da nix draus werden. Der kann halt nicht das höhere Kompetenzniveau des geringeren Prozentsatzes der Bevölkerung erreichen. Was für ein elitärer Mist. Und der ist Präsi von der HRK. Schön langsam scheinen die neoliberalen Reformen des Hochschulsystems durchgreifende Wirkung zu entfalten.
14.09.2012 17:00 Uhr
von Lillifee:
Wenn die Universitäten platzen, warum bilden wir dann kostenlos so viele Chinesen und Araber aus? Sollten wir nicht wenigstens Geld für unsere Bildung nehmen?
Leserkommentare
17.09.2012 21:50 Uhr
von uranus:
"...Wenn es in Deutschland so schlecht um die Bildung bestellt wäre, würden wir wirtschaftlich nicht so gut dastehen. Das passt nicht zur Kritik.
..."
Um das herauszufinden, müßte man eben einmal
die deutschen Fortschritte
in Bildung und Wissenschaft ausschließlich der letzten 20 Jahre betrachten, um nicht
die Vorsprünge jener Generationen, die vor den
68er in Wissenschaft und Lehre bewirkt haben
zu vermengen.
Gerade der wissenschaftliche Qualitätsverlust
in neuen Pionierfeldern der letzten zwanzig
Jahre zeigt den Niveauverfall an.
Das hängt damit zusammen, dass die praktische
experimentelle Arbeit der Lerndenden und der Mut zur
einfachen, logischen und visualisierfähigen
pragmatischen, programmierten und konzeptgesteuerten Lehre fehlt. Die Routine in praktischen
Umgang fehlt zu stark. Deutschland könnte mehr,
wenn derselbe Inhalt gehirngerechter und weniger
improvisiert dargestellt würde und die Leute
im Labor wirklich zu Hause wären und mehr
deutschsprachige wissenschaftliche Hochschulliteratur
mit klarer stringenter Logik und inhaltlicher Vollständigkeit publiziert würde. Alles geht besser!
17.09.2012 21:02 Uhr
von hannawestphalica:
@Lillifee
Ich gebe Ihnen Recht. Wir bilden ausgerechnet
die Bürger jener Staaten aus, die massiv nationalistische
Bestrebungen aufweisen und atomar aufrüsten.
Bei den Bürgschaften, die wir abgegeben haben, müssen
wirklich alle Deutschen bestmöglich qualifiziert werden. Wir sind keine Ausverkaufbude.
Staaten, die alles Know-how hier absahnen und
uns mit der EU-Krise finanziell im Stich lassen,
können ihre Leute gefälligst selbst ausbilden!
Für unsere eigenen Leute limitieren wir die Aufstiegschancen und grenzen sie aus.
Unsere eigenen Leute sind unsere Zukunft!
Wir sollten nur soviel Chinesen und Araber hier ausbilden, wie umgekehrt auch Deutsche dort
deren Bildungsinstitutionen in deren Ländern besuchen.
Es muss ein faires Geben und Nehmen sein!
An China haben wir schon Billionensummen
verloren, aber nicht auch noch die Zukunft
unserer Kinder an unseren Unis.
15.09.2012 12:08 Uhr
von mensing:
Herrn Hipplers Kritik an den Schulen ist für mich nicht nachvollziehbar.
Lehrer sind in erster Linie Pädagogen, die den Schülern beim Lernen lernen Hilfestellung bieten und nicht ihre Schützlinge mit Wissen überschütten.
Die eigene Recherche und das Selbststudium sind heute wichtiger als noch vor 25 Jahren. Dies kann ich aus der Erfahrung mit meinen 3 Kindern sagen. Mit der Kompetenz, Themen selbst zu erarbeiten, sehe ich diese Schulabgänger durchaus als studier-fähig an.
A propos „Wissen“: Ich habe vor einem Vierteljahrhundert im Chemieunterricht Dinge lernen müssen, die heute nachweislich falsch sind. Für andere Fachbereiche ließen sich da sicherlich auch Beispiele finden.
Frustrierend sind, wie mir zu Ohren gekommen ist, eher die Rahmenbedingungen des Studiums als die Inhalte selbst. Informationen aus erster Hand werde ich aber erst haben, wenn mein ältestes Kind demnächst sein Studium beginnt.
14.09.2012 19:35 Uhr
von Bildungsnaher:
Aha: "Wenn ein immer größerer Prozentsatz der Bevölkerung das Abitur macht, kann das Kompetenzniveau nicht dasselbe sein, wie noch vor 40 Jahren." Tja, wenn der Pöbel an die Hochschule darf, kann da nix draus werden. Der kann halt nicht das höhere Kompetenzniveau des geringeren Prozentsatzes der Bevölkerung erreichen. Was für ein elitärer Mist. Und der ist Präsi von der HRK. Schön langsam scheinen die neoliberalen Reformen des Hochschulsystems durchgreifende Wirkung zu entfalten.
14.09.2012 17:00 Uhr
von Lillifee:
Wenn die Universitäten platzen, warum bilden wir dann kostenlos so viele Chinesen und Araber aus?
Sollten wir nicht wenigstens Geld für unsere Bildung nehmen?