Impfblockade beendet: US-Regierung gibt wieder Geld für Impfallianz Gavi
Nach langer Blockade geben die USA rund 600 Millionen US-Dollar für die internationale Gavi-Allianz frei. Die deutsche Entwicklungsministerin Alabali Radovan (SPD) begrüßt das.
Foto: Callaghan O'Hare/reuters
afp/epd/rtr | Nachdem die USA im vergangenen Jahr ihren Beitrag zur internationalen Impfallianz Gavi gestrichen hatten, will die Regierung in Washington nun doch wieder Gelder freimachen. Es sollten 600 Millionen Dollar (527 Millionen Euro) an Gavi fließen, erklärte am Dienstag die Senatorin Susan Collins, die dem zuständigen Ausschuss in der Kongresskammer vorsteht. Das Außenministerium habe die entsprechende Summe freigegeben.
Gavi ist ein öffentlich-privates Bündnis für die Versorgung von Entwicklungsländern mit Impfstoffen. Die USA hatten im vergangenen Jahr ihre Beiträge zu der Allianz gestrichen. Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. begründete dies mit Sicherheitsbedenken. Kennedy, ein seit Langem bekannter Impfskeptiker, hatte die US-Zahlungen im Juni 2025 mit der Begründung eingestellt, Gavi ignoriere Sicherheitsrisiken durch den quecksilberhaltigen Konservierungsstoff Thiomersal. Impfgegner behaupten seit Jahrzehnten, der Stoff sei mit Autismus verbunden, obwohl zahlreiche Studien dies widerlegt haben. Die USA waren zuvor mit rund 13 Prozent der Mittel einer der größten Geldgeber von Gavi.
Anfang Juni dieses Jahres kündigte dann US-Außenminister Marco Rubio an, dass Washington die Zusammenarbeit mit Gavi wieder aufnehmen wolle. Nun sollen 600 Millionen Dollar fließen. Zur Begründung für die jetzige Freigabe der Mittel erklärte das US-Außenministerium, Gavi habe sich verpflichtet, auf quecksilberfreie Impfstoffalternativen umzusteigen. Auch Deutschland ist ein wichtiger Geldgeber der Impfallianz.
Gavi unterstützt nach eigenen Angaben Impfungen für mehr als die Hälfte der Kinder weltweit – unter anderem gegen Covid-19, Ebola, Malaria, Tollwut, Polio, Cholera, Tuberkulose, Typhus und Gelbfieber. Das Bündnis bringt die Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern sowie andere Partner wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das UN-Kinderhilfswerk Unicef, die Weltbank, Impfstoffhersteller und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Auch die Bundesregierung zählt zu den Unterstützern und Geldgebern.
Entwicklungsministerin begrüßt US-Finanzzusage
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) hat sich erleichtert über die Ankündigung der USA zur Wiederaufnahme ihrer Unterstützungsleistungen für die Impfallianz Gavi geäußert. Die zuvor von US-Seite bekannt gegebene Freigabe von rund 600 Millionen Dollar (527 Millionen Euro) für die Impfallianz sei „ein wichtiges Signal“, erklärte Alabali Radovan am Mittwoch. Die Beiträge der USA für die Impfallianz waren im vergangenen Jahr zunächst gestrichen worden.
„Die USA kommen zu Gavi zurück, weil sich globale Gesundheitsprobleme nicht im Alleingang lösen lassen“, erklärte Alabali Radovan. „In einer Zeit, in der internationale Zusammenarbeit unter Druck steht, ist das eine gute Nachricht für Millionen Kinder weltweit.“ Weltweite Gesundheit sei eine Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität, betonte die Entwicklungsministerin. „Krankheiten kennen keine Grenzen.“
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