Iran Nord-West (Täbris)

Programm der Reise

vom 25. August bis 8. September 2018

taz-Reisegruppe zu Besuch bei Shahsavan-Nomaden Bild: Martina Tschäpe

Seit Sommer 2016 können wir in Iran keine gezielten Treffen in Projekten bzw. mit Schriftstellern, Künstlern oder Wissenschaftlern mehr anbieten; nur "übliche touristische Kontakte" sind noch erlaubt.

1. Tag (Samstag)

Mittags Flug von Frankfurt/M mit Iran Air nach Teheran. Fahrt vom  Imam-Khomeini-Flughafen zum Hotel im alten Zentrum der Stadt.

2. Tag (Sonntag)

Beim Frühstück gegenseitiges Kennenlernen. Anschließend verschaffen wir uns einen Eindruck von der Hauptstadt der Islamischen Republik. Wir fahren mit der U-Bahn zum Bazarviertel und tun uns im ältesten noch bestehenden Teil Teherans um. In den Gassen des Pamenar-Viertels besuchen wir das Dar al-Fonun, die 1851 gegründete erste moderne Hochschule Irans. Nachmittags schauen wir uns eine der zahlreichen Kunstgalerien Teherans oder das Museum für moderne Kunst an; den Abschluss bildet ein Besuch der Tabiaat-Brücke, die mehrstöckig eine der Stadtautobahnen überspannt.

Die Pilgerstätte Imamzadeh Hossein in Qazwin Bild: Meike Fiebach

3. Tag (Montag)

Von Teheran fahren wir durch eine eindrucksvolle Gebirgslandschaft zur Bergfestung Alamut. Hier herrschte seit 1090 der „Alte vom Berg“. Um den Gründer der terroristischen Sekte der Assassinen ranken sich viele Geschichten und Legenden. Wir besichtigen die Reste der Burganlage sowie die aktuellen archäologischen Grabungen.

Wir übernachten in Qazwin, das im 11. Jahrhundert mehrmals von den Assassinen überfallen wurde. Als Hauptstadt des Safawiden-Reiches wurde Qazwin 1598 abgelöst, die Stadt wird oft als „Generalprobe“ für die herrliche spätere Hauptstadt Isfahan bezeichnet. Ein Spaziergang führt uns zum schönen Imamzadeh Hossein, einem Grabmal aus dem 16. Jahrhundert, und der Freitagsmoschee aus dem 12. Jahrhundert, in der Araber, Seldschuken, Safawiden und Mongolen ihre Spuren hinterlassen haben.

4. Tag (Dienstag)

Fahrt über Manjil, berühmt für seine Oliven, und Roodbar, dem windigsten Ort Irans. Hier widmen wir uns der Entwicklung alternativer Energien in Iran.

Die Moschee im Bergdorf Masuleh Bild: Meike Fiebach

Weiterfahrt zum Bergdorf Masuleh mit seiner verschachtelten Terrassenarchitektur, das von der Unesco zum schützenswerten Kulturerbe deklariert wurde. Am Nachmittag fahren wir weiter bis zum Kaspischen Meer, wo wir in der Hafenstadt Bandar Anzali übernachten.

5. Tag (Mittwoch)

Am Vormittag nehmen wir uns die Zeit für einen Spaziergang durch Bandar Anzali, dem wichtigsten iranischen Hafen am Kaspischen Meer. Am Fischmarkt wird frisch gefangenen Fisch versteigert. Nachmittags fahren wir in Richtung Hochland von Aserbaidschan.

Bei der Fahrt passieren wir die Dörfer und Wälder des Talesh-Gebirges. Am späten Nachmittag erreichen wir den Kurort Sar-e Ein am Fuße des Sabalan. Über Nacht bleiben in diesem Ort, der für seine heißen Quellen berühmt ist.

6. Tag (Donnerstag)

Wir unternehmen einen Ausflug zum Abhang des Sabalan-Gebirges. Hier finden wir in gut 3.000 m Höhe Shahsavan-Nomaden in ihrem Sommerlager. Wir trinken viele Tees und hören ihren Geschichten zu.

Das Sheikh-Safi-Mausoleum in Ardebil. Bild: Meike Fiebach

Nachmittags fahren wir zurück nach Sar-e Ein und entspannen uns bei einem warmen Mineralbad. Übernachtung wieder in Sar-e Ein.

7. Tag (Freitag)

Am Vormittag besuchen wir in Ardebil das Heiligtum des Scheichs Safi al-Din, des Gründers der Safawiden-Dynastie. Das für seine Schönheit berühmte Grabmal aus dem 16. Jahrhundert ist ein wundervoller Platz, um sich in die persische Ornamentik, die endlosen Windungen von Arabesken und Kalligrafie, zu vertiefen und die Zeit vergehen zu lassen.

Am Nachmittag geht es weiter nach Täbris, wo wir kurz vor dem Abendessen ankommen.

Teppiche aus der Region um Ardebil und Täbris gehören zu den Meisterwerken Bild: Jens Heuermann

8. Tag (Samstag)

Täbris ist das moderne, pulsierende Zentrum Ostaserbaidschans mit einem Völkergemisch aus turksprachigen Aseri (der lokalen Mehrheit), Kurden, Armeniern und Persern. Während der Verfassungsbewegung 1906-1909 und nach dem 1. Weltkrieg war Täbris (neben Teheran) ein revolutionäres Zentrum, 1944/46 Hauptstadt einer kommunistischen Republik unter den Fittichen der Sowjetunion.

Am Vormittag unternehmen wir einen Stadtspaziergang und besuchen u.a. das Aserbaidschan-Museum und die 1465 vollendete Blaue Moschee, die im Lauf der Zeit mehrfach durch Erdbeben beschädigt wurde.

Höhepunkt des Täbris-Besuchs ist der Basar, dessen Ursprünge mehr als 1000 Jahren zurückliegen. Das Meiste, das wir heute sehen können, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Besonders sehenswert ist der Teppichbasar, aber auch die Gassen der Kupferschmiede und Gewürzhändler sind verlockend. Seit 2009 ist er Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Hier können wir Geschenke für daheim finden.

Im Basar von Täbris. Bild: Jens Heuermann

9. Tag (Sonntag)

Vormittags machen wir einen Ausflug zum Bergdorf Kandovan am Fuß des Sahand-Massivs. In den weichen Fels haben hier die Bewohner seit altersher ihre Wohnhöhlen in den weichen Fels gegraben, die Menschen aus der Umgebung kommen auch wegen des bekannten Mineralwassers hierher.

Zurück in Täbris sehen wir eine der armenischen Kirchen und treffen Vertreter der armenischen Gemeinde. Am Nachmittag besuchen wir das Museum der Konstitutionellen Revolution. Danach besteht die Gelegenheit zu einem Gespräch mit einem schiitischen Geistlichen über Fragen der religiösen Anschauung und Praxis. Übernachtung in Täbris.

10. Tag (Montag)

Nach dem Frühstück verlasen wir Täbris und fahren durch eine spektakuläre Berglandschaft nach Norden zur Stadt Djolfa. Am Grenzfluss zur Republik Aserbaidschan liegt die alte Klosteranlage der St. Stephanos Kirche mit ihren, für die armenische Architektur typischen Ornamenten. Sie wurde der Legende nach vom Apostel Bartholomäus gegründet und ist heute Teil der UNESCO-Welterbestätte "Armenische Klöster".

Landschaft unterwegs Bild: Jens Heuermann

Am Nachmittag geht die Fahrt weiter, zunächst durch ein schönes Flusstal ins Dorf Bastam, wo wir die 2600 Jahre alten Überreste einer Festung der Urartäer besichtigen, die vom Deutschen Archäologischen Institut ausgegraben wurde. Die Urartäer haben als erstes Volk im iranischen Hochland schriftliche Zeugnisse hinterlassen. Anschließend fahren wir weiter bis nach Khoy, einst eine Station an der Seidenstraße, und übernachten dort.

11. Tag (Dienstag)

Nach dem Frühstück fahren wir nach Urmia (Orumiyeh) am gleichnamigen See, einer der vielen Orte, die sich als Geburtsort des Religionsstifters Zarathustra ins Gespräch bringen. Auf dem Weg machen wir einen Abstecher zum See, oder besser zu dem, was davon noch übrig ist, und versuchen, die Gründe für das Austrocknen des zweitgrößten iranischen Sees herauszufinden.

In Urmia war früher ein Drittel der Bevölkerung christlich. Hier haben sich vor langer Zeit altorientalische christliche Gemeinden angesiedelt, die Chaldäer, Assyrer, Nestorianer und auch die armenischen Christen. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es auch katholische wie evangelische Christen. Wir informieren unsüber die Geschichte und Gegenwart der Gemeinden.

Am ehemaligen Ufer des Urumie-Sees Bild: Jens Heuermann

12. Tag (Mittwoch)

Fahrt zum Takht-e Solaiman (Thron Salomons), einem geheimnisvollen Feuerheiligtum, das auf die Achämeniden zurückgeht und während der Zeit der Sassaniden (224--642 n. Chr.) als eines von drei zoroastrischen Hauptheiligtümern diente, das den Kriegern und Königen geweiht war. Es steht auf einem Kalkplateau in 2000 m Höhe bei einem fast kreisrunden See, der sein Wasser aus den Tiefen der Erde bezieht.

Unweit davon liegt das Zendan-e Solaiman (Gefängnis des Salomon), Ruinen auf einem 100 m hohen Krater, die zur Gesamtanlage gehören. Anschließend Weiterfahrt nach Zanjan, dort auch Übernachtung.

13. Tag (Donnerstag)

Von Zanjan geht es heute zunächst nach Soltaniyeh. Dort besichtigen wir das Oldjaitu-Mausoleum, das zusammen mit der Hagia Sophia in Istanbul und St. Paul in London einer der größten Kuppelbauten der Welt ist.

Das St. Stephanos-Kloster bei Djolfa Bild: Jens Heuermann

Soltaniyeh war zeitweilig Hauptstadt, bis Timur der Lahme (Timur Lenk, Tamerlan) sie 1384 vollkommen zerstörte. Übrig geblieben ist das Mausoleum, das zu den großartigsten Grabbauten Irans gehört. Am Nachmittag Rückfahrt nach Teheran.

14. Tag (Freitag)

Den letzten Tag verbringen wir in Teheran und können uns mit dem modernen Iran beschäftigen. Dabei kann sich die Reisegruppe auch aufteilen: Einige besuchen das Nationalmuseum oder das nahegelegene Juwelenmuseum, andere schauen sich im Norden der Stadt um, am Platz von Tajrish mit seinem kleinen Bazar. Nicht weit entfernt liegt am Abhang des Elborz-Gebirgesder populäre Jamshidiyeh - Park, wo uns die Riesenstadt Teheran zu Füßen liegt.

Später schließen wir uns den Tehranis an, die an ihrem Wochenende gerne in Darband am Fuß der Berge Entspannung suchen. Zurück im Zentrum unternehmen wir abends einen Rückblick auf die Reise.

15. Tag (Samstag)

Morgens Rückflug nach Frankfurt/M. Ankunft dort gegen Mittag.

Umstellungen und Änderungen im Detail möglich. Stand: 24. Nov. 2017  Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.