Kolumne von Klaus Raab

Die Geschichte zeigt, der BVB wird nicht erneut Deutscher Meister. Bild: dpa
Der neunte Spieltag der laufenden Saison wird in die Geschichte des Fußballs eingehen: Greuther Fürth hat beim 1:1 gegen Werder Bremen ihr erstes Erstliga-Heimspieltor der Bundesligageschichte geschossen und ihren ersten Heimspielpunkt geholt. So weit erst mal die Nachricht. Aber natürlich hat eine solche Nachricht auch eine Bedeutung – für alle, die an Bundesliga-Tippspielen teilnehmen.
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Es gibt theoretisch verschiedene Möglichkeiten, Fußballresultate zu tippen: a) Man rät irgendwas, aber so handeln nur Leute, die keine Ahnung haben, und das sind immer nur die anderen. b) Man tippt auf Siege der Teams mit den schönsten Trikots. c) Man analysiert alle Mannschaften Woche für Woche intensiv.
Kann man machen, aber Fußballsachverstand wird gemeinhin überschätzt, wie der Wolfsburger Marcel Schäfer am Samstag bekannte: „Fußball ist manchmal schwer zu erklären.“ Oder d) Man leitet die zu tippenden Ergebnisse aus der Fußballgeschichte ab. Weil Möglichkeit a eine Frechheit, Möglichkeit b eine Fanmeilentaktik und Möglichkeit c romantisch ist, bleibt d die einzig sinnvolle.
arbeitet als Autor und Journalist für Print- und Onlinemedien. Er war freier Korrespondent für den FC Bayern München und Medienredakteur der taz.
Vergangene Woche war es daher aus historischen Gründen zwingend, auf einen Sieg von Fortuna Düsseldorf gegen Bayern München zu tippen. Noch nie zuvor hatte eine Mannschaft ihre ersten acht Saisonspiele gewonnen, und dabei wird sich ja schon jemand was gedacht haben. Vor dem aktuellen, dem neunten Spieltag war es klug, auf eine Heimniederlage von Greuther Fürth zu tippen?
Warum? Weil Greuther Fürth zuvor alle Erstliga-Heimspiele der Bundesligageschichte verloren hatte – alle vier. Und vor der Saison gab es nur einen sinnvollen Tipp in der Bonuspunkte-Kategorie „Erster Trainerwechsel“: Hamburger SV. Angesichts der traditionellen Diskrepanz von Selbstbild und Realität, korreliert mit den Leistungen der vergangenen Saison und den erfolgten Spielerabgängen, erschien ein früher Trainerwechsel zwingend.
Nun ist das, zugegeben, alles irgendwie blöd gelaufen; Bayern gewann das achte Spiel. Fürth verlor diesmal nicht. Und die Premieren-Trainerentlassung gab es in Wolfsburg. Aber man darf deswegen nicht gleich an der Fußballgeschichte zweifeln. Es wäre also klug, folgende Fakten über die derzeitige Tabellenspitze zur Kenntnis zu nehmen: Noch nie wurde eine Mannschaft in der Bundesliga Meister, die mit mehr als sieben Siegen in die Saison gestartet ist.
Noch nie! Der FC Bayern München fällt daher aus. Noch nie wurde eine Mannschaft, die von Jürgen Klopp trainiert wurde, öfter als zweimal in Folge deutscher Meister. Dortmund fällt ebenfalls aus. Schalke war überhaupt noch nie Bundesliga-Meister. Wenn also am Ende Eintracht Frankfurt vorne steht, dann werden manche verwundert tun, aber Sie werden es hier zuerst gelesen haben. Denken Sie beim Tippspiel daran: Die Geschichte lügt nicht, es sei denn, Bremen spielt in Fürth.
Wenn die Frauen aus Wolfsburg am Donnerstag in London gegen Olympique Lyon genauso stark aufspielen, können sie auch den Champions-League-Titel holen.

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Leserkommentare
29.10.2012 14:26 | dus_cph
ich glaube, dass Werder in diesem Jahr mit all den Hormonen und Antibiotika im Geflügel zu kämpfen hat, das der Trikotspon ...
29.10.2012 13:01 | Tom
Die Statistik besagt doch: Jede Negativserie wird erst durch ein Spiel gegen Werder gebrochen! Deswegen musste Fürth min. e ...