Kolumne So wird ein Schuh draus: Der Hipster unter den Gesetzen
Das Betreuungsgeld ist ein Hipster. Alle finden es doof, reden aber trotzdem darüber. Es ist antimainstream, retro und voll öko.
A ltmodisch und uncool, so wird die CSU wahrgenommen. Das wollte sie nicht mehr und bringt deshalb mit der Koaliton das Gesetz auf den Weg, das alles ändern soll: Das Betreuungsgeld, der Hipster unter den Gesetzen.
Do-it-yourself ist in. So wird nun auch das Kinder selbst Betreuen zum Trend. Den lästigen Kampf um den Kindergarten kann sich die moderne Performerin nun sparen. Und sich selbst mit dem Kind zu beschäftigen und zusammen neoexpressionistische Kunstwerke zu malen, ist doch alternativer als jeder Waldorfkindergarten es je sein kann. Voll gegen den Mainstream!
Das Vorbild kommt wie immer aus Amerika: Die Kinder unterrichtet man in Übersee schon lange zu Hause. Deutschland macht es wie immer nur halbherzig nach und lässt den Nachwuchs gerade mal für die Vorschule daheim. Und wer meint, dass das reaktionär sei – hat Recht. Aber „retro“ ist eben cool. Zurück sind die drei Ks: Kinder, Küche und Klub Mate.
Öko ist das Betreuungsgeld auch, zumindest öko-nomisch. Denn die 100 oder 150 Euro, die die Familien bekommen, reichen für ganz viele Vanilla-Soy-Macchiatos. Hipstertum ist eben teuer.
Zwar lästern die Oppositionsparteien jetzt und finden das Betreuungsgeld doof, sie wollen es sogar wieder abschaffen. Das Gesetz ist ihnen zu alternativ, zu anders. Aber das muss die CSU nun aushalten. Hart ist das Leben als Trendsetter.
Umverteilung gegen rechts
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