Kolumne Vuvuzela 11

Ihr könnt nach Hause geh'n …

… wir woll’n euch nicht mehr seh’n! 16 Teams, die wir nach der Vorrunde garantiert nicht vermissen werden.

... wir woll’n euch nicht mehr seh’n!

16 Teams, die wir nach der Vorrunde garantiert nicht vermissen werden:

1. Frankreich: Alors, Messieurs les Bleus: Fahrt nach Hause und lasst euch alle in den Ar… fick…! Vielleicht könnt ihr euch dann wieder richtig benehmen und spielt besser Fußball!

2. Mexiko: Positiv: Es spricht nichts gegen euch. Negativ: Es spricht auch nichts für euch. Und, Mexis oder Urus, einer muss Platz machen für Bafana-Dingsda (so nennen die Südafrikaner ihre Nationalmannschaft). Also: Hasta luego, Amigo! (Mexikanisch für: „Tschö mit Ö, Freundchen!“)

3. Griechenland: Erst uns anschnorren (22,4 Milliarden Euro!), dann uns mit dem Otto-Katalog von 1984 nerven. Weg da, Malaka! („Wix…“, so nennen sich die Griechen gegenseitig.)

4. Südkorea: Laufen, kämpfen, Gras fressen – nichts dagegen. Problem: Eine WM braucht Namen, Gesichter, Stars. Die Sükos sehen alle gleich aus, heißen alle gleich: lauter Kims, Lees, Parks – nix für die Finals!

5. Algerien: Guter Job gegen England. Aber für den Ein-Afrikaner-muss-dabei-sein-Platz nicht schwarz genug.

6. Slowenien: Sorry, aber wir nehmen schon die Slowakei mit.

7. Serbien: Dusel-Serben hauen alles in Scherben. Fast hätten uns diese Beton-Bosnier die Party vermiest. Deshalb, Kosovaren-Kroaten: Verschwindet! Und den Jugo-Jogi (50) könnt ihr gleich mitnehmen!

8. Australien: Tolle Zauber-Nebenrolle beim 4:0 unserer Zauber-Jungs. Und: Prima gegen Ghana! Aber leider die Todes-Gruppe erwischt. Ein Punkt im Beutel, bis zum nächsten Mal, Aussis!

9. Dänemark: Wer braucht schon Dänemark?

10. Kamerun: Die Unbezwingbaren Löwen (so nannten die Kamus ihre Nationalmannschaft) sind leider schon raus. taz-Experte Carl Ziegner (31): „Zwei Niederlagen sind eindeutig zu viel.“

11. Italien: Italo-Blamablo: Schlechtester Weltmeisterschafts-Weltmeister-Auftritt aller Zeiten! Spielen 1:1 gegen Neuseeland (0:2 gegen Fidschi in der Quali). Die Fidschis feiern schon, nennen sich: „Weltmeister-Unentschieden-Spieler-Besieger.“ Macht's, dass ihr fort kommt! Aber lasst den Pokal da, ihr Ganoven!

12. Slowakei: Sorry, aber wir nehmen schon Slowenien mit.

13. Portugal: Portugals früherer WM-Job: Frauen für Fußball begeistern (Figo, jetzt 37; Nuno, jetzt 33). Aber diesen Job übernehmen jetzt unsere Zauber-Jungs (Lahm, 26; Özil, 21). Deshalb: Elf Elfen, elf Tore (gegen Nordkorea), schon seid ihr weg!

14. Nordkorea: taz.de rief zur Not-Korea-Hilfe auf, warnte: Wenn die verlieren, kommen die ins Lager (Zwangsarbeit, Umerziehung, Nationalgericht Kein-Reis). Aber jetzt mal ganz im Ernst: Das haben die verdient! Viele Menschen sind schon für weniger ins Lager gekommen als für ein 0:7 bei einer WM!

15. Honduras: Dafür lieben wir WM-Vorrunden: Weil so bunte Vögel wie Welcome (25) dabei sind. Und dafür lieben wir WM-Finalrunden: Weil keine bunten Vögel wie Welcome (25) mehr dabei sind.

16. Chile: Das ist eine Welt-Weltmeisterschaft, keine Latino-Weltmeisterschaft! Und: Sexy-Latin-Lover sind die Chili-Willis nicht. Aber auch beim Fußball gilt: Das Auge guckt mit!

In der nächsten Kolumne: 16 Teams, auf die wir uns freuen!

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taz-Autor DENIZ YÜCEL ist für seine Kolumne-Reihe „Vuvuzela“ mit den Kurt-Tucholsky-Preis 2011 geehrt worden.

Von Juli 2007 bis April 2015 bei der taz. Autor und Besonderer Redakteur für Aufgaben (Sonderprojekte, Seite Eins u.a.). Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik 2011. „Journalist des Jahres“ (Sonderpreis) 2014 mit „Hate Poetry“. Autor des Buches „Taksim ist überall“ (Edition Nautilus, 2014). Wechselte danach zur Tageszeitung Die Welt.

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