Kolumne von Deniz Yücel
Fantastisch! Super! Wow! Als einzige afrikanische Mannschaft steht Ghana (liegt in Westafrika) im WM-Viertelfinale – Super-Sache für Ghana, aber auch Super-Sache für Süd-Afrika, West-Afrika und Überhaupt-Ganz-Afrika! Wahnsinn! Jupi-Jaja, Balla-Balla!
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Und: Auch wir freuen uns! Natürlich schlägt unser Herz für unsere Zauberjungs, lieben wir die Deutsch Stars mehr als die „Black Stars“ (so nennen die Ghanaer ihre Nationalmannschaft). Aber: Unser Herz ist groß, hat Platz für Afrika – nicht nur im Fußball: Deutschland ist Afrika-Spenden-Weltmeister (3 Milliarden Euro Entwicklungshilfe), liefert Brot für Welt. Viele deutsche Promis engagieren sich privat, auch unser Jogi (50) unterstützt einen Fußballplatz in Ruanda (irgendwo in Afrika).
„In Ghana sind sie alle verrückt nach Fußball. Die spielen überall Fußball, auch wenn sie gar keinen Ball haben“, informierte Sommermärchen-Klinsi (45) im hitlerfreien RTL die Zuschauer. taz-Expertin Verena Schneider (29) bestätigt: „Jetzt freut sich ganz Ghana!“

Deniz Yücel ist Redakteur im WM-Team der taz.
Foto: tazZu Recht! Kevin-Prince Boateng (23, fürs Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen, in Berliner Problembezirk aufgewachsen, Halbbruder Jérôme, 21, spielt für Deutschland) hat nicht nur unsere Zauber-Jungs von Michael Ballast (33) befreit. Er hat sich super ins Ghana-Team integriert, wurde sofort Chef, spielt Super-WM. Gegen die USA schoss er das 1:0 (Amis mussten home!), ließ Ganz-Afrika und uns jubeln!
Aber Boateng ist nicht der einzige Black-Stars-Star. Keeper Richard Kingson (32) ist beim England-Club Wigan Athletic nur Ersatz (Tommys schön blöd: nehmen lieber einen Tommy-Torwart-Trottel!), hält bei der WM aber fast so gut wie unser Weltklasse-Keeper. Asamoah Gyan (24) steht mit Super-Quote (4 Spiele/3 Tore) ganz vorn auf der WM-Knipser-Liste. Vor der Abwehr putzt Anthony Annan (23, Neffe von Ex-UN-Generalsekretär Kofi, 72), dahinter der Kölner Jung Hans Sarpei. Der wird am Montag 34! Happy Birthday, Hans! Aber feiert nicht zu viel, denn: Am Samstag sind die Urus dran!
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Und sonst? War da was? Mal überlegen... (höhöhö) jedenfalls nichts neues: Die Tommys schlagen uns in unserem Nationalsport (Weltkrieg), wir schlagen die Tommys in ihrem Nationalsport (Weltmeisterschaft). Hättet ihr doch auf uns gehört und gleich bedingungslos kapituliert!
Übrigens, Tommys, bevor ihr wieder irgendwelche Legenden bildet, die ihr 44 Jahre lange jedem erzählt, der es nicht hören will: Das war kein Tor! Das war kein Tor! Das war kein Tor! Denn: „Tor ist, wenn der Schiri pfeift“, informiert taz-Justiziar Peter Scheibe (37). Uru Schiri Jorge Larrionda (42) und seine Assis pfeifen in der höchsten Uru-Liga, sind Weltklasse.
Also keine Rache für Wembley, nicht mal Rache für Dresden, gar kein Krieg, nur Fußball. Aber sehr geiler, zauberhafter Zauber-Fußball! Wir sind das Brasilien von heute! Wir sind das Spanien von heute! Wir sind das DEUTSCHLAND von heute!
150 Jahre Sozialdemokratie: Die SPD repräsentiert das Mittlere, Moderate. Deshalb brauchen wir sie – selbst mit ihren Egoshootern an der Spitze. von Stefan Reinecke

Für seine Kolumnen-Reihe "Vuvuzela", die er anlässlich der Fußball-WM 2010 auf taz.de schrieb, ist der taz-Autor DENIZ YÜCEL geehrt worden. Am 23. Oktober erhält er den mit 3.000 Euro dotierten Kurt-Tucholsky-Preis 2011. Die Jury betonte: "Dabei übersteigerte er bewusst das nationalistische Element, riskierte lustige Wortspiele sowie einen überdeutlichen Stimmungsumschwung nach der deutschen Niederlage (‚Gurkentruppe‘).! Dabei habe er sich Tucholskys Maxime zu eigen gemacht: Die Satire muss übertreiben. Gratulation!
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Leserkommentare
30.06.2010 01:34 | Knipser
Dem kann ich nur zustimmen.. ...
28.06.2010 19:58 | D.B.H
@ Fabio Zeiser:
28.06.2010 17:41 | Vuvuzela, ich liebe dich
Die Kolumne wird wohl Vuvuzela heißen, weil sie tatsächlich wie Vuvuzela ist: ...