Kolumne von Bernhard Pötter
Das Plakat war knallrot und für eine Klimakonferenz viel zu ehrlich: „> 2 degrees“ verkündete es zum Beginn der Doha-Konferenz am Straßenrand. Mehr als zwei Grad Celsius globaler Temperaturanstieg, soweit wird es fast sicher kommen, da sind sich inzwischen fast alle Wissenschaftler einig.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Aber das sagt man nicht laut. Und druckt es erst recht nicht auf die offizielle Fahne der Klimakonferenz. Weswegen dann auch schnell neue Banner gedruckt wurden.
Klima, das heißt jede Menge Physik, Mathe und Politik. Gar nicht so einfach alles. Und deswegen schwirren Zahlen, Daten und Fakten quer durch die Klimakonferenz und ab und zu verheddern sie sich.

Bernhard Pötter
ist Autor der taz und berichtet derzeit aus Doha vom Weltklimagipfel.
Foto: tazOder zeigen Freud'sche Verschreiber. So schreit von der Wand der Ausstellungshalle ein Plakat „on path“. Auf dem Pfad sind wir aber (siehe oben) eher Richtung vier bis fünf Grad und damit stracks in die Klima-Apokalypse. Aber das stört zumindest die Aussteller in der „Expo“ wenig: Die Ölscheichs von Saudi Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigen darin auf Fußballfeldgröße, wie grün ihre Länder sind, die alle anderen als schwarze Löcher wahrnehmen.
Auch Experten sind nicht gegen Zahlendreher gefeit. Pressekonferenz mit dem Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und dem Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderung (WBGU), also den Groß-schnell-weit-Denkern Deutschlands. Plötzlich ist von einem CO2-Ausstoß von „30 Milliarden Gigatonnen“ die Rede. Das liegt mal eben um das Milliardenfache über dem, was heute schon schlimm genug ist. Das wird dann schnell korrigiert. Puuh, noch mal Glück gehabt!
Aber auch sonst: Lustiger Zahlensalat. Die Oxfam-Kollegin aus Hongkong meint, die Entwicklungsländer würden 200 Millionen Dollar fordern. Ach nee, es waren 60 Milliarden! Umweltminister Peter Altmaier kämpft manchmal für die „3.Kioto-Verpflichtungsperiode“, auch wenn erst die zweite ansteht.
Ohnehin war es schon immer schwer genug, den Amerikanern nahe zu bringen, dass zwei Grad (nämlich Celsius) ganz schön viel sind, verglichen mit two degrees Fahrenheit. Und ob jetzt den armen Ländern mal 100 Milliarden Dollar oder 100 Milliarden Euro versprochen wurden, ach, das kümmert nur Krämerseelen.
Beliebt auch, wie letztens wieder auf einer Konferenz des Auswärtigen Amtes: Die Zuhörer zu verwirren, indem man mit Tonnen Kohlenstoff (C) hantiert statt mit Kohlendioxid (CO2). Sieht auch viel besser aus: Die Emissionen sinken plötzlich auf ein gutes Viertel.
Die ultimative Lösung für alle Klimakonferenzen geistert übrigens immer wieder durch die Reden von Wissenschaftlern und Politikern: Die Promenadenmischung aus der 2-Grad-Grenze für die Erwärmung und dem 30-Prozent-Ziel weniger Emissionen, das Europa bis 2020 erreichen sollte: Das „30-Grad-Ziel“. Endlich etwas, dem sogar die USA zustimmen können.
Sollte man die Zeit vergessen, Giovanni di Lorenzo? Ein Gespräch in der Sommerlounge mit dem Chefredakteur der Zeit. von Peter Unfried

Die Welt befindet sich derzeit mitten in einem großtechnischem Experiment mit ungewissem Ausgang: Die intensive Freisetzung von Treibhausgasen, vor allem dem Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas, verändert die Atmosphäre des Planeten in einer erdgeschichtlich einmaligen Geschwindigkeit. Trotz aller Versprechungen sind die aktuellen Anstrengungen zum Klimaschutz aus Sicht der Wissenschaft bei weitem nicht ausreichend.
David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.

Am Samstag ist es wieder so weit: Im schwedischen Malmö kämpfen 39 Länder um den ersten Platz beim ESC. Wir wissen, auf welche Teilnehmer Sie besonders achten können.

Leserkommentare
08.12.2012 11:18 | olly
Für so einen Mist wollt Ihr Geld? ...
08.12.2012 08:15 | reblek
"Klima, das heißt jede Menge Physik, Mathe und Politik." - In der deutschen Medienlandschaft heißt es das nicht wirklich. D ...