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Kolumne WichtigRe:Re:Re:Re:Re:Re: Homolobby für W

Unpolitisch soll diese Kolumne sein? Niveaulos und unlesbar? Von wegen. Schwul & Schwuler können auch anders.

S chwul: Die Frau Stokowski ist also Neuköllnerin.

Schwuler: Wir doch auch. Was magst du denn besonders an Neukölln?

Schwul: Nicht viel.

Schwuler: Wie? Das ist der Place to be. Neukölln war auch schon in der New York Times.

Schwul: Das ist ja das Problem. Aber ich will hier gar nicht ins Neukölln-Bashing verfallen. Ich wohne ganz ruhig am Park, sollen die Spanier in der Weserstraße machen, was sie wollen.

Schwuler: Raus mit den Touristen also. Mein Lieblingsclaim ist und bleibt: Touristen fisten.

Gedöns-taz

Gedöns ist Umwelt, ist, was wir essen, wie wir reden, uns kleiden. Wie wir wohnen, lernen, lieben, arbeiten. Kinder sind Gedöns, Homos, Ausländer, Alte. Tiere sowieso. Alles also jenseits der „harten Themen“. Die taz macht drei Wochen Gedöns, jeden Tag vier Seiten. Am Kiosk, eKiosk oder direkt im Probe-Abo. Und der Höhepunkt folgt dann am 25. April: der große Gedöns-Kongress in Berlin, das taz.lab 2015.

Schwul: Jetzt geht’s schon wieder los mit den Schmuddelthemen. Kam im ersten Teil von Schwul & Schwuler schon nicht so gut an.

Schwuler: Unpolitisch war die Kolumne.

Schwul: Niveaulos.

Schwuler: Unlesbar.

Schwul: Immer Penis, Penis, Penis.

Schwuler: Der Penis ist politisch!

Schwul: Da reden wir Schwulen einmal nicht darüber, wie schlimm unser Leben ist, fahren einmal nicht die Opfernummer, und schon regen sich alle auf.

Schwuler: Wir können auch Opfer.

Schwul: Schlimm, schlimm. Ich bin ja Doppel-Opfer. Zählt Fettleibigkeit dazu, sogar Dreifach-Opfer. Hätten wir lieber darüber geschrieben, wie schwer wir es haben in der Gesellschaft.

Schwuler: Ja, als ob man die Leute daran erinnern müsste, dass Homophobie real ist. Nächstes Mal heulen wir die ganze Zeit rum, dann können uns die netten Heteros vor der bösen Welt beschützen.

Schwul: Guckst du mal bei queer.de, was so los ist in unserer Welt?

Schwuler: Barry Manilow hat seinen Manager geheiratet.

Schwul: Wer?

Schwuler: Ich lieeeeebe Mandy.

Schwul: Wer?

Schwuler: At the Copa, Copacabana. The hottest spot north of Havana …

Schwul: Ach der. Ich dachte, der sei schon längst out. Hat irgendwer geglaubt, er sei hetero?

Schwuler: Oh, guck mal. Der schwule CDUler Stefan Kaufmann hat sich verpartnert. Und jetzt verweigert ihm die katholische Kirche den Segen.

Schwul: Armer Hase.

Schwuler: Die Kirche unterdrückt uns. Das ist doch wirklich ein ernstzunehmendes Problem.

Schwul: Und der Vatikan hat Laurent Stefanini als Botschafter abgelehnt, weil er schwul ist.

Schwuler: Aber Hauptsache, alle feiern Papst Franziskus, wenn er sagt, Homosexuelle gehören nicht getötet.

Schwul: Ha, von wegen wir sind unpolitisch. Wir sind wie ein Film von David Lynch.

Schwuler: Wer?

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Enrico Ippolito

Enrico Ippolito Redakteur bei taz2/medien

Jahrgang 1982, ist seit 2011 bei der taz. Seit November 2012 wirkt er als Redakteur bei tazzwei/medien. Zuvor hat er ein Volontariat bei der taz absolviert.
Paul Wrusch

Paul Wrusch Redakteur wochentaz

Jahrgang 1984, hat Journalistik und Soziologie in Leipzig studiert. Seit 2009 ist er bei der taz. Nach seinem Volontariat war er Redakteur in der sonntaz, bei taz.de, bei taz2/Medien und im Inlandsressort. Bis 2024 Ressortleiter wochentaz, jetzt Politikredakteur.
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1 Kommentar

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  • Jau! Warum soll schließlich nur eine Frau Festerling, die "Karottenkönigin" von Pegida, immer diesen ganzen "Sexualscheiß" in den Mund nehmen? Doch Vorsicht! - allzuviel Verbalerotisiakum im Trinkwasser kann bei Einsteigern schnell mal zu touretteartigen Anfällen führen.