Kommentar von Simone Schmollack
Mit der Koalition ist es zur Zeit wie beim Blätterabreißspiel aus Kindertagen „Er liebt mich, er liebt mich nicht“: Die Koalition kracht, die Koalition kracht nicht. Jetzt gibt es neuen Zoff um ein altes Thema: das Betreuungsgeld.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Die FDP will den jüngst gefundenen Kompromiss plötzlich nicht mehr mittragen. Die „Herdprämie“ sei jetzt zu teuer geworden, argumentiert sie. Dabei sollte die staatliche Familienleistung in Höhe von 100 beziehungsweise 150 Euro monatlich in Kürze beschlossen werden. Daraus wird wohl nichts werden, die Abstimmung wurde am Dienstag zum dritten Mal verschoben. Auch wenn die Koalitionsspitzen seit Montag abend eifrig versichern, sich alle Mühe zu geben sich aber wirklich zu einigen.
Wie könnte das aussehen? Da gibt es einiges an liberaler Verhandlungsmasse: die Öffnung der Ehe für Homosexuelle und deren Gleichstellung im Steuerrecht beispielsweise. Oder die Abschaffung der ungeliebten Praxisgebühr. Die Liberalen werden drücken, wo sie nur können. Denn einen Erfolg hat der kleine Koalitionspartner dringend nötig.

SIMONE SCHMOLLACK
ist Redakteurin im Inlandsressort der taz.
Foto: privatAber auch für Horst Seehofer, den Chef des anderen kleinen Koalitionspartners, der das Betreuungsgeld mit allen Mitteln verteidigt, steht viel auf dem Spiel. Er braucht das Betreuungsgeld, um seine konservative Wählerklientel bei Laune zu halten. Er braucht es aber auch als Plus vor dem CSU-Parteitag, der Mitte Oktober stattfindet. Wenn Seehofer jetzt versagt, wird er mehr verlieren als nur das umstrittene Taschengeld für Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen statt sie in eine Kita zu bringen.
Und Angela Merkel und die CDU? Es ist auch für sie eine Blamage. Wieder mal ist es der CDU-Chefin und Kanzlerin nicht gelungen, die Koalition zusammenzuhalten. Dabei geht es beim erneuten Krach im Grunde gar nicht ums Betreuungsgeld. Auch nicht um die Kosten, wie die FDP glauben machen will. Es geht einzig und allein um Machtpoker.
Einige CDU-Ministerpräsidenten haben am vergangenen Freitag im Bundesrat der Frauenquote zugestimmt. Das will und kann die FDP, die gegen eine staatliche Verordnung zu mehr Frauen an der Spitze ist, nicht kampflos hinnehmen. Also bäumt sie sich auf und versucht rauszuholen, was rauszuholen ist. Das ist eine erneute Probe für die Koalition. Aber zerbrechen wird sie daran nicht. Sie liebt sich, sie liebt sich nicht, sie liebt sich.
Es kann nur einen geben, aber 26 wollen dieser eine sein. Hinter- und Vordergründe aller AspirantInnen im Grand Final des Eurovision Song Contest. von Jan Feddersen

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.

Am Samstag ist es wieder so weit: Im schwedischen Malmö kämpfen 39 Länder um den ersten Platz beim ESC. Wir wissen, auf welche Teilnehmer Sie besonders achten können.

Leserkommentare
25.09.2012 20:40 | Horsti
Auf keinen Fall sollten Eltern ihre Kinder selbst betreuen! Das steht zwar ganz vorne im Grundgesetz drin, aber wen interes ...
25.09.2012 11:17 | Celsus
Die sinnlose Geldverschwendung Herdprämie wird jetzt also in der CDU und in der gegen alle Zweifel vieler Frauen gerade auc ...