• 14.08.2012

Angesichts der Bildungsmonitor-Studie muss man fragen: Ist es Zufall, dass die Kultusminister blind sind für die Nöte vermeintlicher Schmuddelkinder – oder ist das Absicht?

Oben hui, unten pfui

KOMMENTARvon Christian Füller

  • 20.08.2012 00:18 Uhr

    von Anne Ratzki:

    Ein Beispiel aus Köln macht die Benachteiligung armer Kinder deutlich: in Stadtteilen mit
    hoher Kinderarmut erhalten 19 bis 25 Prozent der Kinder eine Schulformempfehlung Gymnasium, in Stadtteilen mit geringer Kinderarmut erhalten 66 bis 77 Prozent eine Schulformempfehlung Gymnasium. ( Quelle: Schulentwicklungsplan 2011) Nur über Gesamtschulen könnte diese Benachteiligung aufgehoben werden. Ausreichend Plätze gibt es jedoch nur für Gynasiasten, nicht für Gesamtschüler.

  • 15.08.2012 14:39 Uhr

    von konservativ-kritisch:

    Übrigens hatte die Taz 2011 selbst auf methodische Bedenken hinsichtlich des Bildungsmonitors hingewiesen durch ein Zitat des "Bildungsforschers Klaus Klemm":

    Zitat:
    Doch ob all diese Punkte in dem Ranking plausibel gewertet sind, ist umstritten. Der Bildungsforscher Klaus Klemm sprach im Stern gar von Unfug. “Solch eine Studie mit Rangliste zu erstellen, traut sich außer der INSM kein Wissenschaftler zu – denn es ist medienwirksame Zauberei, sonst nichts. (Zitatende)

    Sind all diese methodischen Bedenken, auf die auch Tobias Kaphegyi hinweist (siehe den Link zur GEW) irrelevant, solange nur ein Teilergebnis des Monitors ins eigene Weltbild passt? Schade, liebe Taz, hier wünscht man sich als Leser doch mehr Sorgfalt und einen kritischeren Umgang mit derartigen Studien. Dienen derartige Studien doch nicht dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, sondern dem Produzieren politisch- gewollter Schlagzeilen!

  • 15.08.2012 13:10 Uhr

    von konservativ-kritisch:

    Die "Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft" hatte eine interessante Broschüre zum Bildungsmonitor herausgegeben. Wenn man schon mit partiellen Ergebnissen argumentiert, sollte man die grundsätzliche Kritik an dem Bildungsmonitor nicht verschweigen. Denn ich sehe die Gefahr, dass man mit der Argumentation über den Bildungsmonitor auch der INSM und ihren Zielen eine Autoritätsstellung im Diskurs verschafft, die der Bildungsmonitor (auch aus pädagogischer Sicht) nicht verdient.


    http://www.gew.de/Binaries/Binary80604/Black%20Box%20Bildungsmonitor%20-%20Ein%20Blick%20hinter%20den%20Reiz%20des%20Rankings%20%281%29.pdf

  • 15.08.2012 11:10 Uhr

    von Füller ist der Knüller:

    Erst Horst Mahler, dann Otto Schily - Füller ist der nächste Kandidat, der von "Links" in die andere Richtung taumelt ...
    Muss wohl die Altersschwäche sein.

  • 15.08.2012 09:13 Uhr

    von Fred Fragend:

    Ist die Steigerung der Akademikerquote dasselbe wie die Steigerung der Brotproduktion ? Gibt' s noch Bildungsbürger - wo sind die denn ? Wenn die soviele Schüler nicht lesen können, kann das nicht auch daran liegen, dass eine merkwürdige Pädagogik Zensuren, Sitzenbleiben und "Frontalunterricht" komplett verbannt hat ?

  • 15.08.2012 09:04 Uhr

    von frei:

    "und man darf elf Jahre nach der ersten Pisastudie fragen: Ist es Zufall, dass die Kultusminister blind sind für die Nöte vermeintlicher Schmuddelkinder – oder ist das Absicht?"
    was eine journalistische meisterleistung, was für ein toller qualitätsjournalismus:
    "blind oder ist das absicht".
    hr füller ist genau der richtige für bildungsfragen der taz.
    zu ihrer frage:
    sehr geehrter hr füller, was für ein glück sie haben, sie brauchen sich mit dieser frage nicht länger herumquälen. ich kenne die antwort: es ist ABSICHT.
    die verblödungsministerin in berlin und überall die politiker wissen genau, was sie tun. siehe auch die aktuelle entwicklung in meinem bundesland RLP oder in B-W, die unsägliche, pseudosoze ahnen und ihr kollege kürzen, was das zeug hält: privatisieren und umverteilen. es ist teil der neoliberalen ideologie. aber das würde zu weit führen, es gibt sicher fortbildungen auch für einen hrn füller.

  • 15.08.2012 07:53 Uhr

    von ama.dablam:

    Deutschland versagt?? Barer, wenngleich vorhersehbarer Unsinn (wer ist dieser "Deutschland" - Synoym für alles Negative?)

    Es gibt hervorragende Bildungsmöglichkeiten, man muss sie nur nutzen!

    Wer hier versagt sind in erster Linie die ELTERN! Versuchen Sie doch mal als Lehrer, an die Eltern dieser von Ihnen so bezeichneten Schmuddelkinder heranzukommen, mit ihnen über Probleme und Fördermöglichkeiten zu sprechen. Sie würden sich wundern!

    "Deutschland", in der taz der "ewige Jude"...

  • 14.08.2012 21:40 Uhr

    von adams:

    naja, bekanntermaßen reiche die armen, damit sie für sie möglichst günstig arbeiten. deshalb will man den bodensatz an chancenlosen, nur darf der nicht zu groß werden. aber eben auch nicht zu klein, ansonsten müsste man für putzfrau, müllmann, pflege der oma, restaurant, prostituierte, assistenten, praktikanten, gesamtgesellschaftliche aufgaben über steuern usw. den wahren wert zahlen.

    eigentlich weiß das jeder, lesen und schreiben bringt wenig wenn alle im kopf wie die da oben ticken. also der glaube...

  • 14.08.2012 21:19 Uhr

    von viccy:

    Und wie genau läuft die genannte Benachteiligung ab? Bekommen Kinder mit türkischen Namen aus Prinzip immer mal 1-2 Noten schlechter?

    Ein Lösungsvorschlag wäre toll. Am Besten einer, den man auch seinem eigenen (Bürger-) Kind "zumuten" würde. Irgendwelche Ideen?

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