Kriegsgefahr zwischen China und Japan

Problem Fernost

Kommentar von Felix Lee

Wer hätte das vor Kurzem noch gedacht: Aber im Streit um ein paar läppische Inseln im Ostasiatischen Meer haben sowohl Chinas Führung als auch die von Japan verbal dermaßen aufgerüstet, dass wirklich zu befürchten ist: Es gibt für sie kein Zurück mehr.

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Zwar schwelt dieser Streit um die Senkaku/Diaoyu-Inseln schon lange; doch noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs fühlte sich China so mächtig und waren zugleich die antijapanischen Proteste in China so stark wie heute. Dazu hat ganz maßgeblich das chinesische Regime beigetragen. Verwerflich ist nicht so sehr, dass der autoritär geführte Staat nun plötzlich Massendemos zulässt, während er sonst Kritik gern im Keim erstickt: Wenn die Menschen in China frei ihre Meinung äußern können, ist das immer ein Fortschritt.

Schäbig ist, dass Peking nicht die Sicherheit von Zehntausenden Japanern im Land gewährleistet, sondern selbst ganz massiv Hass schürt. Aber auch Japans Führung trägt wenig zur Entspannung bei, sondern lässt Nationalisten den Konflikt noch anheizen.

Felix Lee

Felix Lee

ist China-Korrespondent der taz.

Foto: taz

Zwischen dem hochindustrialisierten Inselreich und der Volksrepublik droht also tatsächlich Krieg, so unverständlich die heftige Auseinandersetzung um diese unbewohnten Felsbrocken aus der Ferne erscheinen mag. Liefert sich die zweitgrößte mit der drittgrößten Volkswirtschaft dieser Welt einen militärischen Schlagabtausch, wird das Folgen haben, die bis nach USA und Europa reichen – ökonomisch wie auch weltpolitisch.

Die Vereinigten Staaten haben sich nun eingeschaltet und mahnen zur Zurückhaltung. Doch mit ihrem transpazifischen Hegemonialstreben gelten die US-Amerikaner selbst als zu sehr belastet. Das Vermittlungsgeschick der Europäer ist gefragt.

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