Kommentar Mammutbäume : Masse statt Klasse
MIt Mammutbäumen könnte eine Waldbewirtschaftung Auftrieb erhalten, von der man geglaubt hätte, sie sei längst passé.
F orscher versuchen, in Niedersachsen Mammutbäume heimisch zu machen. Hört sich faszinierend an: Riesenbäume bei uns im Flachland! Doch die Bäume sind nicht zur Ergötzung der Spaziergänger vorgesehen, sondern um die Wälder auf den Klimawandel einzustellen. Damit könnte eine Waldbewirtschaftung Auftrieb erhalten, von der man geglaubt hätte, sie sei längst passé.
Die Mammutbäume sollen angesiedelt werden, weil sie schnell viel Biomasse erzeugen können. Das bindet CO2 und erzeugt auf umweltfreundliche Weise einen Rohstoff. Überdies könnte der Mammutbaum mit Klimaveränderungen besser zurecht kommen als so manche heimische Art.
Das letzte Argument ist wenig stichhaltig, weil Deutschland ein Artenspektrum beherbergt, das an verschiedene Klimata angepasst ist. Der Wald kann sich damit auf natürliche Weise, ohne drastische Eingriffe anpassen.
In puncto Rohstoffproduktion stellt sich die Frage, ob unser Wald einseitig auf Masse getrimmt werden sollte. Das ist mit der Fichte schon einmal so gemacht worden. Große Verluste durch den Borkenkäfer waren die Folge. Dazu kommt, dass der Wald der Erholung dient, die ein Laubmischwald eher ermöglicht als ein finsterer Fichtenforst.
Der Klimaschutz wird immer wieder damit begründet, dass es gelte, die biologische Vielfalt zu bewahren. Aus Gründen des Klimaschutzes Monokulturen anzulegen, wäre irrsinnig.
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert