Das Geschäftsmodell der Nerzzucht basiert auf unnötiger Tierquälerei.

Kein Mensch braucht Pelz

Wenn Nerzfarmen nur durch Tierquälerei rentabel werden, ist gegen ein Berufsverbot für Nerzzüchter nichts einzuwenden.

Schleswig-Holsteins letzte Nerzzüchter argumentieren vor Gericht, die vor sechs Jahren erlassene Nutztierhaltungsverordnung komme einem Berufsverbot gleich. Gut so, wenn es denn stimmt. Denn wenn die Nerzzucht nur durch Tierquälerei rentabel wird, gehört sie verboten.

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Die Züchter hatten genug Zeit, sich umzustellen, sei es auf andere Produkte oder auf zertifizierte Pelze von – wenigstens zeitweise – glücklichen Nerzen. Ob es dafür einen Markt gibt, hätte man in den vergangenen Jahren herausfinden können. Die Züchter haben stattdessen gar nichts getan. Ihr Gejammer, nachdem sie die Rechtslage über Jahre ignoriert haben, ist jedenfalls fehl am Platz. Und die argumentativen Windungen, mit denen die Anwälte der für die Vertretung von Tierschindern bekannten Kanzlei Graf von Westphalen die Verbesserungen der Haltung zur Tierquälerei umdeuten, sind so widerlich wie lächerlich.

Es ist zwar ärgerlich, wenn sie den offensichtlich aussichtslosen Rechtsweg missbrauchen, um für die Sörnsens einen weiteren Zuchtzyklus von einem halben Jahr mit satten Gewinnen rauszuschlagen – aber so ist das nun mal im Rechtsstaat.

Wenn danach endlich Schluss mit der Nerzzucht ist, ist das eine gute Nachricht, denn in kaum einem Bereich ist Tierquälerei sinnloser als in diesem. Schließlich braucht der Mensch keinen Pelz – sonst hätte er einen eigenen.

 
30. 08. 2012

Jan Kahlcke, geboren 1967, von 1999 bis 2003 Volontär und Redakteur bei der taz.bremen, kehrte nach freien Lehr- und Wanderjahren 2007 als Redaktionsleiter zur taz.nord zurück

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