Kommentar von Ilka Kreutzträger
Die Kooperation zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein wird die Unterbringung der Sicherungsverwahrten nicht zu einer gemeinsamen Sache der Länder machen. Denn was wie Zusammenarbeit aussieht, ist letztlich nur Geschacher über Angebot und Nachfrage. Sobald Hamburg seine Plätze in der JVA Fuhlsbüttel selbst braucht, müssen die Schleswig-Holsteiner ihre Verwahrten wieder zurücknehmen - oder es wird eben teurer. Das schafft unschöne Abhängigkeiten zwischen Ländern mit und ohne eigene Plätze für Sicherungsverwahrte - klar, wer am längeren Hebel sitzt.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Die Schleswig-Holsteiner können immerhin noch in die Waagschale werfen, dass sie selbst bauen, wenn man sich nicht einigt. Bremen hat diese Option nicht und Niedersachsen hält das Angebot knapp, in dem sie nur wenig mehr Plätze, als selbst benötigt, schaffen.
Wenn es wirklich den Willen zur Zusammenarbeit gäbe, dann müssten alle Beteiligten erst mal Zahlen über die Entwicklung der Kriminalitätsrate und damit der Haft- und Sicherungsverwahrtenzahlen vorlegen. Aber es heißt nur, das Geschäft mit der Kriminalität sei unsicher und man wisse nicht, wie es in zehn Jahren aussehe. Unverständlich, warum gerade hier keine Prognosen möglich sein sollen.
So bleibt der Bedarf an Plätzen im Dunkeln. Gemeinsame Investitionen und damit auch geteilte Verantwortung wird es nicht geben.
Flüchtlinge aus Libyen, die seit über einem Monat in Hamburg auf der Straße leben, demonstrieren in der Rathausdiele. Den Bürgermeister kriegen sie nicht zu sehen von Kristiana Ludwig

Im dritten Prozess um den Brechmittel-Tod von Laye Condé hat jetzt zum ersten Mal der angeklagte Polizeiarzt ausgesagt – und sich damit unglaubwürdig gemacht von Simone Schnase

Das Oldenburger Landesmuseum warnt vor den Umtrieben illegaler „Archäologen“ – und hat eine Ausstellung mit pädagogischer Mission auf die Beine gestellt: Statt der Raubgräberei zu frönen, soll die Bevölkerung Hand in Hand mit den Profis arbeiten von Henning Bleyl

Bond-Schurkin, Stil-Ikone, Musikerin: Das Gesamtkunstwerk Grace Jones hat Geburtstag.

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.


Leserkommentare