Kommentar von Daniel Wiese
Die Diebstähle in Friedland kommen allen Seiten denkbar ungelegen. Für die niedersächsische Landesregierung hat das ehemalige „Grenzdurchgangslager“, auch „Tor der Freiheit“ genannt, Vorzeigecharakter, Innenminister Schünemann lässt sich dort bei der Weihnachtsfeier ablichten.
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In Friedland waren lange Spätaussiedler untergebracht, derzeit ist das Lager Anlaufstelle für das „Resettlement“-Programm der UN. Die Flüchtlinge kommen aus dem Irak, Libyen, Syrien – und haben gute Aussichten zu bleiben.
Die Georgier, die seit Mai im Lager sind, passen da nicht ins Bild: Ihre Chancen auf Asyl sind minimal, und es ist denkbar, dass diese Prognose auch eine Rolle spielt. Dass es ausgerechnet die Georgier sind, keine Afrikaner und keine Muslime, macht es auch für die NPD schwer, die Vorfälle auszuschlachten – und die SPD, die den Bürgermeister stellt, betont bei jeder Gelegenheit, dass es ja nur ein paar wenige der Georgier sind, die Probleme machen.
Nun, so wenige sind es offenbar doch nicht. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung spekulierte bereits über organisierte Kriminalität: Die georgischen Asylbewerber würden nur darum überhaupt einreisen. Die Polizei hat dies dementiert, und so bleibt als Erklärung nur die ganz normale Aussichtslosigkeit. Vielleicht ist es den Tätern ja egal, ob sie einmal in einem deutschen Gefängnis landen – die Abschiebung würde sich so immerhin verzögern.
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Leserkommentare
09.10.2012 00:13 | Tim
Ein der taz völlig unwürdiger Artikel. Daniel Wiese sollte sich vor der nächsten Bewerbung mal anschauen, welche Qualitätss ...