Hochgradig peinlich

Ein passender Deckel

Kommentar von Simone Schnase

Christian Frühwald steht seit Jahren in der Öffentlichkeit und kennt seinen umstrittenen Ruf. Wäre er da nicht dazu verpflichtet gewesen, seinen zukünftigen Arbeitgeber über das gegen ihn eingeleitete Disziplinarverfahren zu informieren?

taz paywall

Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?

Mehr Infos

Hochgradig peinlich ist für ihn, dass die Stiftung Friedehorst die Neuigkeit aus dritter Hand erfahren muss. Zumal er laut eigener Aussage nichts zu verbergen hat und das Verfahren für „völlig richtig“ hält. Wo hätte also das Problem gelegen, in Friedehorst Bescheid zu sagen: „Leute, es gibt da was, das ihr wissen solltet, bevor ihr’s aus der Zeitung erfahrt …“?

Merkwürdig ist aber auch, dass die fast drei Wochen alte Meldung der EKM offenbar nicht in Friedehorst angekommen ist. Denn in Lesum sollte man wissen, dass der eigene Ruf angeschlagen ist. Und umso wichtiger wäre es doch in dieser Situation, sehr genau darauf zu achten, wen man sich neu in die Geschäftsführung geholt hat. Andererseits: Der Einrichtung sind ja sogar Urteile des Kirchengerichts herzlich egal.

Allerdings: Wer den Werdegang Frühwalds betrachtet und das durchaus dubiose Gebaren der diakonischen Stiftung, der kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier zwei zueinander gefunden haben, die wirken, als wären sie für einander geschaffen – wie ein Topf und sein Deckel.

Dieser Artikel ...

ist mir was wert!