Kommentar von Bert Schulz
Braucht eine Stadt mit stetig wachsendem Radfahreranteil einen Fahrradbeauftragten? Natürlich. Immerhin werden gut 15 Prozent aller Wege in Berlin inzwischen mit dem Rad zurückgelegt. Und wer über den Verkehrsmix der Zukunft reden will, kommt um die umweltfreundlichen Zweiräder erst recht nicht herum. So weit, so offensichtlich.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Doch braucht ein Senat, der die sowieso schon knappen Gelder für Radwege kürzen wollte, einen Fahrradbeauftragten? Natürlich nicht. Daher ist es nur konsequent, wenn die Senatsverwaltung für Verkehr den Posten als überflüssig ansieht und ihn nun endgültig aus dem Sattel schmeißt. Alles andere wäre Bürgertäuschung.
Bis zu einem gewissen Grad war der Radbeauftragte das schon immer: Richtig viel zu melden hatte er nicht, richtig Geld bekam er auch nicht; gleichzeitig hatte er aber so viel zu tun, dass er nie mit seiner Arbeit hinterherkam. Der vorletzte Fahrradbeauftragte – Benno Koch – war gleichzeitig Chef der hiesigen Radfahrerlobby ADFC, und man wusste nie, für wen er eigentlich sprach. Sein Nachfolger wiederum sprach so wenig, dass ihn fast niemand kannte. Vermissen wird den Radbeauftragten also kaum jemand.
Auf der symbolischen Ebene ist die Abschaffung jedoch nicht zu unterschätzen. Rot-Schwarz vermittelt den Radlern der Stadt, dass ihre Anliegen und vor allem ihre Sorgen um die Sicherheit im immer dichter werdenden Straßenverkehr für den Senat nicht von Bedeutung sind. Im Umkehrschluss heißt das auch: freie Fahrt für hirnfreie Bürger. Wer sich schon länger fragte, was sich durch eine große Koalition ändert: Hier ist ein Beispiel.
Der Karneval der Kulturen verändert sich. Gemeinsames Feiern steht im Vordergrund, Folkloredarbietungen hingegen geraten an den Rand. von Alke Wierth

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.

Am Samstag ist es wieder so weit: Im schwedischen Malmö kämpfen 39 Länder um den ersten Platz beim ESC. Wir wissen, auf welche Teilnehmer Sie besonders achten können.

Leserkommentare
06.10.2012 12:32 | Arnold
Auch wenn die Abschaffung des Fahrradbeauftragten nur symbolisch von Bedeutung ist, so zeigt sie doch, in welche Richtung V ...