Kommentar von Andreas Zumach
In Syrien ist am Freitagmorgen eine Waffenruhe eingetreten. Vier Tage, bis Montagabend soll sie halten. Vielleicht kann die bereits seit über einem Jahr kriegsgequälte Bevölkerung nun wenigstens ohne ständige Angst für Leib und Leben das islamische Opferfest Eid al Adha begehen.
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Das ist die erste gute Nachricht aus dem kriegsgeplagten Land seit Mitte April. Damals brach ein von UNO-Vermittler Kofi Annan ausgehandelter Waffenstillstandstand bereits nach wenigen Tagen wieder zusammen, weil sich die Regierungsstreitkräfte nicht daran hielten. Diesmal ist das Risiko des schnellen Scheiterns noch größer.
Die Regierungsstreitkräfte haben bereits ihre Bereitschaftserklärung zur Waffenruhe mit einer ganzen Reihe von Vorbehalten und damit Rechtfertigungen zur jederzeitigen Wiederaufnahme der Kampfhandlungen versehen. Und anders als im April kämpfen auf der anderen Seite inzwischen nicht nur die Soldaten der oppositionelle Freie Syrischen Armee, sondern verschiedene islamistische Milizen und Terrorgruppen wie die Al-Nusra-Front, die die Vereinbarung über die Waffenruhe ausdrücklich ablehnen.

ANDREAS ZUMACH
ist UNO-Korrespondent der taz mit Sitz in Genf.
Foto: Kristin FlorySeit dem Mitte April gescheiterten Waffenstillstand ist der Krieg in Syrien ständig eskaliert und hat inzwischen über 30.000 Tote gefordert. Viele Städte und weite Teile der Infrastruktur sind zerstört. Doch ein militärischer Sieg der einen oder der anderen Seite ist auf lange Sicht nicht absehbar.
Warum haben die Regierung und auf der anderen Seite zumindest der oppositionelle Nationalrat und die Freie Syrische Armee sich in dieser Situation mit einer Waffenruhe einverstanden erklärt? Geht es nur um eine kurze Erholungspause für die gequälte Bevölkerung und die erschöpften Krieger, um den Kampf nach Ende des islamischen Opferfestes mit verstärkten Kräften wieder aufzunehmen?
Oder ist auf einer oder gar auf beiden Seiten inzwischen die Bereitschaft gewachsen zu einen unbegrenzten Waffenstillstandsvertrag und darüber hinaus zu Verhandlungen über eine politische Lösung des Konflikts?
Auch wenn über die Motive und Kalküle beider Seiten bislang nichts Verlässliches bekannt ist, sollten der UNO-Sicherheitsrat und Vermittler Brahimi jetzt sehr schnell handeln und die Chancen für eine bessere Entwicklung in Syrien zumindest austesten: Mit möglichst konkreten Vorschlägen für einen dauerhafte Waffenstillstandsregelung und die Stationierung einer robusten, ausreichend starken Blauhelmtruppe zu seiner Überwachung sowie zur Unterbindung weiterer Waffenlieferungen nach Syrien. Und mit Modalitäten zur Aushandlung einer politischen Lösung.
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Seit Frühjahr 2011 demonstrieren in Syrien tausende Menschen in Syrien für einen Machtwechsel. Präsident Baschar al-Assad lässt hart zurückschlagen – laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien sind seit Beginn des Aufstandes 32.000 Menschen getötet worden.
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Eine Karte mit der Übersicht über die befreiten Gebiete finden Sie hier.
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Leserkommentare
29.10.2012 17:18 | end.the.occupation
Welch ein Unsinn. ...