• 21.11.2011

Konflikt um Gentechpflanzen

Razzia wegen rabiater Feldzerstörung

Die Polizei verdächtigt den bekannten Politaktivisten Jörg Bergstedt, im Juli an der Genpflanzen-Zerstörung in Üplingen beteiligt gewesen zu sein. Der fühlt sich "geehrt".von Jost Maurin

  • 23.11.2011 07:36 Uhr

    von viccy:

    @ Jörg Bergstedt

    "Die Polizei macht die Kriminellen" sagten Sie im Zusammenhang mit dem Verbot von Cannabis in brutal verkürzender und zuspitzender Form. Augenroller im Publikum waren eine häufig anzusehende Folge. Sie wurden sodann über das Wesen der Gewaltenteilung in Kenntnis gesetzt, wonach die Polizei Gesetze nicht macht, sondern ausführt (Legislative/Exekutive). Das sollte als Grundidee (!) doch eigentlich auch von Ihnen geteilt werden.

    Wer weiß, vielleicht wollten Sie auch nur dem Polizeimenschen auf den Nerv gehen und provozieren, ich weiß es nicht. Und ich gebe zu, dass es mit dem Thema nichts zu tun hat - aber ein wenig mehr Distanz auch zu Ihrer Person täte der Zeitung hier schon gut.

  • 22.11.2011 17:11 Uhr

    von lalü:

    @Viccy

    "Feldzerstörungen werden von vielen Wissenschaftlern als Grund genannt, weshalb sie in Deutschland auf Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen verzichten."
    Sie wollten Namen wissen. Einige sind in dem taz-Artikel von 2008 genannt. Der Rückgang der Forschung läßt sich am Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ablesen:

    2007 wurden 81 Freisetzungen gemeldet mit rund 68 Hektar
    2008 waren es 39 mit 36 Hektar,
    2009 waren es 36 mit 30 Hektar,
    2010 waren es 25 mit 13 Hektar, und
    2011 blieben gerade mal 15 Freisetzungen mit 7 Hektar übrig.
    Ein traurig-toller und skandalöser Rekord für unser innovations- und forschungsfreudiges Land.
    Aber manche wird’s sicher freuen.

  • 22.11.2011 10:27 Uhr

    von dna:

    Wachbuch und Hehlerei: War wohl nicht so schlau von Bergstedt öffentlich zu berichten dass die "Beute" aus einem bewaffneten Raubüberfall in seinem Besitz ist.
    "Wiki: Das Wesen der Hehlerei besteht in der Aufrechterhaltung einer widerrechtlichen Besitzlage an der durch die Vortat erlangten Sache." - kann auch geschenkt sein. Wichtig: er wusste dass es Diebesgut ist...

  • 22.11.2011 06:33 Uhr

    von Gaius Faulus:

    @malsogesehen63: ich habe zwar keine Ahnung, was Herr Bergstedt so treibt, aber solange Sie sich für irgendjemanden "den Buckel krumm machen", haben Sie schon mal keine Zeit, sich in Internetforen herumzutreiben. Sollten Ihre Mutmassungen zutreffen, dann erwiese Herr B. der Allgemeinheit also durchaus einen wertvollen Dienst.
    Meiner Meinung nach sollte das Land Hessen Herrn Bergstedt übrigens als verbeamteten Berufstatverdächtigen einstellen. Das würde Zeit und Kosten bei den Ermittlungsarbeiten sparen, käme weit billiger als ABM und man könnte einfach weitermachen, wie bisher, was zusätzliche Einarbeitungs- und Verwaltungskosten sparen würde,

  • 21.11.2011 21:11 Uhr

    von Jost Maurin:

    @viccy:
    Hier sind Wissenschaftler zitiert, die auf Feldversuche wegen Feldzerstörungen verzichten:
    http://www.taz.de/!23687/

  • 21.11.2011 20:23 Uhr

    von Hober:

    Ich habe Herrn Bergstedt auch schon bei einem Gerichtsprozess erleben dürfen und kann nur bestätigen: Er ist sehr guter Redner, Beobachter und Analyst. Auch wenn seine Fähigkeiten zu wenig Erfolg führten (er war dort als Verteidiger für einen Feldzerstörer, der dann trotzdem veruteilt wurde, gegen Recht hilft nun mal keine Redekunst.

    Ich hoffe, dass die Ermittlungen der Polizei schnell zu einem Ergebnis führen und es dann diesmal für mehr als 6 Monate Haft für Herrn Bergstedt reicht.
    Ich freue mich schon auf Ihren Blog, Herr Bergstedt!

    @malsogesehen63
    Sehr schön auf den Punkt gebracht.

  • 21.11.2011 17:03 Uhr

    von viccy:

    "Feldzerstörungen werden von vielen Wissenschaftlern als Grund genannt, weshalb sie in Deutschland auf Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen verzichten."

    Ein paar Namen der "vielen" Wissenschaftler vielleicht? Sonst wirkt es doch sehr wie eine hinterhergeschobene Lobpreispassage.

  • 21.11.2011 15:17 Uhr

    von malsogesehen63:

    Gesamtgesellschaftlich analysiert unterscheidet sich der Lebensentwurf Bergstedts gar nicht so schrecklich von dem der Markliberalen. Die angenehmen Seiten des Lebens (hier Kohle, dort ein Leben ohne Erwerbsarbeit ) werden privatisiert, die unangenehmen sozialisiert. Ich gehe davon aus, dass Herr Bergstedt wie selbstverständlich medizinische, kulturelle und öffentliche Einrichtungen für sich in Anspruch nimmt und nehmen wird und für selbstverständlich hält, dass sich andere für ihn den Buckel krumm machen.

  • 21.11.2011 15:05 Uhr

    von Jörg Bergstedt:

    Solche Methoden sind ja süß. Also zur Klarstellung: Ich habe noch nie einen Vortrag oder Ähnliches über die Freigabe von Cannabis gehalten. Ich bin zwar in der Tat der Meinung, dass es unsinnig ist, Nikotin und Koffein freizugeben (nur weil es den Arbeitswillen steigern hilft) und auch den für krasse Probleme und viele Tote verantwortlichen Alkohol (bloß weil es die Ausbeutungsverhältnisse vergessen hilft) - und THC zu verbieten. Aber es ist in der Tat nicht mein Thema ... also eine Verwechselung oder gezielter Unsinn abseits vom Thema.

  • 21.11.2011 14:38 Uhr

    von blubb:

    Finde ich super dass es Leute gibt die sich gegen diesen Bioterrorismus zur Wehr setzen - Gentechnik gehört ins Labor, nicht auf die Felder!

  • 21.11.2011 14:00 Uhr

    von viccy:

    @ grooveman

    Es waren einige Anmerkungen gegenüber dem Polizeichef in Gießen, nachdem dieser aus Dresden übergewechselt war. Also kein Vortrag o.ä.

  • 21.11.2011 11:00 Uhr

    von groooveman:

    @viccy:

    Ich kann deine Einschätzung nicht bestätigen, Habe Jörg bei mehreren Gerichtsverfahren gesehen und finde ihn extrem intelligent und seriös.

    Zum Thema Cannabis habe ich noch nie etwas von ihm gehört (obwohl ich alles aufsauge was damit zu tun hat)... Naja weiß nicht wo er das getan haben soll..

  • 21.11.2011 09:29 Uhr

    von viccy:

    Hab den Bergstedt mal live reden hören über das Verbot von Cannabis. War ziemlich phrasendrescherhaft, intellektuell weder strukturiert noch durchdacht, ich war eher etwas peinlich berührt (Stichwort Fremdschämen), obwohl ich der Freigabe von C. offen gegenüberstehe.

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