Sollte jemand, der wie Yzer so leichtfüßig zwischen Lobbyismus und Politik wandelt, Senatorin werden? Nein.von Konrad Litschko
Henkel hat also eine Frau gefunden für die Neubesetzung der von ihm geschassten Wirtschaftssenatorin. Das ist gut für diesen männerbündischen Senat. Viel mehr Gutes liegt aber nicht in dieser Wahl.
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Dass Cornelia Yzer Chefin eines Großverbands war und Großverdienende ist, ist per se kein Malus. Dass sie damit aber schon die Dritte im neunköpfigen Senat ist, nach Justizsenator Heilmann und Finanzoberhaupt Nußbaum, das schon. Denn langsam stellt sich die Frage, ob diese Konstellation den Blick der Regierung für die bewahrt, die sie vertritt: die ganze Stadt, von unten bis oben. Noch fraglicher wird das, da die Wahl Yzers von einer CDU kommt, die sich bis heute gegen einen Mindestlohn sträubt. Auch den Senat kann nur bereichern, so breit wie möglich besetzt zu sein.
Noch mehr zu fragen ist aber, ob eine Frau, die – erst Staatssekretärin, dann oberste Pharma-Werberin, nun wieder Staatsdienerin – so leichtfüßig zwischen Politik und Lobbyismus wandelt, die einst vorübergehend gar Gehälter beider Seiten mitnahm, die ihre Interessen jahrelang in Hinterzimmern aushandelte, mit Blick auf die Renditeerfolge der ihr anempfohlenen Unternehmen, nicht auf den gesellschaftlichen Mehrwert, und die zudem vor einigen Jahren auch den hiesigen Senat auf Linie ihrer Lobby gedrängt haben soll – zu fragen ist, ob diese Frau prädestiniert ist für einen Senatorenposten. Wo kann sie, der der Ruf einer „Generalin“ anhaftet, wohl ihren Hang zum Gemeinwohl entdecken?
Vielleicht passt die Wahl Yzers zu diesem rot-schwarzen Senat. Zu einem transparenten Neuaufbruch der Berliner Wirtschaftspolitik passt sie nicht.
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