Krieg am Golf : Trumps Fantasiewelt
Der US-Präsident hat sich mit dem Krieg gegen Iran selbst in eine Falle lanciert. Teheran kann Trump daraus befreien, wenn er die Bedingungen annimmt.
U S-Präsident Donald Trump lebt nicht in der realen Welt, sondern in seinen eigenen Fantasien. Zu diesen Hirngespinsten gehört, dass er glaubt, den eigenen Irankrieg einfach ignorieren zu können. Auf dem Nato-Gipfel in Ankara ließ er verlauten, dass er mit den Machthabern in Teheran nichts mehr zu tun haben wolle. Sie seien „kranke Leute“, und es sei „Zeitverschwendung, sich mit ihnen zu beschäftigen“.
Blöd für Trump: Die Realität ist stärker als seine Fantasien, und es ist nun einmal eine Tatsache, dass der Iran strategisch gewonnen hat. Teheran kann die Straße von Hormus jederzeit sperren – und damit die weltweiten Ölpreise nach oben treiben. Die Konsequenzen wären unschön für Trump. Denn mit den Ölpreisen steigt auch die Inflation in den USA, was wiederum zu Stimmenverlusten der Republikaner bei den Kongresswahlen im November führen dürfte.
Trump muss den Irankrieg schnell beenden, wenn er nicht weitgehend machtlos im Weißen Haus sitzen will, weil er die Mehrheiten im Kongress verloren hat. Doch einen Frieden mit Teheran kann es nur geben, wenn sich Trump auf die iranischen Forderungen einlässt. Diese Liste ist bekanntlich lang. Die Iraner wollen die Straße von Hormus dauerhaft kontrollieren und dort Gebühren für passierende Schiffe erheben, sie fordern ein Ende aller Sanktionen, die Freigabe von beschlagnahmten Vermögenswerten und eine Waffenruhe im Südlibanon.
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Kurz: Die Iraner wollen zur dominanten Macht im Nahen Osten aufsteigen. Diese Forderungen hatte Trump sogar schon weitgehend akzeptiert – in einer „Absichtserklärung“ mit dem Iran, die er in Ankara nun wieder einkassiert hat. Offenbar ist ihm verspätet aufgefallen, dass dieses Dokument seine Niederlage für jeden sichtbar machte. Nun herrscht offiziell wieder Krieg, wieder fliegen Raketen.
Aber an Trumps Dilemma ändert sich nichts. Den Konflikt mit dem Iran hat er strategisch verloren. Und so bleibt nur noch die Frage, wie lange es dauert, bis auch Trump seine Fantasiewelt verlässt und erkennt, dass er in der Falle sitzt.
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