Der syrische Präsident Assad zeigt sich erstmals seit über einem Monat in der Öffentlichkeit. Die Kämpfe im Land gehen derweil weiter und die Oppostion fordert erneut einer Flugverbotszone.
Zu diesem hohen religiösen Fest scheinen die Auseinandersetzungen in Syrien vorübergehend abzuflauen, um so interessanter folgende Analyse der militär -politischen Situation. Zusammenfassend (und teilweise ergänzt) kann man notieren. Die Offensive “Vulkan in Damaskus und Erdbeben in Syrien” der AllahUSNato Invasionstruppen auf Damaskus/Aleppo hatte das Primärziel (nach libyschem Tripolis Vorbild) Damaskus im Handstreich zu nehmen. Dieses ist trotz teilweisem Verrat in auf der syrischen Regierungsseite (auch hier Analogien zu Tripolis) als klarer Misserfolg festzuhalten. Daraufhin bestand das Sekundärziel darin in Alleppo (und dem angrenzenden Gebiet zur Türkei) eine befestigte Zone zu bilden und eine "Regierung" auf syrischem Territorium zu installieren. Die wäre natürlich (vom Westen das übliche Spiel) postwendend als einzig„Legitime“ anerkannt worden. Damit wäre es möglich gewesen eine "Flugverbotszone" an den entsprechenden UNO Gremien vorbei zu installieren und quasi als militärischer Hilferuf (eines Staates) die direkte militärische Invasion (ohne Gesichtsverlust) zu initiieren. All diesen Bestrebungen hat die syrische Armee eine unmissverständliche Antwort erteilt. Den Sicherheitskräften gelang es zudem diverse Agenten unschädlich zu machen (teilweise traten diese auch als "Überläufer" die Flucht nach vorn an . Aus diesem Kräftemessen ist die syrische Regierungsseite zweifellos gestärkt hervorgegangen. Die Operationszentralen der FSA mussten zurück in die Türkei verlagert werden, die "Rebellen" haben große Bestände ihrer "Elitekämpfer", sowie Nachschub, Bewaffnung und modernste Kommunikationstechnik verloren (elementar für die Spionage- Informationen von BND, MI6 usw.) verloren - und das (vielleicht) wichtigste die Mörderbanden konnten nicht die (denkende) syrische Bevölkerung (ua. von Aleppo) gewinnen ganz im Gegenteil. dazu wie gewohnt einige Zitate: Die zweite Option der Terroristen durch ihre Offensive zum “Regime Change” in Syrien zu kommen, besteht in der Eroberung und Befestigung von syrischem Gebiet, was eine Außengrenze Syriens hat, durch die die Unterstützer der Terroristen sie mit beliebigen Mengen an Waffen aller Art und beliebig vielen irregulären Kämpfern und Söldnern versorgen können. In so einem befestigten Gebiet aus könnten die NATO- und GCC-Staaten eine irreguläre Armee aufstellen, die sie soweit stärken, dass die irreguläre Armee dann für sie Krieg gegen Damaskus führen kann, um so, wie US-Außenministerin Hillary Clinton es ausdrückte, nach dem libyschen Modell “Bengasi” zu einem Regime Change in Damaskus zu kommen, oder, was von den Angreifern jedoch nicht direkt ausgesprochen wurde, Syrien durch Krieg und die Spaltung des Landes wenigstens so zu schwächen, dass Syrien außenpolitisch in absehbarer Zukunft keine signifikante und positive Rolle in der vom Iran geführten “Achse des Widerstandes” mehr spielen kann. ... Theoretisch in Frage kommen für diese Option die an die Türkei grenzenden Regionen um Idlib und Aleppo, die an den von March 14 kontrollierten nördlichen Libanon grenzende Region Homs, die an Jordanien grenzende Region Daraa, die an den sunnitischen Teil des Irak angrenzende Region Deir Al-Zour und die an den kurdischen Teil des Irak sowie die Türkei angrenzenden kurdisch dominierten Gebiete Syriens mit dem Zentrum Qamishli. Mit der Offensive “Vulkan in Damaskus und Erdbeben in Syrien” hat die US-geführte “Achse des Terrors” in all diesen syrischen Regionen – also mit Ausnahme der Küste praktisch in ganz Syrien – versucht, mit massenhaftem Mord und Terror gegen den syrischen Staat und die regierungstreue Bevölkerung Syriens Territorium zu erobern. In der südöstlichen Provinz Deir Al-Zour waren die Bemühungen der Achse des Terrors, Chaos, Mord und Zerstörung zu organisieren, zwar in der Stadt Deir Al-Zour nicht sonderlich erfolgreich, aber in den kleineren Ortschaften von der iranischen Grenze den Euphrat hinauf haben sich zahlreiche wahhabitische Terror- und Mörderbanden herausgebildet, denen es – mit anscheinend vornehmlich saudischer Waffen- und Propagandahilfe – gelungen ist, einer Vielzahl von staatstreuen Menschen die Kehle durchzuschneiden und auch sonst zahlreiche Morde zu begehen. Die syrische Armee sichert zwar die großen Städte der Region, und verfolgt auch die Terror- und Mörderbanden in den Dörfern, wo immer sie sich offen zu erkennen geben, aber da ist noch viel zu tun, bevor die wahhabitischen Mörderbanden dort wirklich unter Kontrolle sind. Strategisch gesehen deutlich gefährlicher sind die Bemühungen der Achse des Terrors, in der Provinz Daraa im Südwesten von Syrien durch irreguläre Kriegsführung an Jordanien angrenzende Gebiete zu erobern. Zwar hat das jordanische Königshaus eigentlich kein Interesse daran, Syrien in Chaos zu stürzen, einerseits weil Jordanien Wasser aus Syrien braucht und andererseits weil, wenn der Regime Change in Syrien die Muslimbruderschaft an die Macht bringt, ….doch steht die jordanische Monarchie innenpolitisch unter dem Druck der jordanischen Muslimbruderschaft und außenpolitisch unter dem Druck praktisch aller Verbündeter, von Saudi Arabien bis zu den USA und Israel, möglichst weitgehend bei der irregulären Kriegsführung gegen Syrien mitzuhelfen. Intensive Bemühungen werden seit Beginn des Plots gegen Syrien vor über einem Jahr von den saudisch geführten wahhabitischen Kräften der libanesischen March 14 Allianz unternommen, vom Nordlibanon aus die syrische Provinz Homs zu destabilisieren und diese Bemühungen haben auch in den letzten Wochen nicht nachgelassen. Seit vielen Monaten versuchen teilweise schwer bewaffnete Grenzverletzer nahezu täglich durch die Gegenden der Burgstadt Qseir und der “traditionelle” Schmugglerstadt Talkalakh Waffen und Kämpfer in die Provinz Homs einzuschleusen. Weiterhin halten auf diese Weise mit Waffen und Munition versorgte Terroristen seit vielen Monaten einige Bezirke der Stadt Homs sowie ein von den Ortschaften Talbiseh, Rastan und Houla aufgspanntes Dreieck des Terrors besetzt. Die von der mit der syrischen Regieurng befreundeten Hisbollah mitgestellte libanesische Regierung ist zwar durchaus willig, dagegen vorzugehen, um in den von den Milizen der March 14 Koalition beherrschten libanesischen Gebiete durchzugreifen, ohne damit ein erneutes Entfesseln des 1990 nach 15 Jahren blutiger Kriegsführung beigelegten Bürgerkrieges zu verursachen. Die syrische Armee hat deshalb in den letzten Wochen ihre Aktivitäten zur Verfolgung von Terroristen in und um Qseir und Talkalakh deutlich verstärkt, dort zahlreiche Unterschlüpfe von Terroristen gestürmt und in der Gegend auch sehr scharfe Grenztruppen stationiert, die nahezu täglich Auseinandersetzungen mit schwer bewaffneten Schmugglern haben und den Infiltratoren regelmäßig – so auch zum heutigen Beginn des Ramadanfestes – “schwere Verluste” zufügen. Außerdem ist die syrische Armee nach dem Beginn der Ramadan-Offensive der Terroristen vor vier Wochen, was einer offiziellen Aufkündigung des im Annan-Plan festgelegten Waffenstillstandes durch die Terroristen gleichkam, in der Stadt Homs zur Gegenoffensive übergegangen und hat dabei in Homs wesentliche Innenstadtgebiete von Terroristen befreit, mehrere geheime Versorgungstunnel der Terroristen in Homs gesichert und zumindest mehrere Hundert, vermutlich sogar deutlich mehr als Tausend, bewaffnete Terroristen getötet oder verhaftet. Insgesamt sieht es in der Stadt und der Provinz Homs nun so aus, dass die von Terroristen kontrollierten Gebiete in den letzten Wochen deutlich geschrumpft sind, der Waffennachschub der Terroristen ins Stocken gekommen ist, die Terrorgruppen durch ständige schwere Verluste deutlich geschwächt wurden und die Achse des Terrors da absehbar nicht zu einem befestigten Gebiet mit Grenzzugang kommen wird, durch das sie die enorm wichtige Hauptverkehrsstraße Damaskus-Aleppo abschneiden kann oder von dem aus sie Krieg gegen Damaskus führen kann. ….Damit hängt für die Terroristen und ihre Unterstützer zur Realisierung des Kriegsplanes nach dem Muster Bengasi alles am Verlauf der Ereignisse in den an die Türkei grenzenden nordwestlichen Provinzen Idlib und Aleppo. Die türkische Regierung unterstützt die Terroristen bei dem Versuch der Eroberung dieser Gebiete jenseits der militärischen Invasion mit offiziellen türkischen Truppen auf praktisch jede erdenkliche Art und Weise. In der Provinz Idlib sieht es dabei so aus, dass sich die Stadt Idlib fest in der Hand der syrischen Regierung befindet, während es auf dem Land in der Provinz Idlib zahlreiche festungsartig befestigte kleine Ortschaften gibt, die de facto von Terroristen beherrscht werden. Seit dem Beginn der Terroristen-Offensive vor rund vier Wochen ist es der syrischen Armee in der Provinz Idlib in schweren Kämpfen gelungen, einige seit vielen Monaten von Terroristen beherrschte Ortschaften in der Provinz Idlib vom Terror zu befreien, und außerdem hat die syrische Armee in den letzten vier Wochen durch Verhaftungen von Terroristen in Salkin demonstriert, dass sie in der Provinz Idlib auch in unmittelbarer Nähe zur Grenze mit der Türkei in der Lage ist, mit Bodenkräften effektiv gegen Terroristen vorzugehen. Aus diesem Grund konzentriert sich die Aufmerksamkeit zurecht auf die Provinz Aleppo und da insbesondere auf die Millionenstadt Aleppo selbst. Im Zuge des Waffenstillstandes nach dem Annan-Plan hatte die syrische Regierung sich verpflichtet, keine schweren Waffen innerhalb von Ortschaften in Stellung zu bringen. Da in der Stadt Aleppo in den vergangenen Monaten praktisch keine Terroristenaktivität zu verzeichnen war, gab es für schwere Waffen in der Stadt auch keinen Grund. Tausenden von der Türkei unterstützten schwer bewaffneten Terroristen war es in den Tagen vor Ramadan jedoch gelungen, die Stadt Aleppo über Schleichwege durch die Provinz Idlib und dann die Stadt Aleppo nördlich umrundend von Osten her zu infiltrieren. Gleichzeitig mit dem Beginn der Terroristen-Offensive “Vulkan in Damaskus und Erdbeben in Syrien” haben die Terroristen in Aleppo Polizeistationen und andere sicherheitsrelevante öffentliche Gebäude angegriffen, die Polizisten und Staatsbediensteten, derer sie habhaft werden konnten, ermordet, Sniper und schwere Maschinengewehre zur Absicherung der eroberten Gebiete postiert, die syrische Grenzstation 50 km nördlich von Aleppo von der Türkei aus überrannt und mit Ausnahme sehr weniger großer und stark befestigter Militärstützpunkte alle Einrichtungen des syrischen Staates im Gebiet nördlich und östlich von Aleppo gestürmt und auch da die Staatsbediensteten, derer sie habhaft werden konnten, ermordet. Im Ergebnis hatten die Terroristen damit kurz nach Beginn ihrer Offensive einen guten Teil von Aleppo im Osten (Hanano, Sakhour, Shaar), im Süden (Sukkari), im nördlichen Zentrum (Bab Al Nasr, Bab Al Hadid) und im westlichen Zentrum (Salaheddin, Saif Al-Dawleh) sowie vom östlichen Stadtausgang Aleppos ausgehend auch eine etwa 100 km lange Nachschubroute für Waffen, Munition und Kämpfer nach Norden direkt in die Türkei (Azaz – Tal Rifaat – Anadan – Al Bab – Aleppo) weitgehend zusammenhängend unter ihre Kontrolle gebracht. Was die Terroristen, die Aleppo von auswärts invadiert hatten, in Aleppo nicht hatten und nicht haben, war eine nennenswerte Unterstützung durch größere Teile der Bevölkerung. Viele Einwohner sind bei gehäuftem Auftauchen der sich als “Revolutionäre” vermarktenden schwer bewaffneten Terrorbanden in die von der Regierung kontrollierten Gebiete Aleppos geflüchtet. Die Militäroperation bestand zuerst darin, die von der Regierung gehaltenen Stadtteile mit massivem Personaleinsatz und schweren Waffen zu sichern. Des Weiteren hat insbesondere die syrische Luftwaffe die von der Türkei kommenden Nachschubrouten der Terroristen attackiert und die als Waffenlager oder Operationsbasen von Terroristen erkannten Gebäude nördlich von Aleppo zerstört. Von Westen kommend ist die Armee dann mit schweren Waffen und massivem Personaleinsatz in den von Terroristen besonders befallenen Stadtteil Salaheddin eingerückt. Kampfhubschrauber dienten der syrischen Armee als springende Reserve dazu, überraschende Attacken von größeren Konzentrationen von Terroristen abzuwehren. Als Operationsbasen von Terroristen erkannte Gebäude und Plätze sowie von Terroristen geführte Pickups mit aufmontierten schweren Waffen wurden des Weiteren im gesamten Stadtgebiet von Aleppo von der Luftwaffe mit Bomben und Raketen attackiert. Hierdurch haben die Terroristen schwere Verluste an Menschenleben erlitten, viele Waffen – und dabei vor Allem nahezu alle schweren Waffen wie auf Fahrzeuge montierte Flugabwehrkanonen – verloren und viel aufgrund der attackierten Nachschubwege knappe Munition eingebüßt. Des Weiteren hat die syrische Armee in den westlichen Gebieten, die die Terroristen unter ihrer Kontrolle hatten, größere Straßen und Plätze mit schwer bewaffneten Armeeeinheiten besetzt und so den Terroristen die Versorgung mit Nachschub weiter erschwert und ihre Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. ... Größere Eroberungen sind den Terroristen in Aleppo seit Wochen nicht mehr gelungen. Mehrere Male sind die Terroristen gegen das nördlich ihrer “Hochburgen” Salaheddin und Saif Al-Dawlah gelegene Radio- und Fernsehzentrum vergeblich angerannt, und jedes Mal ist nichts dabei rausgekommen, außer “schwere Verluste” für die angreifenden Terroristen, die über die Freiflächen um das Fernsehzentrum herum nicht herüberkommen. Auch daran, andere wichtige Einrichtungen mit großen Freiflächen – z.B. den Flughafen – erobern zu können, ist für die Terroristen überhaupt nicht zu denken. ... Auch die Idee der Terroristen und ihrer Unterstützer, dass die syrischen Soldaten keine Lust haben, der Regierung zu dienen, deshalb bestenfalls halbherzig kämpfen und massenhaft desertieren, erweist sich als Illusion. Die syrischen Soldaten scheinen im Gegenteil, nachdem sie monatelang trotz Waffenstillstandes von Terroristen attackiert wurden und sich eben wegen des Waffenstillstandes nur sehr begrenzt wehren durften, hochmotiviert zu sein, den Terrorgruppen ein Ende zu bereiten. Ohne eine massive Militäroperation mit offiziellen Soldaten, Raketen und Kampfbombern der NATO haben die Terroristen tatsächlich, wie der syrische Außenminister Walid al-Moallem es richtig erklärt hat, keine Chance. Danach, dass es die NATO-Operation, die die Terroristen retten könnte, geben wird, sieht es jedoch nicht aus. Der militärisch optimale Zeitpunkt dafür ist längst verpasst. Die von den NATO- und GCC-Staaten unterstützten Terroristen werden von Tag zu Tag an allen Fronten schwächer. Es ist nicht leicht zu verstehen, warum die ausländischen Unterstützer “ihren” Terroristen in Syrien nicht dringend und nachdrücklich raten, ihren aussichtslosen bewaffneten Kampf umgehend einzustellen, so weitere “schwere Verluste” bis hin zur völligen Vernichtung zu vermeiden, und den Rest an populärem Potenzial, den die politischen Führer der Terroristen noch haben, für den Aufbau einer politischen Front zu nutzen. So wie es aussieht, hassen die Unterstützer ihre Terroristen, oder haben Angst vor der Rache “ihrer Terroristen”, wenn die merken, wie und vor Allem wozu sie von den kleinen und großen Hintermännern des Plots gegen Syrien benutzt, missbraucht und betrogen wurden, so dass sie es vorziehen, “ihre Terroristen” in Syrien massenhaft in einen sinnlosen Tod zu schicken. Es wäre schön, wenn möglichst viele der Terroristen anlässlich des gegenwärtigen Abflauens der Auseinandersetzungen, das durch eine Verringerung der Armeeoperationen zum Ramadanfest bedingt ist, von sich aus bemerken, dass Frieden und eine politische Lösung besser ist als Krieg, ein aussichtsloser zumal, ihren sinnlosen Kampf einstellen, die Amnestie für freiwillig aufgebende Kämpfer in Anspruch nehmen, und so ihren eigenen Tod und Tod und Leid vieler ihrer Mitmenschen vermeiden. Unrealistisch? Natürlich. Die Dummheit und Halsstarrigkeit vieler Menschen ist leider schier grenzenlos. Aber träumen von einer besseren und friedlicheren Welt wird man sicher noch mal dürfen, zum Ramadanfest zumal. Zitat Ende die gesamten Ausführungen unter http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2012/08/19/abflauen-der-auseinandersetzungen-zum-ramadanfest-update-zu-syrien-am-sonntag-den-19-august-2012/#more-5362 ein Angebot für Menschen die sich ihre eigene Meinung bilden wollen – die Position der „anderen Seite“ ist in den „freien Medien“ glaube ich hinreichend dokumentiert ;-) …
20.08.2012 13:57 Uhr
von Ant-iPod:
Ich finde es wird immer absurder.. jeden Tag grausame Gewalt in Syrien, es sterben bis zu 200 Menschen, oftmals auch Kinder, Häuser und Eigentum wird im großen Maßstab zerstört... Und was machen wir?
Die UNO schickt einen machtlosen Philosophen, der die Grundlage für sein zu erwartendes scheitern gleich am ersten Tag darlegt: Die Uneinigkeit des UN-Sicherheitsrat.
Ein Ex-Außenminister denkt über eine Flugverbotszone nach, ohne dass die Konsequenzen und die Verantwortlichkeiten für die Umsetzung besprochen werden... das Thema ist zu ernst für Illusionen im luftleeren Raum.
Deutsche Nachrichtensprecher erklären ein Flottendienstboot mit Aufklärungstechnik kurzerhand zum Spionagewerkzeug um und die Weitergabe von Informationen an NATO-Partner ist dann auch ganz schnell die "direkte Unterstützung" der syrischen Opposition??? Abgesehen davon, dass Stunde und teilweise Tage vergehen, bis die Nachricht überhaupt ihre Destinationen erreicht, haben solch alte Nachrichten nunmal ihrer Natur nach eher dokumentierenden Aufklärungswert und sind als taktische Hilfestellung für die FSA folglich unbrauchbar. Die FSA ist zudem offenbar hinreichend selbst mit Aufklärungsmöglichkeiten ausgestattet - wie man an den andauernden Gefechten in und um Aleppo erkennen kann...
Aber daraus wird dann schnell eine deutsche "Kriegsbeteiligung" herbeiphantasiert.... ????
Der Despot selbst geht noch beten... so ganz auf PR will er offenbar nicht verzichten... aber die gezeigten Aufnahmen sind für seine Anhänger sicher alles andere als ermutigend. Zudem fehlt ihm nach wie vor jede politische Antwort auf die Situation in Syrien - dabei war doch nun mehr als lang genug Zeit zum nachdenken, oder?
In Damaskus haben sich gestern diverse Brigaden der FSA zu internationalem Recht bekannt und die Verhinderung von Racheakten, sowie die Sicherung der öffentlichen Ordnung als ihre gemeinschaftlichen Ziele definiert... einerseits ein positives Zeichen... andererseits nicht wirklich ein Verhandlungsangebot... der Kampf geht weiter. (Quelle: Syrische Revolutionsseite bei Facebook --> YouTube Video)
Und unser Außenminister setzt noch einen obendrauf, indem er sagt, dass einierseits Deutschland sich die Demokratie erkämpft habe - dabei haben zwei erschöpfende Weltkriege und die daraus resultierenden Bedingungen uns dies eingeprügelt... - und man deswegen andererseits auf der Seite der Freiheit stünde.... weswegen man seit 16 Monaten seelenruhig dabei zusieht, wie die Gewalt in Syrien mehr und mehr eskaliert und mehr und mehr radikale Gruppen Zulauf gewinnen und andere Feinde der Freiheit (Djihadisten) nach Syrien strömen, um dort für ein Kalifat zu kämpfen.... so ein Heuchler....
Wie gesagt... es wird immer absurder...
20.08.2012 11:47 Uhr
von emil:
@joss
es gibt keinen kausalzusammenhang zwischen den andauernden kämpfen und assads auftritt, insofern ist die überschrift auch nicht deplatziert sondern erklärt dir zwei dinge auf einmal.
20.08.2012 07:41 Uhr
von Bernd Goldammer:
Deutschland ist Kriegspartei obwohl es Syrien nie Krieg erklärt hat.Dazu kein Wort in der TAZ! Nur Fischers blutdrünstige Laberei! Wer als Vertretet einer Friedenspartei in den Bundestag gewählt wurde und sobald er an der Macht ist Kriege führt, bleibt für mich lebenslänglich unglaubwürdig.
20.08.2012 01:14 Uhr
von joss:
"Assad zeigt sich, die Kämpfe hören auf" DAS wäre doch mal eine Überschrift!
Was soll Eure dämliche Übertitelung? Ist Assad ein Teufel oder gar ein Gott, der allein durch sein Erscheinen u.a. dschihadistische "Afghanistaner" zu Pazifisten und Demokraten macht?
20.08.2012 00:55 Uhr
von jupp:
Wie unterscheiden sich Aktivisten von Oppositionellen, Rebellen, Freiheitskämpfern, Terroristen? Existiert nach Informationen der TAZ eine Opposition, die auf eine "friedliche", also nicht gewaltsame Lösung setzt, sich auf die "gescheiterte Annan Mission" hätte einlassen wollen?
Geben die fundamentalistischen Könige und Scheichs und der Friedensnobelpreisträger im Weißen Haus dem neuen Vermittler eine Chance?
Ist der Direktor der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdul Rahman derselbe, der in London residiert und regelmäßig seine Wahrheiten verkündet? Zitat TAZ: "Die syrische Opposition" (wer ist das??? ) "bekräftigte derweil ihre Forderung nach einer internationalen Einrichtung einer Flugverbotszone. Auf diese Weise würde Luftangriffe syrischer Regierungstruppen auf Rebellen verhindert (!!!) und ein Schutzraum für Zivilisten geschaffen, erklärte der in Schweden ansässige Präsident des Syrischen Nationalrats, Abdelbaset Sieda, am Sonntag." Fordert der auch für die "freie syrische Armee" FSA? Oder ist das wieder eine andere Organisation? Erkennt sie (die bewaffnete Opposition) endlich, dass z.B. die 2,5 Millionen Einwohner Aleppos nicht von ihr befreit werden wollen? Ignorieren die Forderer und Förderer (Clinton, Erdogan) einer Flugverbotszone die zivilen Kollateralschäden der Nato-Luftangriffe in Libyen? Mir scheint, es kommt ihnen auf ein paar tausend tote Syrer, hunderttausend ausgebomte Flüchtlinge mehr oder weniger nicht an. (Oder ist es nicht sogar Ziel der whahabitischen Terroristenherrscher vom Golf möglichst viele der ungläubigen Syrer umzubringen?) Aber was treibt den Friedens-Obama dazu an? Seinem möglichen Nachfolger, dem Mormonenmissionar Romney, traue ich sogar dieses Motiv zu!
20.08.2012 00:25 Uhr
von trianon:
Tja, Herr Fischer. Damals waren Sie ja auch für die Bombardierung Serbiens, da weiß man bei Ihnen ja, woran man ist. Grün ist eben nicht erst seit gestern das Allerletzte ...
Übrigens kommt jetzt - so 13 Jahre im Rückblick - langsam auf, welche Tricks und Schweinereien Leute wie Fischer damals angewandt haben, nur um einen Krieg im Kosovo vom Zaun brechen zu können.
Leserkommentare
21.08.2012 00:54 Uhr
von toddi:
Zu diesem hohen religiösen Fest scheinen die Auseinandersetzungen in Syrien vorübergehend abzuflauen, um so interessanter folgende Analyse der militär -politischen Situation. Zusammenfassend (und teilweise ergänzt) kann man notieren. Die Offensive “Vulkan in Damaskus und Erdbeben in Syrien” der AllahUSNato Invasionstruppen auf Damaskus/Aleppo hatte das Primärziel (nach libyschem Tripolis Vorbild) Damaskus im Handstreich zu nehmen. Dieses ist trotz teilweisem Verrat in auf der syrischen Regierungsseite (auch hier Analogien zu Tripolis) als klarer Misserfolg festzuhalten. Daraufhin bestand das Sekundärziel darin in Alleppo (und dem angrenzenden Gebiet zur Türkei) eine befestigte Zone zu bilden und eine "Regierung" auf syrischem Territorium zu installieren. Die wäre natürlich (vom Westen das übliche Spiel) postwendend als einzig„Legitime“ anerkannt worden. Damit wäre es möglich gewesen eine "Flugverbotszone" an den entsprechenden UNO Gremien vorbei zu installieren und quasi als militärischer Hilferuf (eines Staates) die direkte militärische Invasion (ohne Gesichtsverlust) zu initiieren. All diesen Bestrebungen hat die syrische Armee eine unmissverständliche Antwort erteilt. Den Sicherheitskräften gelang es zudem diverse Agenten unschädlich zu machen (teilweise traten diese auch als "Überläufer" die Flucht nach vorn an . Aus diesem Kräftemessen ist die syrische Regierungsseite zweifellos gestärkt hervorgegangen. Die Operationszentralen der FSA mussten zurück in die Türkei verlagert werden, die "Rebellen" haben große Bestände ihrer "Elitekämpfer", sowie Nachschub, Bewaffnung und modernste Kommunikationstechnik verloren (elementar für die Spionage- Informationen von BND, MI6 usw.) verloren - und das (vielleicht) wichtigste die Mörderbanden konnten nicht die (denkende) syrische Bevölkerung (ua. von Aleppo) gewinnen ganz im Gegenteil.
dazu wie gewohnt einige Zitate:
Die zweite Option der Terroristen durch ihre Offensive zum “Regime Change” in Syrien zu kommen, besteht in der Eroberung und Befestigung von syrischem Gebiet, was eine Außengrenze Syriens hat, durch die die Unterstützer der Terroristen sie mit beliebigen Mengen an Waffen aller Art und beliebig vielen irregulären Kämpfern und Söldnern versorgen können. In so einem befestigten Gebiet aus könnten die NATO- und GCC-Staaten eine irreguläre Armee aufstellen, die sie soweit stärken, dass die irreguläre Armee dann für sie Krieg gegen Damaskus führen kann, um so, wie US-Außenministerin Hillary Clinton es ausdrückte, nach dem libyschen Modell “Bengasi” zu einem Regime Change in Damaskus zu kommen, oder, was von den Angreifern jedoch nicht direkt ausgesprochen wurde, Syrien durch Krieg und die Spaltung des Landes wenigstens so zu schwächen, dass Syrien außenpolitisch in absehbarer Zukunft keine signifikante und positive Rolle in der vom Iran geführten “Achse des Widerstandes” mehr spielen kann. ...
Theoretisch in Frage kommen für diese Option die an die Türkei grenzenden Regionen um Idlib und Aleppo, die an den von March 14 kontrollierten nördlichen Libanon grenzende Region Homs, die an Jordanien grenzende Region Daraa, die an den sunnitischen Teil des Irak angrenzende Region Deir Al-Zour und die an den kurdischen Teil des Irak sowie die Türkei angrenzenden kurdisch dominierten Gebiete Syriens mit dem Zentrum Qamishli. Mit der Offensive “Vulkan in Damaskus und Erdbeben in Syrien” hat die US-geführte “Achse des Terrors” in all diesen syrischen Regionen – also mit Ausnahme der Küste praktisch in ganz Syrien – versucht, mit massenhaftem Mord und Terror gegen den syrischen Staat und die regierungstreue Bevölkerung Syriens Territorium zu erobern.
In der südöstlichen Provinz Deir Al-Zour waren die Bemühungen der Achse des Terrors, Chaos, Mord und Zerstörung zu organisieren, zwar in der Stadt Deir Al-Zour nicht sonderlich erfolgreich, aber in den kleineren Ortschaften von der iranischen Grenze den Euphrat hinauf haben sich zahlreiche wahhabitische Terror- und Mörderbanden herausgebildet, denen es – mit anscheinend vornehmlich saudischer Waffen- und Propagandahilfe – gelungen ist, einer Vielzahl von staatstreuen Menschen die Kehle durchzuschneiden und auch sonst zahlreiche Morde zu begehen. Die syrische Armee sichert zwar die großen Städte der Region, und verfolgt auch die Terror- und Mörderbanden in den Dörfern, wo immer sie sich offen zu erkennen geben, aber da ist noch viel zu tun, bevor die wahhabitischen Mörderbanden dort wirklich unter Kontrolle sind.
Strategisch gesehen deutlich gefährlicher sind die Bemühungen der Achse des Terrors, in der Provinz Daraa im Südwesten von Syrien durch irreguläre Kriegsführung an Jordanien angrenzende Gebiete zu erobern. Zwar hat das jordanische Königshaus eigentlich kein Interesse daran, Syrien in Chaos zu stürzen, einerseits weil Jordanien Wasser aus Syrien braucht und andererseits weil, wenn der Regime Change in Syrien die Muslimbruderschaft an die Macht bringt, ….doch steht die jordanische Monarchie innenpolitisch unter dem Druck der jordanischen Muslimbruderschaft und außenpolitisch unter dem Druck praktisch aller Verbündeter, von Saudi Arabien bis zu den USA und Israel, möglichst weitgehend bei der irregulären Kriegsführung gegen Syrien mitzuhelfen.
Intensive Bemühungen werden seit Beginn des Plots gegen Syrien vor über einem Jahr von den saudisch geführten wahhabitischen Kräften der libanesischen March 14 Allianz unternommen, vom Nordlibanon aus die syrische Provinz Homs zu destabilisieren und diese Bemühungen haben auch in den letzten Wochen nicht nachgelassen. Seit vielen Monaten versuchen teilweise schwer bewaffnete Grenzverletzer nahezu täglich durch die Gegenden der Burgstadt Qseir und der “traditionelle” Schmugglerstadt Talkalakh Waffen und Kämpfer in die Provinz Homs einzuschleusen. Weiterhin halten auf diese Weise mit Waffen und Munition versorgte Terroristen seit vielen Monaten einige Bezirke der Stadt Homs sowie ein von den Ortschaften Talbiseh, Rastan und Houla aufgspanntes Dreieck des Terrors besetzt.
Die von der mit der syrischen Regieurng befreundeten Hisbollah mitgestellte libanesische Regierung ist zwar durchaus willig, dagegen vorzugehen, um in den von den Milizen der March 14 Koalition beherrschten libanesischen Gebiete durchzugreifen, ohne damit ein erneutes Entfesseln des 1990 nach 15 Jahren blutiger Kriegsführung beigelegten Bürgerkrieges zu verursachen. Die syrische Armee hat deshalb in den letzten Wochen ihre Aktivitäten zur Verfolgung von Terroristen in und um Qseir und Talkalakh deutlich verstärkt, dort zahlreiche Unterschlüpfe von Terroristen gestürmt und in der Gegend auch sehr scharfe Grenztruppen stationiert, die nahezu täglich Auseinandersetzungen mit schwer bewaffneten Schmugglern haben und den Infiltratoren regelmäßig – so auch zum heutigen Beginn des Ramadanfestes – “schwere Verluste” zufügen.
Außerdem ist die syrische Armee nach dem Beginn der Ramadan-Offensive der Terroristen vor vier Wochen, was einer offiziellen Aufkündigung des im Annan-Plan festgelegten Waffenstillstandes durch die Terroristen gleichkam, in der Stadt Homs zur Gegenoffensive übergegangen und hat dabei in Homs wesentliche Innenstadtgebiete von Terroristen befreit, mehrere geheime Versorgungstunnel der Terroristen in Homs gesichert und zumindest mehrere Hundert, vermutlich sogar deutlich mehr als Tausend, bewaffnete Terroristen getötet oder verhaftet. Insgesamt sieht es in der Stadt und der Provinz Homs nun so aus, dass die von Terroristen kontrollierten Gebiete in den letzten Wochen deutlich geschrumpft sind, der Waffennachschub der Terroristen ins Stocken gekommen ist, die Terrorgruppen durch ständige schwere Verluste deutlich geschwächt wurden und die Achse des Terrors da absehbar nicht zu einem befestigten Gebiet mit Grenzzugang kommen wird, durch das sie die enorm wichtige Hauptverkehrsstraße Damaskus-Aleppo abschneiden kann oder von dem aus sie Krieg gegen Damaskus führen kann. ….Damit hängt für die Terroristen und ihre Unterstützer zur Realisierung des Kriegsplanes nach dem Muster Bengasi alles am Verlauf der Ereignisse in den an die Türkei grenzenden nordwestlichen Provinzen Idlib und Aleppo. Die türkische Regierung unterstützt die Terroristen bei dem Versuch der Eroberung dieser Gebiete jenseits der militärischen Invasion mit offiziellen türkischen Truppen auf praktisch jede erdenkliche Art und Weise.
In der Provinz Idlib sieht es dabei so aus, dass sich die Stadt Idlib fest in der Hand der syrischen Regierung befindet, während es auf dem Land in der Provinz Idlib zahlreiche festungsartig befestigte kleine Ortschaften gibt, die de facto von Terroristen beherrscht werden. Seit dem Beginn der Terroristen-Offensive vor rund vier Wochen ist es der syrischen Armee in der Provinz Idlib in schweren Kämpfen gelungen, einige seit vielen Monaten von Terroristen beherrschte Ortschaften in der Provinz Idlib vom Terror zu befreien, und außerdem hat die syrische Armee in den letzten vier Wochen durch Verhaftungen von Terroristen in Salkin demonstriert, dass sie in der Provinz Idlib auch in unmittelbarer Nähe zur Grenze mit der Türkei in der Lage ist, mit Bodenkräften effektiv gegen Terroristen vorzugehen.
Aus diesem Grund konzentriert sich die Aufmerksamkeit zurecht auf die Provinz Aleppo und da insbesondere auf die Millionenstadt Aleppo selbst. Im Zuge des Waffenstillstandes nach dem Annan-Plan hatte die syrische Regierung sich verpflichtet, keine schweren Waffen innerhalb von Ortschaften in Stellung zu bringen. Da in der Stadt Aleppo in den vergangenen Monaten praktisch keine Terroristenaktivität zu verzeichnen war, gab es für schwere Waffen in der Stadt auch keinen Grund. Tausenden von der Türkei unterstützten schwer bewaffneten Terroristen war es in den Tagen vor Ramadan jedoch gelungen, die Stadt Aleppo über Schleichwege durch die Provinz Idlib und dann die Stadt Aleppo nördlich umrundend von Osten her zu infiltrieren.
Gleichzeitig mit dem Beginn der Terroristen-Offensive “Vulkan in Damaskus und Erdbeben in Syrien” haben die Terroristen in Aleppo Polizeistationen und andere sicherheitsrelevante öffentliche Gebäude angegriffen, die Polizisten und Staatsbediensteten, derer sie habhaft werden konnten, ermordet, Sniper und schwere Maschinengewehre zur Absicherung der eroberten Gebiete postiert, die syrische Grenzstation 50 km nördlich von Aleppo von der Türkei aus überrannt und mit Ausnahme sehr weniger großer und stark befestigter Militärstützpunkte alle Einrichtungen des syrischen Staates im Gebiet nördlich und östlich von Aleppo gestürmt und auch da die Staatsbediensteten, derer sie habhaft werden konnten, ermordet. Im Ergebnis hatten die Terroristen damit kurz nach Beginn ihrer Offensive einen guten Teil von Aleppo im Osten (Hanano, Sakhour, Shaar), im Süden (Sukkari), im nördlichen Zentrum (Bab Al Nasr, Bab Al Hadid) und im westlichen Zentrum (Salaheddin, Saif Al-Dawleh) sowie vom östlichen Stadtausgang Aleppos ausgehend auch eine etwa 100 km lange Nachschubroute für Waffen, Munition und Kämpfer nach Norden direkt in die Türkei (Azaz – Tal Rifaat – Anadan – Al Bab – Aleppo) weitgehend zusammenhängend unter ihre Kontrolle gebracht. Was die Terroristen, die Aleppo von auswärts invadiert hatten, in Aleppo nicht hatten und nicht haben, war eine nennenswerte Unterstützung durch größere Teile der Bevölkerung. Viele Einwohner sind bei gehäuftem Auftauchen der sich als “Revolutionäre” vermarktenden schwer bewaffneten Terrorbanden in die von der Regierung kontrollierten Gebiete Aleppos geflüchtet.
Die Militäroperation bestand zuerst darin, die von der Regierung gehaltenen Stadtteile mit massivem Personaleinsatz und schweren Waffen zu sichern. Des Weiteren hat insbesondere die syrische Luftwaffe die von der Türkei kommenden Nachschubrouten der Terroristen attackiert und die als Waffenlager oder Operationsbasen von Terroristen erkannten Gebäude nördlich von Aleppo zerstört. Von Westen kommend ist die Armee dann mit schweren Waffen und massivem Personaleinsatz in den von Terroristen besonders befallenen Stadtteil Salaheddin eingerückt. Kampfhubschrauber dienten der syrischen Armee als springende Reserve dazu, überraschende Attacken von größeren Konzentrationen von Terroristen abzuwehren. Als Operationsbasen von Terroristen erkannte Gebäude und Plätze sowie von Terroristen geführte Pickups mit aufmontierten schweren Waffen wurden des Weiteren im gesamten Stadtgebiet von Aleppo von der Luftwaffe mit Bomben und Raketen attackiert. Hierdurch haben die Terroristen schwere Verluste an Menschenleben erlitten, viele Waffen – und dabei vor Allem nahezu alle schweren Waffen wie auf Fahrzeuge montierte Flugabwehrkanonen – verloren und viel aufgrund der attackierten Nachschubwege knappe Munition eingebüßt.
Des Weiteren hat die syrische Armee in den westlichen Gebieten, die die Terroristen unter ihrer Kontrolle hatten, größere Straßen und Plätze mit schwer bewaffneten Armeeeinheiten besetzt und so den Terroristen die Versorgung mit Nachschub weiter erschwert und ihre Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. ...
Größere Eroberungen sind den Terroristen in Aleppo seit Wochen nicht mehr gelungen. Mehrere Male sind die Terroristen gegen das nördlich ihrer “Hochburgen” Salaheddin und Saif Al-Dawlah gelegene Radio- und Fernsehzentrum vergeblich angerannt, und jedes Mal ist nichts dabei rausgekommen, außer “schwere Verluste” für die angreifenden Terroristen, die über die Freiflächen um das Fernsehzentrum herum nicht herüberkommen. Auch daran, andere wichtige Einrichtungen mit großen Freiflächen – z.B. den Flughafen – erobern zu können, ist für die Terroristen überhaupt nicht zu denken.
... Auch die Idee der Terroristen und ihrer Unterstützer, dass die syrischen Soldaten keine Lust haben, der Regierung zu dienen, deshalb bestenfalls halbherzig kämpfen und massenhaft desertieren, erweist sich als Illusion. Die syrischen Soldaten scheinen im Gegenteil, nachdem sie monatelang trotz Waffenstillstandes von Terroristen attackiert wurden und sich eben wegen des Waffenstillstandes nur sehr begrenzt wehren durften, hochmotiviert zu sein, den Terrorgruppen ein Ende zu bereiten.
Ohne eine massive Militäroperation mit offiziellen Soldaten, Raketen und Kampfbombern der NATO haben die Terroristen tatsächlich, wie der syrische Außenminister Walid al-Moallem es richtig erklärt hat, keine Chance. Danach, dass es die NATO-Operation, die die Terroristen retten könnte, geben wird, sieht es jedoch nicht aus. Der militärisch optimale Zeitpunkt dafür ist längst verpasst. Die von den NATO- und GCC-Staaten unterstützten Terroristen werden von Tag zu Tag an allen Fronten schwächer.
Es ist nicht leicht zu verstehen, warum die ausländischen Unterstützer “ihren” Terroristen in Syrien nicht dringend und nachdrücklich raten, ihren aussichtslosen bewaffneten Kampf umgehend einzustellen, so weitere “schwere Verluste” bis hin zur völligen Vernichtung zu vermeiden, und den Rest an populärem Potenzial, den die politischen Führer der Terroristen noch haben, für den Aufbau einer politischen Front zu nutzen. So wie es aussieht, hassen die Unterstützer ihre Terroristen, oder haben Angst vor der Rache “ihrer Terroristen”, wenn die merken, wie und vor Allem wozu sie von den kleinen und großen Hintermännern des Plots gegen Syrien benutzt, missbraucht und betrogen wurden, so dass sie es vorziehen, “ihre Terroristen” in Syrien massenhaft in einen sinnlosen Tod zu schicken.
Es wäre schön, wenn möglichst viele der Terroristen anlässlich des gegenwärtigen Abflauens der Auseinandersetzungen, das durch eine Verringerung der Armeeoperationen zum Ramadanfest bedingt ist, von sich aus bemerken, dass Frieden und eine politische Lösung besser ist als Krieg, ein aussichtsloser zumal, ihren sinnlosen Kampf einstellen, die Amnestie für freiwillig aufgebende Kämpfer in Anspruch nehmen, und so ihren eigenen Tod und Tod und Leid vieler ihrer Mitmenschen vermeiden. Unrealistisch? Natürlich. Die Dummheit und Halsstarrigkeit vieler Menschen ist leider schier grenzenlos. Aber träumen von einer besseren und friedlicheren Welt wird man sicher noch mal dürfen, zum Ramadanfest zumal. Zitat Ende die gesamten Ausführungen unter http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2012/08/19/abflauen-der-auseinandersetzungen-zum-ramadanfest-update-zu-syrien-am-sonntag-den-19-august-2012/#more-5362
ein Angebot für Menschen die sich ihre eigene Meinung bilden wollen – die Position der „anderen Seite“ ist in den „freien Medien“ glaube ich hinreichend dokumentiert ;-) …
20.08.2012 13:57 Uhr
von Ant-iPod:
Ich finde es wird immer absurder.. jeden Tag grausame Gewalt in Syrien, es sterben bis zu 200 Menschen, oftmals auch Kinder, Häuser und Eigentum wird im großen Maßstab zerstört...
Und was machen wir?
Die UNO schickt einen machtlosen Philosophen, der die Grundlage für sein zu erwartendes scheitern gleich am ersten Tag darlegt: Die Uneinigkeit des UN-Sicherheitsrat.
Ein Ex-Außenminister denkt über eine Flugverbotszone nach, ohne dass die Konsequenzen und die Verantwortlichkeiten für die Umsetzung besprochen werden... das Thema ist zu ernst für Illusionen im luftleeren Raum.
Deutsche Nachrichtensprecher erklären ein Flottendienstboot mit Aufklärungstechnik kurzerhand zum Spionagewerkzeug um und die Weitergabe von Informationen an NATO-Partner ist dann auch ganz schnell die "direkte Unterstützung" der syrischen Opposition???
Abgesehen davon, dass Stunde und teilweise Tage vergehen, bis die Nachricht überhaupt ihre Destinationen erreicht, haben solch alte Nachrichten nunmal ihrer Natur nach eher dokumentierenden Aufklärungswert und sind als taktische Hilfestellung für die FSA folglich unbrauchbar.
Die FSA ist zudem offenbar hinreichend selbst mit Aufklärungsmöglichkeiten ausgestattet - wie man an den andauernden Gefechten in und um Aleppo erkennen kann...
Aber daraus wird dann schnell eine deutsche "Kriegsbeteiligung" herbeiphantasiert.... ????
Der Despot selbst geht noch beten... so ganz auf PR will er offenbar nicht verzichten... aber die gezeigten Aufnahmen sind für seine Anhänger sicher alles andere als ermutigend.
Zudem fehlt ihm nach wie vor jede politische Antwort auf die Situation in Syrien - dabei war doch nun mehr als lang genug Zeit zum nachdenken, oder?
In Damaskus haben sich gestern diverse Brigaden der FSA zu internationalem Recht bekannt und die Verhinderung von Racheakten, sowie die Sicherung der öffentlichen Ordnung als ihre gemeinschaftlichen Ziele definiert... einerseits ein positives Zeichen... andererseits nicht wirklich ein Verhandlungsangebot... der Kampf geht weiter.
(Quelle: Syrische Revolutionsseite bei Facebook --> YouTube Video)
Und unser Außenminister setzt noch einen obendrauf, indem er sagt, dass einierseits Deutschland sich die Demokratie erkämpft habe - dabei haben zwei erschöpfende Weltkriege und die daraus resultierenden Bedingungen uns dies eingeprügelt... - und man deswegen andererseits auf der Seite der Freiheit stünde.... weswegen man seit 16 Monaten seelenruhig dabei zusieht, wie die Gewalt in Syrien mehr und mehr eskaliert und mehr und mehr radikale Gruppen Zulauf gewinnen und andere Feinde der Freiheit (Djihadisten) nach Syrien strömen, um dort für ein Kalifat zu kämpfen.... so ein Heuchler....
Wie gesagt... es wird immer absurder...
20.08.2012 11:47 Uhr
von emil:
@joss
es gibt keinen kausalzusammenhang zwischen den andauernden kämpfen und assads auftritt, insofern ist die überschrift auch nicht deplatziert sondern erklärt dir zwei dinge auf einmal.
20.08.2012 07:41 Uhr
von Bernd Goldammer:
Deutschland ist Kriegspartei obwohl es Syrien nie Krieg erklärt hat.Dazu kein Wort in der TAZ! Nur Fischers blutdrünstige Laberei! Wer als Vertretet einer Friedenspartei in den Bundestag gewählt wurde und sobald er an der Macht ist Kriege führt, bleibt für mich lebenslänglich unglaubwürdig.
20.08.2012 01:14 Uhr
von joss:
"Assad zeigt sich, die Kämpfe hören auf"
DAS wäre doch mal eine Überschrift!
Was soll Eure dämliche Übertitelung?
Ist Assad ein Teufel oder gar ein Gott, der allein durch sein Erscheinen u.a. dschihadistische "Afghanistaner" zu Pazifisten und Demokraten macht?
20.08.2012 00:55 Uhr
von jupp:
Wie unterscheiden sich Aktivisten von Oppositionellen, Rebellen, Freiheitskämpfern, Terroristen?
Existiert nach Informationen der TAZ eine Opposition, die auf eine "friedliche", also nicht gewaltsame Lösung setzt, sich auf die "gescheiterte Annan Mission" hätte einlassen wollen?
Geben die fundamentalistischen Könige und Scheichs und der Friedensnobelpreisträger im Weißen Haus dem neuen Vermittler eine Chance?
Ist der Direktor der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdul Rahman derselbe, der in London residiert und regelmäßig seine Wahrheiten verkündet?
Zitat TAZ:
"Die syrische Opposition" (wer ist das??? ) "bekräftigte derweil ihre Forderung nach einer internationalen Einrichtung einer Flugverbotszone. Auf diese Weise würde Luftangriffe syrischer Regierungstruppen auf Rebellen verhindert (!!!) und ein Schutzraum für Zivilisten geschaffen, erklärte der in Schweden ansässige Präsident des Syrischen Nationalrats, Abdelbaset Sieda, am Sonntag."
Fordert der auch für die "freie syrische Armee" FSA?
Oder ist das wieder eine andere Organisation?
Erkennt sie (die bewaffnete Opposition) endlich, dass z.B. die 2,5 Millionen Einwohner Aleppos nicht von ihr befreit werden wollen?
Ignorieren die Forderer und Förderer (Clinton, Erdogan) einer Flugverbotszone die zivilen Kollateralschäden der Nato-Luftangriffe in Libyen?
Mir scheint, es kommt ihnen auf ein paar tausend tote Syrer, hunderttausend ausgebomte Flüchtlinge mehr oder weniger nicht an.
(Oder ist es nicht sogar Ziel der whahabitischen Terroristenherrscher vom Golf möglichst viele der ungläubigen Syrer umzubringen?)
Aber was treibt den Friedens-Obama dazu an?
Seinem möglichen Nachfolger, dem Mormonenmissionar Romney, traue ich sogar dieses Motiv zu!
20.08.2012 00:25 Uhr
von trianon:
Tja, Herr Fischer. Damals waren Sie ja auch für die Bombardierung Serbiens, da weiß man bei Ihnen ja, woran man ist. Grün ist eben nicht erst seit gestern das Allerletzte ...
Übrigens kommt jetzt - so 13 Jahre im Rückblick - langsam auf, welche Tricks und Schweinereien Leute wie Fischer damals angewandt haben, nur um einen Krieg im Kosovo vom Zaun brechen zu können.
Siehe auch hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Rambouillet
19.08.2012 22:54 Uhr
von Richard Detzer:
Irgendwie interessant, daß das keinen interessiert. Soviel zu den Chancen, den Krieg zu beenden.