Luftgitarrenweltmeisterin über WM

„Dramatisch und episch“

Aline Westphal ist die Weltmeisterin im Luftgitarre spielen. Über deren Kulturgeschichte schrieb sie sogar ihre Diplomarbeit. Am Freitag will sie im finnischen Oulu ihren Titel verteidigen.

Epischer Auftritt: Aline Westphal beim Luftgitarre spielen.  Bild: dpa

Wie lange genau müssen Sie bei der WM denn Luftgitarrespielen?

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Aline Westphal: Das sind immer exakt 60 Sekunden, zu denen man spielen muss. Nicht mehr und nicht weniger, sowohl in der Kürrunde als auch in der Pflichtrunde. Und das ist eine ganz gute Zeit, weil man keine zwei Minuten full power und action machen kann. Man weiß ja: Rocksongs sind um die drei bis vier Minuten lang, manche sogar sechs, sieben, acht Minuten. Da fällt es dann schwer, das Gute rauszufischen und die tollen Sachen drin zu behalten. Eine Minute ist eine ganz gute Sache.

Und zu welchen Liedern werden Sie performen?

Das Kürlied bringe ich selbst mit, das Pflichtlied kenne ich vorher nicht. Mein Kürlied wird dieses Jahr "Reserved" von Gluecifer sein, einer norwegischen Band, die es leider nicht mehr gibt. Mir war wichtig, dass ich was anderes biete als letztes Jahr: wilden, klassischen Rock'n'Roll. Dementsprechend ist auch die Performance. Also nicht so dramatisch und episch wie das bei "Pretenders" von den Foo Fighters letztes Jahr war.

Wie lange üben Sie schon für Ihren Auftritt?

Die Performance habe ich erst seit knapp zehn Tagen. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Song mache, ich hatte noch zwei andere Möglichkeiten. Wenn der Schnitt wirklich gut ist, fange ich an, mir Sachen auszudenken. Und dann wird der Song tatsächlich 50 bis 100 Mal gehört.

Sie haben sogar Ihre Diplomarbeit über das Thema „Luftgitarre“ geschrieben. Was untersucht man da?

Die Diplomarbeit hatte das Thema „Die Kulturgeschichte der Luftgitarre“. Es gibt keine Literatur dazu. Ich habe wirklich alleine, selbstständig geforscht: Wann die Luftgitarre zum ersten Mal aufgetaucht ist, wie sich Trends gebildet haben, welche Moves man bei den Weltmeisterschaften früher gemacht hat und was heute modern ist. Das war gar nicht so einfach, aber ich denke das ist mir ganz gut geglückt. Die Diplomarbeit wird es auch in Buchform geben, noch in diesem Jahr.

 
20. 08. 2012

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