Der Zeitungsverband in Irland verlangt eine Bezahlung für das Verlinken von Artikeln. Eine Verwertungsgesellschaft soll das Geld eintreiben.von Ralf Sotscheck

Gehört auch zum Verband National Newspapers of Ireland: Die „Irish Independent“. Bild: Screenshot: irishindependent.newspaperdirect.com
DUBLIN taz | Irlands Zeitungsverlage verlangen Geld für Onlineverweise auf Artikel ihrer Blätter. Der Verband National Newspapers of Ireland, dem 16 überregionale Tages- und Sonntagszeitungen sowie 25 Lokalblätter angehören, hat von der irischen Sektion der Women’s Aid Lizenzgebühren gefordert, weil die Frauen-Hilfsorganisation auf ihrer Webseite Links zu Artikeln gesetzt hatte, in denen positiv über ihre Spendensammlungen berichtet wurde.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Für fünf Links verlangt der Zeitungsverband 300 Euro, für 26 bis 50 Links will man 1.350 Euro kassieren, darüber hinaus müsse der Preis ausgehandelt werden. Eingetrieben werden soll das Geld von einer Verwertungsgesellschaft, die unter derselben Adresse wie der Zeitungsverband residiert.
Man „benötigt eine Lizenz für einen direkten Link zu einem Artikel, selbst wenn man keine Inhalte direkt auf die eigene Webseite stellt“, schrieb die Verwertungsgesellschaft an Women’s Aid.
Deren Anwalt Simon McGarr hat den Fall auf seiner Webseite unter der Überschrift „Das ist kein Witz“ dargelegt. Demnach versuchen die Verlage schon seit vergangenem Juli, den zuständigen Parlamentsausschuss zu einer Gesetzesvorlage zu bewegen, in der Gebühren für Links geregelt werden. Das zielt vor allem auf Google ab. Da die Politiker bisher untätig blieben, wollen die Verlage das Geld nun durch ihre Verwertungsgesellschaft einklagen.
Die Zeitungsverleger nennen es „vollkommen vernünftig, dass Organisationen, die den Inhalt von Zeitungen für ihre eigenen kommerziellen Ziele ausbeuten, vorher um Genehmigung bitten müssen“. Eine Bitte um Erlaubnis für einen Link habe man noch nie abgelehnt. Das sei aber auch nicht der Punkt, so Women’s-Aid-Anwalt McGarr: Die Verlage wollten so klarmachen, „Dass sie das recht haben, Links zu erlauben, zu verbieten – oder eben Gebühren dafür zu erheben.“
In dem Film „5 Jahre Leben“ erzählt Stefan Schaller die Geschichte von Murat Kurnaz, der in Guantánamo inhaftiert war. Der Regisseur verzichtet auf gängige Effekte. von Stefan Reinecke

Bond-Schurkin, Stil-Ikone, Musikerin: Das Gesamtkunstwerk Grace Jones hat Geburtstag.

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.


Leserkommentare
07.01.2013 18:54 | Jan
Die Argumentation der Verlage ist doch völlig irrelevant. Es wurden doch nur Links gesetzt, die auf die Seite der jeweilige ...
07.01.2013 18:45 | T. Ludwig
Das ist wohl nicht mehr ganz aktuell, wie man auf der Seite des Women’s-Aid-Anwalts McGarr lesen kann: ...
07.01.2013 18:36 | Lars
Die haben auch den Schuss nicht gehört, oder? Aber gut, soll mir nur recht sein, wenn auf keiner mehr auf die verlinkt und ...