Kolumne von Deniz Yücel
Erst tyrannisieren sie ganz Europa, wollen, dass alle nach ihrer Pfeife tanzen. Jetzt wollen sie auch noch „in den Ostgebieten“ (Opa-Deutsch für: Polen, Ukraine, Walachei) ein paar offene Rechnungen begleichen und Europameister werden – schlimm!
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Das würde den Deutschen so passen: Sie Meister, der Rest Turnschuh. Das darf nicht passieren! Und: Das wird nicht passieren! 11 Gründe, warum die Deutschen bald wieder jenseits der Oder-Neiße-Linie stehen.
1. Spielkultur: Die Deutschen versuchen so zu tun, als wären sie irgendwas anderes als Deutsche, verstecken sich sogar hinter Ausländern! Aber Özil (23), Podolski (27), Khedira (25) usw. wissen gar nicht, wie Deutschland nur gewinnen kann. Die kennen nur Couscous-Döner. Gras haben DIE noch nie gefressen.

Deniz Yücel
leitet das EM-Team der taz.
Foto: taz2. Identität: Ganz Deutschland tut so, als wäre es nicht Deutschland, sondern „Schland“ – peinlich!
3. Erfahrung: „Die deutsche Mannschaft ist die jüngste von allen“, informiert taz-Expertin Frauke Böger (30). Dem jüngsten deutschen Aufgebot seit der EM 1939–45 (Durchschnittsalter 24,5 Jahre) fehlt es an Erfahrung. Gefundenes Fressen für Russen (28,3), Italiener (27,9) und Portugiesen (27,1)!
4. Härte: Andere Leute (z. B. Holland) haben harte Hunde wie van Bommel (35). Diese „Deutschen“ haben nur Schweinsteiger (27), aber keinen Schweinehund.
5. Badstuber (23)
6. Technik: Tiki, Taka, Tiki, Taka, Tiki, Taka, Tiki, Taka, Tiki, Taka – schlafen Sie schon? Ah, die Deutschen auch. Und zack ist der Ball drin. Torres (28)! Olé!
7. Elfmeterschießen: Ätschi-babätschi! (Enkel-Deutsch für: „Leider vollkommen aussichtsloses Unterfangen“)
8. Konzentration: Die anderen sind ganz bei der Sache (Fußball!), die Deutschen tingeln lieber als Touristen (Besatzer?) durch die Gegend, schauen sich Sehenswürdigkeiten an, wollen Botschafter sein (für „Frieden“, „Toleranz“, „Nutella“).
9. Siegermentalität: Die Deutschen haben so viele Bayern mitgenommen, wie sie kriegen konnten (8 Stück!). Aber die können nur noch Vize: Vizemeister, Vize-Pokalsieger, Vize-Champions-League-Sieger. Die Dortmunder können zwar Meister, sind aber nur Ersatz. Und selbst wenn Götze (20) & Kumpels kommen – für Europa reicht es bei denen noch lange nicht (Vorrundenaus!)
10. Taktik: Das ganze Taktik- 4-2-3-8-7-1-4-3-Experten-Nerd-Gedöns kapiert ja keiner wirklich. Und eigentlich interessiert es auch keinen. Die Deutschen haben die falsche Taktik, das reicht!
11. Fußballgott: Allah ist groß. Und garantiert kein Deutscher!
Nach dem Aufstieg der Eintracht aus Braunschweig hatten Neonazis in der Innenstadt randaliert. Holger Apfel, NPD-Parteivorsitzender, darf jetzt nicht mehr ins Stadion.

Unser Programm: taz.de begleitet die Fußball-EM 2012 in den Schwerpunkten „Aufm Platz“ mit allen Spielberichten und Analysen, „Mixed Zone“ mit allem, was in Sachen Fußball eben nicht auf dem Spielfeld passiert und „Tribüne“, der die Perspektive von außen aufs Geschehen einnimmt.
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Das Team: Aus den Stadien und dem Quartier der deutschen Mannschaft berichten die taz-Sport-Redakteure Andreas Rüttenauer und Markus Völker. In Warschau beobachten Gabriele Lesser und Uli Räther das Geschehen, in Kiew Juri Durkot. In Berlin sind dabei: Svenja Bednarczyk, Frauke Böger, Michael Brake, Jan Feddersen, Enrico Ippolito, Johannes Kopp, Katerina Mishchenko, Barbara Oertel, Erik Peter, Jan Scheper und Deniz Yücel.
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Leserkommentare
22.06.2012 15:14 | Inga
Herr Yücel,
20.06.2012 18:07 | suswe
Es ist doch sehr beruhigend,dass "wir" Deutschen so langweilig sind, daß man eine Sportkolumne über "uns" nur mit 33-45 und ...
16.06.2012 14:20 | Albrecht Dürer
Auch wenn's Satire sein soll: iss aber ne Blutgrätsche. Er sollte sein Glück in einem anderen Job probieren dürfen....