Der Niedergang der Nachrichtenagentur dapd sollte für jeden Freiberufler im Journalismus eine letzte Warnung sein. Es gibt drei Auswege.von Benno Stieber
Wer so wo die dapd, die AFP und die dpa auf der Jagd nach angeblichen Urheberrechtsverletzungen im Internet ist und sich dabei ungeniert der Hilfe der KSP in Hamburg bediennt, der braucht sich nicht wundern, wenn er schließlich nur noch Häme und Verachtung kassiert.
Am besten wäre wohl die noch verbliebenen Agenturen dpa und AFP in Deutschland in Volkseigentum zu überführen, damit die unsägliche Hatz und Verfolgung Tausender Menschen endlich aufhört.
Peter Thiel
KSP, dapd und AFP Geschädigter
12.10.2012 21:36 Uhr
von Stefan Rambow:
Sehr scheinheilig - zu diesem Artikel hätte man sich einen Infokasten zu den Zuständen im eigenen Haus gewünscht. Gerade bei der taz wird mit System noch weniger gezahlt, als die Verbindlichen Vergütungsregeln festlegen, auf die sich die Gewerkschaften haben runterhandeln lassen. Da ist diese Redaktion nicht besser als Springer & Co. - Freie Journalisten, die auf Zahlung der gesetzlichen Mindesthonorare bestehen, werden weder voll ausgezahlt noch weiter beauftragt. Wieviele der 12.000 GenossInnen & 50.000 AbonnentInnen das wohl gut finden?
09.10.2012 03:54 Uhr
von Jürgen:
Wow! So viel Schadenfreude und Klugscheißerei in den Leserkommentaren macht mich sprachlos. Und das sogar in der taz ...
08.10.2012 17:41 Uhr
von Valerie Feilchen:
Gut gebrüllt Löwe! Ich bin einer der dapd-Geschädigten, arbeite seit 2005 als Freier, neben der Agentur auch bei mehreren deutschspachigen Zeitungen und in der PR. Trotz aller Divergenz hat es bei mir nie zum Überleben gereicht, einen festen Vertrag hat mir in der Zeit auch keiner angeboten, auf ausgeschriebene Festanstellungen habe ich mich, obwohl hochqualifiziert, unter 40 Jahre alt und flexibel auch immer umsonst beworben. Das Drama um die dapd hat bei mir dazu geführt, dass ich den Journalismus nun an den Haken hänge, werde mir jetzt eine Tätigkeit suchen, die mich ernährt, wenn das nicht klappt als "Hartzer" in der Hängematte ergrauen.
06.10.2012 09:47 Uhr
von matthias:
An alle sterbenden Journalisten...Bild Zeitung sucht dringend Leser Reporter und Voluntäre...Honorarfrei versteht sich, da ihr von eurem Hartz IV ein sorgenfreies Leben führen könnt...und mit dem guten Gefühl immer noch im Journalismus tätig zu sein.
06.10.2012 00:04 Uhr
von Frank Jensen:
Schon lustig, dass die taz das Honorar bei der dapd als niedrig bezeichnet. Dabei ist doch die taz dafür bekannt, noch viel geringere Honorare zu zahlen
05.10.2012 23:31 Uhr
von Stimme der Demokratie:
Warum sollte der Trend zum Nirdriglohn bei den Journalisten verwerflicher sein als in anderen Branchen? Nach meinen Erlebnissen mit der "investigativen Branche" in den letzten Jahren wundert es mich nicht. Hauptbeschäftigung scheint ja nicht eine Recherche oder Berichterstattung zu sein, vielmehr ein unreflektiertes Nachplappern und eine Volkserziehung incl. Verteuflung anders Dernkender. ("Rassist", "Hetzer", "Klima-Leugner", ...)
05.10.2012 21:39 Uhr
von lesley:
Daher erklärt sich auch die vorausschauende Pro-Euro-Heuchelei vieler Journalisten. Alles hängt an den Pro- EURO-Wirtschafts- lobbyisten und keiner will seine eigene berufliche Karriere durch den gebotenen Affront versauen, wo doch Jobs als PressesprecherIn, in Public Relations, Verlagen usw. winken und alle angreifbar sind und sich keine googlebaren Geschäftsrisiken leisten können. Auch eine Form der Demokratievernichtung. Bei Hitler wurden die KZs ja auch ohne explizite Vorschriften von Hitler in Eigenregie von Eichmann und Co errichtet. Man muss sich halt immer gut stellen! Presse darf nicht aus Werbeeinnahmen finanziert sein. Es müßte auch öffentlich-rechtliche Zeitungen und Magazine geben mit eigenen Under-cover-Journalisten!!! Journalisten sind immerhin die vierte Macht im Staate, die aber auch nur die Wauwaus der Medienmogule sind! Furchtbar! Qualitätsjournalismus darf nicht einer Generation von Grenzdebilen und Smartphone-Schickies, Eurokraturvollstreckern und Finanz- und Politheinies zum Opfer fallen!
05.10.2012 20:47 Uhr
von Zahntechniker:
weil es zu viele zahntechniker gab, gingen die gehälter in den keller ! damit leben zahntechniker seit 25 jahren, in dieser zeit hat sich die zahl der zahntechniker mehr als halbiert, die zähne werden jetzt in china gemacht, das ist von " der presse " oft bejubelt worden, kann doch der patient so viel geld sparen, leider habe ich darüber niemals einen solchen jammerartikel gelesen, wie den über die armen journalisten, vielleicht müssen ja jetzt die journalisten die gleiche strasse hinunterfahren, wie damals die zahntechniker und eine menge anderer berufsgruppen, nicht erschrecken, liebe journalisten, wenn ihr merkt, dass die strasse nicht sanft ausläuft, sondern immer steiler bergab führt, aber ihr könnt euch trösten, für jeden deutschen arbeitslosen journalisten, wird in china ein journalist neu eingestellt, ist doch toll oder ? jetzt könnt ihr euer " gutsein " mal so richtig ausleben ! viel spass
ein zahntechniker
05.10.2012 20:17 Uhr
von Lars Reppesgaard:
Danke für diesen Impuls zur richtigen Zeit. Journalistinnen und Journalisten können so viel und haben wahrlich Besseres zu tun - und verdient - als als Billiglöhner für Verlage zu buckeln. Projekte wie Altona.info etc... zeigen, dass es sich lohnt, mutig was Eigenes anzufangen.
05.10.2012 19:53 Uhr
von Ach wäre das schön ohne Signale:
Es gibt kaum einen deutschen Journalisten welcher nicht auf die Signale der Genossen hört. Oder die der alten Kämpfer der Bewegung. Der Bewegung zum Guten 1968. Sonst hat er bald keinen Job, nicht nur bei dapd. Der dumme nachteil ist, daß alle nachrichten gleich klingen, in ihnen ein wichtiger Teil der Fakten fehlt und man deshalb dann doch lieber im Netz nachsieht. Oder einfach zwischen den Zeilen liest.
Leserkommentare
25.10.2012 08:25 Uhr
von Peter Thiel:
Um die dapd ist es nicht schade.
Wer so wo die dapd, die AFP und die dpa auf der Jagd nach angeblichen Urheberrechtsverletzungen im Internet ist und sich dabei ungeniert der Hilfe der KSP in Hamburg bediennt, der braucht sich nicht wundern, wenn er schließlich nur noch Häme und Verachtung kassiert.
Am besten wäre wohl die noch verbliebenen Agenturen dpa und AFP in Deutschland in Volkseigentum zu überführen, damit die unsägliche Hatz und Verfolgung Tausender Menschen endlich aufhört.
Peter Thiel
KSP, dapd und AFP Geschädigter
12.10.2012 21:36 Uhr
von Stefan Rambow:
Sehr scheinheilig - zu diesem Artikel hätte man sich einen Infokasten zu den Zuständen im eigenen Haus gewünscht. Gerade bei der taz wird mit System noch weniger gezahlt, als die Verbindlichen Vergütungsregeln festlegen, auf die sich die Gewerkschaften haben runterhandeln lassen.
Da ist diese Redaktion nicht besser als Springer & Co. - Freie Journalisten, die auf Zahlung der gesetzlichen Mindesthonorare bestehen, werden weder voll ausgezahlt noch weiter beauftragt. Wieviele der 12.000 GenossInnen & 50.000 AbonnentInnen das wohl gut finden?
09.10.2012 03:54 Uhr
von Jürgen:
Wow! So viel Schadenfreude und Klugscheißerei in den Leserkommentaren macht mich sprachlos. Und das sogar in der taz ...
08.10.2012 17:41 Uhr
von Valerie Feilchen:
Gut gebrüllt Löwe! Ich bin einer der dapd-Geschädigten, arbeite seit 2005 als Freier, neben der Agentur auch bei mehreren deutschspachigen Zeitungen und in der PR. Trotz aller Divergenz hat es bei mir nie zum Überleben gereicht, einen festen Vertrag hat mir in der Zeit auch keiner angeboten, auf ausgeschriebene Festanstellungen habe ich mich, obwohl hochqualifiziert, unter 40 Jahre alt und flexibel auch immer umsonst beworben.
Das Drama um die dapd hat bei mir dazu geführt, dass ich den Journalismus nun an den Haken hänge, werde mir jetzt eine Tätigkeit suchen, die mich ernährt, wenn das nicht klappt als "Hartzer" in der Hängematte ergrauen.
06.10.2012 09:47 Uhr
von matthias:
An alle sterbenden Journalisten...Bild Zeitung sucht dringend Leser Reporter und Voluntäre...Honorarfrei versteht sich, da ihr von eurem Hartz IV ein sorgenfreies Leben führen könnt...und mit dem guten Gefühl immer noch im Journalismus tätig zu sein.
06.10.2012 00:04 Uhr
von Frank Jensen:
Schon lustig, dass die taz das Honorar bei der dapd als niedrig bezeichnet. Dabei ist doch die taz dafür bekannt, noch viel geringere Honorare zu zahlen
05.10.2012 23:31 Uhr
von Stimme der Demokratie:
Warum sollte der Trend zum Nirdriglohn bei den Journalisten verwerflicher sein als in anderen Branchen? Nach meinen Erlebnissen mit der "investigativen Branche" in den letzten Jahren wundert es mich nicht. Hauptbeschäftigung scheint ja nicht eine Recherche oder Berichterstattung zu sein, vielmehr ein unreflektiertes Nachplappern und eine Volkserziehung incl. Verteuflung anders Dernkender. ("Rassist", "Hetzer", "Klima-Leugner", ...)
05.10.2012 21:39 Uhr
von lesley:
Daher erklärt sich auch die vorausschauende
Pro-Euro-Heuchelei vieler Journalisten.
Alles hängt an den Pro- EURO-Wirtschafts-
lobbyisten und keiner will seine
eigene berufliche Karriere durch den
gebotenen Affront versauen, wo doch
Jobs als PressesprecherIn, in Public Relations,
Verlagen usw. winken und alle angreifbar sind
und sich keine googlebaren Geschäftsrisiken
leisten können.
Auch eine Form der Demokratievernichtung.
Bei Hitler wurden die KZs ja auch
ohne explizite Vorschriften von Hitler
in Eigenregie von Eichmann und Co errichtet.
Man muss sich halt immer gut stellen!
Presse darf nicht aus Werbeeinnahmen finanziert sein. Es müßte auch öffentlich-rechtliche
Zeitungen und Magazine geben mit
eigenen Under-cover-Journalisten!!!
Journalisten sind immerhin die vierte Macht im Staate, die aber auch nur die Wauwaus der
Medienmogule sind! Furchtbar!
Qualitätsjournalismus darf nicht einer
Generation von Grenzdebilen und Smartphone-Schickies, Eurokraturvollstreckern und
Finanz- und Politheinies zum Opfer fallen!
05.10.2012 20:47 Uhr
von Zahntechniker:
weil es zu viele zahntechniker gab, gingen die gehälter in den keller !
damit leben zahntechniker seit 25 jahren,
in dieser zeit hat sich die zahl der zahntechniker mehr als halbiert,
die zähne werden jetzt in china gemacht,
das ist von " der presse " oft bejubelt worden,
kann doch der patient so viel geld sparen,
leider habe ich darüber niemals einen solchen
jammerartikel gelesen, wie den über die armen journalisten,
vielleicht müssen ja jetzt die journalisten die gleiche strasse hinunterfahren, wie damals die zahntechniker und eine menge anderer berufsgruppen,
nicht erschrecken, liebe journalisten, wenn ihr merkt, dass die strasse nicht sanft ausläuft, sondern immer steiler bergab führt,
aber ihr könnt euch trösten, für jeden deutschen arbeitslosen journalisten, wird in china ein journalist neu eingestellt,
ist doch toll oder ?
jetzt könnt ihr euer " gutsein " mal so richtig ausleben !
viel spass
ein zahntechniker
05.10.2012 20:17 Uhr
von Lars Reppesgaard:
Danke für diesen Impuls zur richtigen Zeit. Journalistinnen und Journalisten können so viel und haben wahrlich Besseres zu tun - und verdient - als als Billiglöhner für Verlage zu buckeln. Projekte wie Altona.info etc... zeigen, dass es sich lohnt, mutig was Eigenes anzufangen.
05.10.2012 19:53 Uhr
von Ach wäre das schön ohne Signale:
Es gibt kaum einen deutschen Journalisten welcher nicht auf die Signale der Genossen hört. Oder die der alten Kämpfer der Bewegung. Der Bewegung zum Guten 1968. Sonst hat er bald keinen Job, nicht nur bei dapd. Der dumme nachteil ist, daß alle nachrichten gleich klingen, in ihnen ein wichtiger Teil der Fakten fehlt und man deshalb dann doch lieber im Netz nachsieht. Oder einfach zwischen den Zeilen liest.