Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat einen fünften Pluto-Mond entdeckt. Er könnte weitere Hinweise zur Genese des Zwergplaneten liefern, den eine NASA-Sonde 2015 erreichen soll.

Ein Punkt in der Ferne: Der Durchmesser des neuen Plutomondes „P5“ dürfte zehn bis 25 Kilometer betragen. Bild: NASA/dpa
WASHINGTON afp | Er ist zwar nur ein Zwergplanet, aber dafür ist die Zahl seiner Monde umso größer: Der eisige Pluto weit draußen im Sonnensystem wird von mindestens fünf Monden umkreist, wie die NASA am Mittwoch in Washington mitteilte. Den fünften Pluto-Trabanten entdeckte jetzt das Weltraumteleskop „Hubble“ – und lieferte damit womöglich wichtige Hinweise für die Navigation einer NASA-Raumsonde, die Pluto 2015 erreichen soll.
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Der US-Raumfahrtbehörde zufolge weist der neu entdeckte Pluto-Mond offenbar eine unregelmäßige Form auf. Sein Durchmesser dürfte zehn bis 25 Kilometer betragen. Zusammen mit den zuvor bereits bekannten vier Pluto-Monden umkreist Trabant Nummer fünf den Pluto auf säuberlich verschachtelten Bahnen.
Der Leiter des verantwortlichen Forscherteams, Mark Showalter, sprach von Umlaufbahnen, die sich „ein wenig wie russische Holzpuppen“ ineinander fügen. Die Entdeckung des P5 genannten Mondes könnte weitere Anhaltspunkte für die Entstehung des Zwergplaneten und seiner Monde geben.
Nach der gängigen Theorie sind die Pluto-Monde Überbleibsel einer Kollision vor Milliarden von Jahren: In der Frühzeit des Sonnensystems soll Pluto mit einem weiteren großen Objekt des sogenannten Kuiper-Gürtels im äußeren Sonnensystem zusammengestoßen sein.
Die neuen Erkenntnisse über das Pluto-System könnten von weitreichender Bedeutung für die NASA-Sonde „New Horizons“ sein, die sich seit Anfang 2006 auf dem Weg zum Pluto befindet und den fernen Zwergplaneten 2015 erreichen soll. „Die derzeitige Bestandsaufnahme des Pluto-Systems mit 'Hubble' wird dem Team von 'New Horizons' helfen, eine sichere Flugbahn für die Sonde zu entwickeln“, sagte Alan Stern vom Southwest Research Institute in Boulder (US-Bundesstaat Colorado).
„New Horizons“ soll während seines Pluto-Vorbeiflug bei hoher Geschwindigkeit die ersten detaillierten Bilder des Zwergplaneten und seiner Monde liefern. Weitere Details soll in den darauffolgenden Jahren das geplante „James Webb Space Teleskope“ untersuchen, der Nachfolger des „Hubble“-Weltraumteleskops.
So sollen etwa Erkenntnisse über die chemische Zusammensetzung der Oberflächen von Pluto und seiner Monde gewonnen werden. Pluto ist ein Drittel kleiner als unser Mond. Lange Zeit wurde er in den astronomischen Listen als der kleinste der ursprünglich neun Planeten unseres Sonnensystems geführt.
2006 wurde Pluto allerdings der Planeten-Status im Zuge einer Neu-Definition aberkannt. Seither gehört er der neu geschaffenen Klasse der Zwergplaneten an. Auf dem weit von der Sonne entfernten Himmelskörper aus Eis und Felsbrocken herrscht frostige Kälte mit geschätzten minus 233 Grad Celsius.
Entdeckt wurde Pluto 1930 von dem US-Astronomen Clyde Tombaugh. Benannt wurde der Himmelskörper nach dem Gott der Unterwelt in der römischen Mythologie.
Der 1978 entdeckte größte Pluto-Mond trägt den Namen Charon – so hieß in der griechischen Mythologie der Fährmann über den Totenfluss Styx. Zwei weitere Pluto-Trabanten entdeckte „Hubble“ im Jahr 2006, die kleinen Monde Nix und Hydra. 2011 zeigten die Aufnahmen des Weltraumteleskops den vierten Mond P4.
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Leserkommentare
27.07.2012 12:35 | blubb
falsche Sichtweise: fuer jede Menge Militaer und Kriege ist Geld da, aber fuer die eigene Bevoelkerung und Forschung nicht. ...
13.07.2012 15:14 | Herbert
Für so'n Weltraumprogramm ist Geld da, für die eigene Bevölkerung nicht. Einfach traurig.