Neues Gesetz in Texas

Mit der Glock in die Vorlesung

Seit Montag dürfen Studierende und Lehrende an den texanischen Unis Waffen tragen. So wollen die Republikaner Amokläufer abschrecken.

Menschen und Autos auf einer Straße

28. September 2010: Die 21st Street, nachdem berichtet wurde, dass zwei Männer mit automatischen Waffen in die Universität von Texas eingedrungen sind Foto: imago/ZUMA Press

AUSTIN dpa | Im US-Staat Texas erlaubt ein umstrittenes neues Gesetz Studenten, bewaffnet zur Vorlesung zu kommen. Das sogenannte „Campus Carry“-Gesetz trat am Montag in Kraft. Es gestattet Studenten, Lehrenden und Besuchern mit Waffenlizenz das verdeckte Tragen von Waffen auf dem Hochschulgelände. Texas hatte das Gesetz im vergangenen Jahr gegen den Widerstand vieler Studenten und Professoren beschlossen.

Privatuniversitäten dürfen Waffen weiterhin verbieten; öffentlichen Hochschulen ist es dem Gesetz zufolge erlaubt, waffenfreie Zonen einzurichten. Das in Texas erlaubte offene Tragen von Schusswaffen bleibt auf Universitätsgeländen weiter untersagt. An den öffentlichen Community Colleges mit ihren nur zwei Jahre dauernden Lehrgängen soll das Gesetz erst 2017 kommen.

Mit dem Gesetz sollen nach Willen der regierenden Republikaner Amokläufer abgeschreckt werden. Das Gesetz tritt auf den Tag genau 50 Jahre nach einem Amoklauf an einer texanischen Universität in Kraft.

Am 1. August 1966 erschoss Charles Whitman vom Uhrenturm der Universität von Texas in Austin 14 Menschen, mehr als 30 wurden verletzt. Auch mehrere andere US-Bundesstaaten erlauben unter bestimmten Voraussetzungen das Tragen von Waffen an Hochschulen.

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In der Serie „Die Macht der Waffen“ begibt sich die taz auf die Suche nach Ursachen für die Waffengewalt in den USA.

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