Die Stadt der europäischen Verträge boomt seit der Zeugung des Euros vor etwas mehr als 20 Jahren. Die Stadt betreibt erfolgreiches Marketing. von Bernd Müllender
Der Fakt, dass die deutschen Studenten recht häufig untereinander bleiben in Maastricht ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe in Aachen studiert und bin häufig in Maastricht bei drei ehemaligen Schulkameraden zu Besuch gewesen. Aber das liegt auch ein wenig an uns. Es ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass einige Schweden und Dänen (die ich dort kennengelernt habe), immer viel besser bescheid wussten was dort so los ist als meine deutsche Freunde dort. Naja, die sind auch nicht immer jede freie Minute nach Köln, Düsseldorf oder zu mir nach Aachen gefahren. Und eine Hausbesetzerszene wie das Landbouwbelang suchte man hier in Aachen vergeblich. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass diese bald aus Maastricht verschwinden wird, sie wird durch die Krise eher größer, genau wie z.B. das Sphinxpark-Projekt. Aber das Zentrum der Stadt ist wirklich viel zu „geleckt“ zum Ausgehen, das gebe ich gerne zu, aber gut, ich würde hier in Aachen wiederum auch nicht in die Pontstraße (vom Markt zum Ponttor) gehen, sondern immer sonst irgendwo, so ist das in Maastricht halt auch. Aber komischerweise habe ich die guten Sachen erst entdeckt als ich mich selber dort mit Leuten unterhalten habe, und nicht über meine Kumpels.
20.06.2012 14:59 Uhr
von Fortune Seeker:
Maastricht wird erst in knapp 10 Jahren begreifen und vorherigen Zeiten nachtrauern wenn sich die Auswirkungen zeigen. Und währenddessen werden andere Gebiete, Länder (sie Tschechien) etablieren und Maastricht nie mehr wieder auf solch einen Stand zurückkehren.
17.06.2012 18:09 Uhr
von mandala:
Als Einwohnerin, Studentin und Konzertfan möchte ich den vorhergehenden Kommentatoren vollsten Herzens zustimmen. Kultur wird hier unter Direktion der Geldbörse definiert und das Europa funktioniert nicht mal im Kleinen: das besondere am Studentenleben hier ist vor allem die Segregation in Gruppen: Niederländer, Deutsche und Internationale.
13.06.2012 16:48 Uhr
von blumenkinder2:
Als weiteres Beispiel für die Maastrichter Politik "sjiek en sjoen" ist noch zu nennen dass der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum verboten ist. Das wäre an sich ja kein Problem, die Begründung allerdings schon. Auf Nachfrage hat mir ein Polizist einmal erläutert dass die Stadt beschlossen hat öffentlichen Alkoholkonsum zu verbieten um Obdachlose aus der Stadt zu verscheuchen.
11.06.2012 01:44 Uhr
von c008:
Der Verkauf von Drogen an Nichteinwohner ist schon seit dem 1. Mai untersagt und der Wietpas, und damit die staatliche Speicherung der Coffeeshop-Besucher, ist Pflicht.
Und ich kann blumenkinder nur zu stimmen. Maastricht will sich mit dem Motto "sjiek en sjoen" 2018 als europäische Kulturhauptstadt als modern, sauber und chic präsentieren. Nur leidet darunter die Kultur, die nicht fürs große Portmonnaie gemacht wird. Es kürzlich gab es eine Demonstration gegen den Kulturausverkauf in Maastricht.
10.06.2012 23:23 Uhr
von bla:
den Wietpass gibt es übrigens schon seit dem 1. Mai.
10.06.2012 16:12 Uhr
von blumenkinder:
Was ihr hier schreibt stimmt schon teilweise. Nachdem ich drei Jahre dort gelebt habe sehe ich allerdings die Entwicklung Maastrichts nicht ganz so rosarot. Mit der Ausrichtung auf Touristen mit vollem Portemonnaie ist auch eine sehr repressive Verwaltung gekommen. Ein paar Beispiele: Fahrräder dürfen nur an ausgewiesenen Stellen abgestellt werden und werden sonst von der Polizei eingesammelt; jede Studentenparty wird spätestens um 24h von der Polizei geräumt; die besetzen Häuser die die kulturellen Zentren (Künstlerateliers und -ausstellungsräume, Theaterbühnen, Raum für NGOs und Studentenorganisationen) der Stadt darstellen werden nach und nach geräumt; die Stadt hat kein Programm zum Wohnungsbau für Studenten, stattdessen gibt es Gegenden in denen es Studenten verboten ist zu wohnen.
Leserkommentare
27.06.2012 18:32 Uhr
von Thorsten:
Der Fakt, dass die deutschen Studenten recht häufig untereinander bleiben in Maastricht ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe in Aachen studiert und bin häufig in Maastricht bei drei ehemaligen Schulkameraden zu Besuch gewesen. Aber das liegt auch ein wenig an uns. Es ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass einige Schweden und Dänen (die ich dort kennengelernt habe), immer viel besser bescheid wussten was dort so los ist als meine deutsche Freunde dort. Naja, die sind auch nicht immer jede freie Minute nach Köln, Düsseldorf oder zu mir nach Aachen gefahren. Und eine Hausbesetzerszene wie das Landbouwbelang suchte man hier in Aachen vergeblich. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass diese bald aus Maastricht verschwinden wird, sie wird durch die Krise eher größer, genau wie z.B. das Sphinxpark-Projekt. Aber das Zentrum der Stadt ist wirklich viel zu „geleckt“ zum Ausgehen, das gebe ich gerne zu, aber gut, ich würde hier in Aachen wiederum auch nicht in die Pontstraße (vom Markt zum Ponttor) gehen, sondern immer sonst irgendwo, so ist das in Maastricht halt auch. Aber komischerweise habe ich die guten Sachen erst entdeckt als ich mich selber dort mit Leuten unterhalten habe, und nicht über meine Kumpels.
20.06.2012 14:59 Uhr
von Fortune Seeker:
Maastricht wird erst in knapp 10 Jahren begreifen und vorherigen Zeiten nachtrauern wenn sich die Auswirkungen zeigen. Und währenddessen werden andere Gebiete, Länder (sie Tschechien) etablieren und Maastricht nie mehr wieder auf solch einen Stand zurückkehren.
17.06.2012 18:09 Uhr
von mandala:
Als Einwohnerin, Studentin und Konzertfan möchte ich den vorhergehenden Kommentatoren vollsten Herzens zustimmen. Kultur wird hier unter Direktion der Geldbörse definiert und das Europa funktioniert nicht mal im Kleinen: das besondere am Studentenleben hier ist vor allem die Segregation in Gruppen: Niederländer, Deutsche und Internationale.
13.06.2012 16:48 Uhr
von blumenkinder2:
Als weiteres Beispiel für die Maastrichter Politik "sjiek en sjoen" ist noch zu nennen dass der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum verboten ist. Das wäre an sich ja kein Problem, die Begründung allerdings schon. Auf Nachfrage hat mir ein Polizist einmal erläutert dass die Stadt beschlossen hat öffentlichen Alkoholkonsum zu verbieten um Obdachlose aus der Stadt zu verscheuchen.
11.06.2012 01:44 Uhr
von c008:
Der Verkauf von Drogen an Nichteinwohner ist schon seit dem 1. Mai untersagt und der Wietpas, und damit die staatliche Speicherung der Coffeeshop-Besucher, ist Pflicht.
Und ich kann blumenkinder nur zu stimmen. Maastricht will sich mit dem Motto "sjiek en sjoen" 2018 als europäische Kulturhauptstadt als modern, sauber und chic präsentieren. Nur leidet darunter die Kultur, die nicht fürs große Portmonnaie gemacht wird. Es kürzlich gab es eine Demonstration gegen den Kulturausverkauf in Maastricht.
10.06.2012 23:23 Uhr
von bla:
den Wietpass gibt es übrigens schon seit dem 1. Mai.
10.06.2012 16:12 Uhr
von blumenkinder:
Was ihr hier schreibt stimmt schon teilweise. Nachdem ich drei Jahre dort gelebt habe sehe ich allerdings die Entwicklung Maastrichts nicht ganz so rosarot. Mit der Ausrichtung auf Touristen mit vollem Portemonnaie ist auch eine sehr repressive Verwaltung gekommen. Ein paar Beispiele: Fahrräder dürfen nur an ausgewiesenen Stellen abgestellt werden und werden sonst von der Polizei eingesammelt; jede Studentenparty wird spätestens um 24h von der Polizei geräumt; die besetzen Häuser die die kulturellen Zentren (Künstlerateliers und -ausstellungsräume, Theaterbühnen, Raum für NGOs und Studentenorganisationen) der Stadt darstellen werden nach und nach geräumt; die Stadt hat kein Programm zum Wohnungsbau für Studenten, stattdessen gibt es Gegenden in denen es Studenten verboten ist zu wohnen.