Wieder vier Entscheidungen im Kanufahren. Das ist für die Deutschen eine prima Gelegenheit, den Medaillenspiegel aufzubessern. von Jasmin Kalarickal

Die Freundinnen Franziska Weber und Tina Dietze probieren Gold. Bild: dpa
Die Startbedingungen: Wieder stehen vier Entscheidungen an. Bei den Männern das Finale im Kanadier-Zweier und Kajak-Vierer über 1.000 Meter. Bei den Frauen geht es um das Finale im Kajak-Einer und Kajak-Zweier über 500 Meter. Nach dem deutschen Erfolgkurs am Mittwoch sind die Erwartungen hoch. Das Wasser auf dem Dorney Lake liegt wieder schön flach, die Sonne scheint. Da glänzen Medaillen besonders schön.
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Die Entscheidungen:
Kanadier-Zweier der Männer: Das Boot aus Aserbaidschan macht einen guten Start und steht an der Spitze. Das deutsche Boot paddelt aber auch vorn mit und bleibt auf Medaillenkurs. Eng wird es, aber zu machen. Dann der Endspurt: Peter Kretschmer und Kurt Kuschela holen auf und gehen in Führung. Mit Kraft und Konzentration fahren sie über die Zielgerade. Zwei deutsche Goldjungen! Andrej Bagdanowitsch und Alexander Bagdanowitsch aus Weißrussland holen sich Silber und Alexej Korowaschkow und Ilja Perwuchin aus Russland die Bronzemedaille.
Kajak-Vierer der Männer: Die Slowaken und Australier sind an der Spitze. Dran bleiben, heißt es für das deutsche Boot. Aber es sieht nicht gut aus. Die schauen sich ganz verträumt erst mal die schönen Rücken der Nebenboote an. Aufholen! Das merken sie auch. Auf den letzten 250 Metern geben sie doch nochmal Gas. Aber es reicht nur für den vierten Platz. Australien gewinnt verdient und holt Gold. Silber gewinnt Ungarn vor dem Quartett aus Tschechien.
Kajak-Einer der Frauen: Die Ukrainerin Inna Ossypenko-Radomska macht einen super Start und ist an der Spitze. Alle sind auf ihr Boot fixiert, fast sehen die anderen gegen sie lächerlich aus. Wie macht die das? Aber dann: Während alle auf das ukrainische Boot starren, holt die Ungarin Danuta Kozak überraschend auf und holt sich die Goldmedaille. Inna Ossypenko-Radomska aus der Ukraine musste sich mit Silber zufrieden geben. Bronze ging an Bridgitte Hartley aus Südafrika.
Kajak-Zweier der Frauen: Die deutschen Frauen sind stinksauer. Am Mittwoch wollten sie im Kajak-Vierer schon Gold haben und da hat es nur für Silber gereicht. Das ist die zweite Chance für Franziska Weber und Tina Dietze. Der Start läuft gut. In ihren Gesichtern sieht man den Siegeswillen. Aufpassen müssen sie auf das ungarische Boot, das liegt immer knapp hinter ihnen und gehört auch zu den Favoriten. Weber und Dietze halten durch, im perfekten Zweiklang paddeln sich die Freundinnen über die Zielgerade! Von wegen Silber ist das neue Gold. Alles Quatsch! Das ungarische Boot schafft es auf Platz zwei und das polnische Boot holt sich Bronze.
Das Drama: Die viermalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin aus Potsdam war bereits im Halbfinale ausgeschieden. Deshalb fehlte das deutsche Boot beim Kajak-Einer der Frauen. Gut, so dramatisch ist das nicht. Zugegeben. Zudem gewinnt sie überlegen das B-Finale.
Die Schlussfolgerung: Kanufahren poliert den deutschen Medaillenspiegel mächtig auf.
Und sonst? Die Blumensträuße bei den Siegerehrungen sind mikro-mini. Die kann man leicht mal mit einem Eistütchen verwechseln. Wie sieht das denn aus? Das ist total anti-glamour und am falschen Ende gespart.
Wenn die Frauen aus Wolfsburg am Donnerstag in London gegen Olympique Lyon genauso stark aufspielen, können sie auch den Champions-League-Titel holen.

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Leserkommentare
09.08.2012 17:50 | Leo
Werte Frau Kalarickal, bitte gestatten Sie mir die Frage, warum Sie sich so auf Frau Wagner-Augustin einschießen? Erst bere ...