Ja, ja, Bolt ist wieder der Schnellste, aber lange nicht der Eleganteste. Denn der springt vom Drei-Meter-Brett. Mit Salto! Und ein Superstar stürzt.von Anne Fromm

Superstar superdown: Der Spitzenläufer Liu Xiang stürzt im Vorlauf der 110 Meter Hürden und scheidet aus. Damit hat niemand gerechnet. Bild: reuters
Der Wettkampf des Vormittags: Die Turner haben es uns ja generell angetan. Logisch, dass Turmspringen da dazugehört. Im Halbfinale vom Drei-Meter-Brett der Männer gibt es zwar keine überraschanden Platzierungen (auf Platz eins springt, na? der Chinese He Chong), dafür aber viel schönes anzusehen: sich vierfach drehende Muskelberge, perfekte Körperspannung bis in die Zehen, anmutige Eleganz! Dem Deutschen Patrick Hausding gelingen fünf seiner sechs Sprünge. Damit zieht er ins Finale ein.
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Die Athletin des Vormittags: Die Italienierin Josefa Idem ist ein absolutes Olympia-Urgestein. Dies sind die siebten Olympischen Spiele für die 47-Jährige Kanutin. Damit gehört sie zu den Sportlerinnen mit den meisten Olympiateilnahmen ever. 1984 und 1988 ging sie für Deutschland ins Rennen, danach startete sie für Italien. Und auch jetzt wieder paddelt sie sich souverän (für Italien) ins Finale im Kajak Einer über 500 Meter. Am Donnerstag kämpft sie um die Medaille: Zwei olympische Bronze-, zwei Silber- und eine Goldmedaille hat sie bisher.
Der Fehlstart des Vormittags: Ist das denn zu fassen? Er ist der absolute Superstar! Das einzige, was im Vorraus diskutiert wird, ist nicht ob, sondern mit welcher Zeit er den 110-Meter-Hürdenvorlauf gewinnt. Und dann das: Der Chinese Lui Xhang kommt nicht über die erste Hürde. Er stürzt und bleibt fassungslos zurück. Er fasst sich an die Wade – Sehnenriss? Die Achillessehne womöglich? Sie war schon vorher verletzt. Trotzdem wollte er mitlaufen. Und jetzt humpelt er über die Bahn, disqualifiziert.
Auch die drei deutschen Teilnehmer, Alexander John, Erik Balnuweit und Matthias Bühler, bleiben weit hinter ihren Bestzeiten und qualifizieren sich nicht für die nächste Runde.
Die Schlussfolgerung: „Eine Frau wie ein Vulkan“, sagt der ARD-Reporter über die Speerwerferin Asdis Hjalmsdottir, auf der alle isländischen Mediallenhoffnungen ruhen. Schon klar, sprachliche Bilder sind nett. Aber Vulkane?
Wer noch?
Keine Entscheidungen.
Was noch?
Die deutschen Kanuten paddeln auch in den Halbfinals weiter auf der Erfolgswelle und qualifieren sich fürs Halbfinale: Der Vierer-Kajak der Männer mit Marcus Groß, Norman Bröckl, Tim Wieskötter und Max Hoff, der Zweier-Kanadier mit Peter Kretschmer und Kurt Kuschela und der Kajak Zweier der Frauen über 500 Meter mit Franziska Weber und Tina Dietz. Nur Katrin Wagner-Augustin verpasst den Einzug ins Finale des Kajak-Einers. Die Finals finden am Mittwoch und Donnerstag statt.
Die deutschen Hockey-Männer haben schon vor ihrem letzten Vorrundenspiel das Halbfinale sicher. Weil die Südkoreaner gegen den Gruppensieger Niederlande 0:2 verloren haben, stehen die Deutschen nun sicher auf Platz zwei in ihrer Gruppe. Am Donnerstag geht’s ins Halbfinale!
Die Metaphern sind mittlerweile aufgebraucht, die Superlativkiste ist ausgeschöpft, deswegen ganz nüchtern: Usain Bolt qualifiziert sich locker für das 200-Meter-Finale. Mit 20,39 Sekunden kommt er als erster seines Vorlaufs ins Ziel. Eine gute, aber keine Spitzenzeit. Yohan Blake läuft 20,38, Christophe Lemaitre 20,34, Warren Weir 20,29 und Alex Quinonez 20,28.
Das Bundesinnenministerium erwägt, Spitzensportlerinnen demnächst „Demokratiebekenntnisse“ abzuringen. Mit der Debatte um den Lebensgefährten der Olympia-Ruderin Nadja Drygalla habe diese Überlegung nichts zu tun, sagte ein Ministeriumssprecher gegenüber der Nachrichtenagentur dapd. Die Idee liege schon lange auf dem Tisch.
Pat McQuaid, Präsident des Radsport-Weltverbands, wurde von seinem Landesverband nicht für die Wiederwahl nominiert. Jetzt hat er nur noch eine Chance. von Tom Mustroph

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