Die Goldmedaillen in den Ballsportarten gehen an die Favortien. Den deutschen Hockeyherren steigt der Olympiasieg dagegen zu Kopf. von Erik Peter

Die französischen Handballer proben den Fingerzeig zum Titelhattrick. Bild: dapd
Der Wettkampf des Nachmittags: Im Basketballfinale dürften die Spanier das US-amerikanische Dream Team herausfordern. Sie treten nicht an, um sich die Silbermedaille abzuholen. Von Beginn an steigen sie ihrem scheinbar übermächtigen Gegner auf die Füße und erspielen sich gute Wurfpositionen.
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Besonders gut machten die Spanier ihre Sache im zweiten Viertel (31:24) und im dritten (24:24). Dass es nicht zur großen Sensation reicht, liegt vor allem an einer kurzen Schwächeperiode zu Beginn des letzten Viertels, als sich die US-Amerikaner leicht, aber entscheidend absetzen können. Spanien beweist trotzdem, wie man mit starkem Teamspiel der individuellen Klasse von Kobe Bryant, Kevin Durant oder Lebron James beikommen kann.
Die Athleten des Nachmittags: Denkbar knapp setzen sich die französischen Handballer im Finale gegen Schweden durch. Am Ende heißt es für das Team um Nikola Karabatic 22:21. Für Schweden ist es die vierte Niederlage in einem Olympiafinale, für Frankreich dagegen ist es nach dem Endspiel in Peking 2008 der zweite Sieg in Folge. König Karl und Königin Silvia müssen am Ende mitansehen, wie die französischen Spieler auf dem laufstehlangem Siegerpodest ihren Triumph mit der Usain-Bolt-Siegerpose feiern. Ist das vielleicht schon der Fingerzeig für einen möglichen Hattrick in vier Jahren?
Der Fehlstart des Nachmittags: Fast wie echte Rockstars benehmen sich die deutschen Hockeyherren nach ihrem Olympiasieg über die Niederlande am frühen Sonntagmorgen. Auf dem Traumschiff MS Deutschland feiern sie ihre Goldmedaillen so ausgelassen, dass „einiges kaputtgegangen“ sei. Selbst Michael Vesper, der Chef de Mission der deutschen Olympia-Mannschaft, kommt an Deck um sich ein eigenes Bild der Schäden zu machen. Reumütig entschuldigen sich die Hockeyspieler. Dem Kapitän wird ein Hockeyschläger und ein signiertes Trikot überreicht. Vermutlich haben sie aber keine andere Wahl, denn am Montag wollen die Hockey-Olympiasieger mit dem ramponierten Schiff ihre Rückreise nach Hamburg antreten.
Die Schlussfolgerung: Der Rest der Welt kann sich mühen wie er will, letztlich werden die Ballsportarten (der Männer) von den Favoriten gewonnen. Die USA im Basketball, Frankreich im Handball, Kroatien im Wasserball, Deutschland im Hockey. Nur Mexikos Fußballsieg über Brasilien überrascht.
Wer noch?
Volleyball (Männer): Gold: Russland | Silber: Brasilien | Bronze: Italien (Russland – Brasilien 3:2 [19:25, 20:25, 29:27, 25:22, 15:9] | Italien - Bulgarien 3:1 [25:19,23:25,25:22,25:21])
Handball (Männer): Gold: Frankreich | Silber: Schweden | Bronze: Kroatien (Frankreich – Schweden 22:21 | Kroatien – Ungarn 33:26)
Basketball (Männer): Gold: USA | Silber: Spanien | Bronze: Russland (USA – Spanien 107:100 | Russland – Argentinien 81:77)
Wasserball (Männer): Gold: Kroatien | Silber: Italien | Bronze: Serbien (Kroatien – Italien 8:6 | Serbien – Montenegro 12:11)
Rhythmische Sportgymnastik (Mannschaft, Frauen): Gold: Russland | Silber: Weißrussland | Bronze: Italien
Mountainbike (Männer): Gold: Jaroslav Kulhavy (Tschechien) | Silber: Nino Schurter (Schweiz)| Bronze: Marco Fontana (Italien)
Moderner Fünfkampf (Frauen): Gold: Laura Asadauskaite (Litauen)| Silber: Samantha Murray (Großbritannien) | Bronze: Yane Marques (Brasilien)
Boxen, Weltergewicht bis 69 Kilo (Männer): Gold: Serik Sapijew (Kasachstan) | Silber: Freddie Evans (Großbritannien) | Bronze: Andrej Samkowoi (Russland) und Taras Schelestjuk (Ukraine)
Boxen, Halbschwergewicht bis 81 Kilo (Männer): Gold: Jegor Mechonzew (Russland) | Silber: Adilbek Nijasymbetow (Kasachstan) | Bronze: Yamaguchi Falcão (Brasilien) und Alexander Gwosdyk (Ukraine)
Boxen, Superschwergewicht über 91 Kilo (Männer): Gold: Anthony Joshua (Großbritannien) | Silber: Roberto Cammarelle (Italien) | Bronze: Magomedrasul Medzhidov (Aserbaidschan) und Iwan Dytschko (Kasachstan)
Ringen, Freistil, Halbschwergewicht bis 96 Kilo (Männer): Gold: Jacob Varner (USA) | Silber: Waleri Andrijzew (Ukraine) | Bronze: George Gogschelidse (Georgien) und Khetag Gazyumov (Aserbaidschan)
Was noch?
Aus, aus, aus! Die Spiele sind aus! Nur noch die Abschlussfeier steht auf dem Programm. Schön war's.
Hört das denn niemals auf? Bei der U-21-EM triumphiert Spanien in einem torreichen Finale mit 4:2 gegen Italien. Zwei Elfmetertore und Thiago Alcantara machen den Unterschied.

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Leserkommentare
12.08.2012 22:48 | Hergen Hillen
Ist eigentlich schon aufgefallen, dass Österreich das einzige europäische Land ist, dass keine Medaille gewonnen hat? Warum ...