Finito. Die deutschen Volleyballer verlieren völlig verdient mit 0-3 gegen Bulgarien. Im so wichtigen Viertelfinalspiel stehen sie völlig neben sich.von Jens Uthoff

Hammerschorsch in Rage: Georg Grozer regt sich auf, es hilft aber nichts. Bild: dpa
Die Startbedingungen: Vor Olympia gab es Chaos im bulgarischen Volleyball-Verband. Trainer Radostin Stoychev und Super-Star Matey Kaziyski traten zurück, man traute ihnen kaum etwas zu. In London angekommen folgt die Trotzreaktion der Mannen in Grün: Die Bulgaren um Zuspieler Georgi Bratoev entwickeln sich nach Siegen gegen Großbritannien, Australien, Polen und Italien zum Geheimtipp. Lediglich gegen Argentinien reicht es nicht zum Sieg.
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Bei den Deutschen dreht sich viel um Diagonalangreifer Georg Grozer, der in der Qualifikation fast allein für die Siege verantwortlich war. „Hammerschorsch“ wird er auch genannt. Die Deutschen starten mit Niederlagen gegen Russland und die USA ins Turnier, ehe sie gegen Serbien und Tunesien gewinnen und sich am Ende, trotz einer Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Brasilien, knapp fürs Viertelfinale qualifizieren.
Dieses Team ist in der mühevollen Qualifikation zusammengewachsen. Dennoch werden dem Team von Trainer Vital Heynen in der Vorrunde mehrmals die Grenzen aufgezeigt. Schon das Erreichen des Viertelfinals ist ein Erfolg – einer, wie er deutschen Volleyballmännern sehr lange nicht mehr gelungen war. Zuletzt gewann die DDR 1972 in München die Silbermedaille.
Die Entscheidung: Mit überraschend wenig Gegenwehr schenkt das deutsche Team die ersten beiden Sätze her. Beim 25-20 und 25-16 werden sie den präzise und sauber spielenden Bulgaren nie gefährlich. Die Blöcke der Bulgaren sind um einiges effektiver als jene des Teams von Vital Heynen. Die deutschen Blocker schauen wie unbeteiligt zu, wenn Vladimir Nikolov oder Tsvetan Sokolov ihre Angriffsschläge setzen.
In Satz Drei brechen die Deutschen völlig ein, Angriffsschläge werden in den Fanblock geschmettert, auch die Angaben kommen jetzt schlecht. Nun werden sie auseinander genommen. Was das Team um Grozer sich da zusammenpritscht und -baggert, ist enttäuschend. Mühelos spaziert Bulgarien zum 25-14 im dritten Satz. Aus, Ende, 3-0 für die Bulgaren.
Das Drama: Für die deutschen Volleyballer ist der Viertelfinaleinzug der größte Erfolg seit 40 Jahren. Und dann stehen sie in diesem bedeutenden Match so neben sich. Das tut weh, denn die Bulgaren sind gut, aber sicher keine Übermannschaft.
Die Schlussfolgerung: War fast wie ein Freilos für die Bulgaren, die nach dieser kräfteschonenden Partie im Halbfinale am Freitag gegen die Russen, die 3:0 gegen die Polen gewannen.
Und sonst? Die USA sind draußen! Im anderen Viertelfinale gelingt Italien beim 3-0-Erfolg gegen die favorisierten US-Volleyballer eine kleine Sensation. Brasilien schlägt erwartungsgemäß Argentinien mit 3-0 und ist Italiens nächster Gegner.
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