Schon wieder eine Schummelmedaille: Miriam Welte und Kristina Vogel gewinnen im rasanten Teamsprint auf der Bahn Silber. Kriegen aber die Goldmedaille.von Daniel Heyd

Die deutschen Bahnradfahrerinnen auf Silber-, äh, nein auf Goldkurs. Bild: dpa
Die Startbedingungen: Man muss erstmal verstehen, wie das hier läuft. Permanent jagen sich mehrere Fahrer um die Bahn, bilden aber ein Team. In entgegengesetzter Richtung dasselbe. Was geht hier?
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Aha: Bei den Frauen bilden zwei Fahrerinnen ein Team. Die erste Fahrerin dient der zweiten als so genannter Anfahrer, so dass diese im Windschatten ihre Kräfte sparen kann und am Ende mit aller Kraft die bestmöglichste Zeit rausholt. Kristina Vogel, Miriam Welte und Ersatzfahrerin Stephanie Pohl treten für Deutschland in die Pedale.
Die Entscheidung: Der William, der Harry und die Kate sind im Velodrom Zeugen, wie es durch die britischen Herren auf dem Rad einen Weltrekord nach dem nächsten hagelt und am Ende eine Goldmedaille raus kommt. Doch das eigentliche Spektakel findet bei den Frauen statt.
Die Britinnen stehen gegen China im Finale. Victoria Pendleton und Jessica Varnish hatten in der Qualifikation mit 32,526 Sekunden einen neuen Weltrekord aufgestellt, den die Chinesinnen Gong Jinjie und Guo Shuang danach zweimal verbesserten, zuletzt auf 32,422 Sekunden. Es verspricht, ein spannendes Finale zu werden. Doch dazu kommt es nicht. Die Britinnen werden wegen eines illegalen Wechsels „relegiert“, also auf den letzten Platz verwiesen. Sie müssen ihren Platz für die bis dato drittbesten Fahrerinnen räumen. Die Deutschen. Kristina Vogel und Miriam Welke, die eigentlich nur um Bronze fahren sollten, bekommen so ihre Chance auf Gold.
Im Finale verlieren die Deutschen jedoch gegen China. Den Chinesinnen wird aber der gleiche Fehler wie zuvor den Britinnen zum Verhängnis – ein illegaler Wechsel! Und so werden auch die Chinesinnen „relegiert“ und die Deutschen bekommen Gold. Was für eine Story! Und selbst die Kommentatoren der britischen Presse verstanden nur noch Bahnhof.
Das Drama: Vogel und Welte freuen sich über die Silbermedaille, liegen sich in den Armen und schwenken die deutsche Fahne, geben Interviews. Ein Reporter geht auf die Frauen zu und teilt ihnen mit, das sie jetzt Olympiasieger sind.
Die Schlussfolgerung: Die Deutschen gewinnen nur durch Disqualifikation der besseren Athleten. Erschummeln sich die Deutschen am Ende auch gegen Usain Bolt noch eine Goldene, weil Bolt sein Handy beim Laufen auspackt?
Und sonst? Die Männer haben übrigens auch noch eine Medaille geholt (ohne Schummeln): Die deutschen Teamsprinter René Enders, Robert Förstemann und Maximilian Levy setzen im kleinen Finale gegen Australien durch und gewannen Bronze.
Für Kaiserslautern wird's eng. Die Turn- und Sportgemeinschaft 1899 Hoffenheim e.V. hat das Relegationshinspiel gegen den FCK deutlich gewonnen.

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Leserkommentare
03.08.2012 23:14 | Olympia-fan
Müssen die deutschen Journalisten alles schlechtschreiben?
03.08.2012 16:43 | toyotomi
taz oder eher bild?
03.08.2012 16:20 | Carlosal
Für die TAZ schreiben anscheinend die, die selbst der BILD zu unterbelichtet sind