Spanien liefert sich einen großen Kampf gegen das US Dream Team. Am Ende gewinnen die US-Stars, vermutlich wegen ihrer eigenen Schuhe. von Erik Peter

Gegen die aggressive Verteidigung der Spanier tun sich NBA-Legende Kobe Bryant schwer. Bild: Reuters
Die Startbedingungen: Eine Mannschaft, in der die meisten Spieler ihre eigene Schuhlinie besitzen, entspricht nicht unbedingt dem olympischen Amateurgedanken, den Pierre de Coubertin einst formulierte, ist aber längst unverzichtbarer Bestandteil der Sommerspiele geworden.
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Das Dream Team aus den USA, das sich seit den Spielen 1992 in Barcelona mit den Stars der NBA schmücken kann, ist auch in London wieder eines der sportlichen Highlights. Der Finaleinzug des Teams um LeBron James und Kevin Durant schien schon vorab so gut wie sicher. Nur den Gegner galt es zu finden.
Dass es wie vor vier Jahren in Peking Spanien werden sollte, war lange nicht abzusehen. Der amtierende Europameister spielte ein eher bescheidenes Turnier, inklusive der ersten Hälfte des Halbfinals gegen Russland, als den Spaniern nur schlappe 20 Punkte gelangen. Als wäre ihnen erst in der Kabine eingefallen, dass es ein Finalspiel gegen die US-Profis zu gewinnen gilt, spielten sie Russland in den nächsten 20 Minuten an die Wand und hoffen nun sich im Finale nicht zu blamieren.
Die Entscheidung: Hoch konzentriert gehen die Amerikaner ans Werk – mit wenigen Fehlwürfen und keinem einzigen Ballverlust im ersten Viertel. Das reicht für eine 35:27-Führung nach zehn Minuten. Das zweite Viertel beginnt mit sieben Punkten in Folge für die nun vor allem von jenseits der Drei-Punkte-Linie sehr treffsicheren Spanier. Dazu kommt eine extrem aggressive Defense. Beeindruckend wie Sergio Rodriguez den 30 Zentimeter größeren Tyson Chandler wegschubst, um ihm danach noch drohend den Finger unter die Nase zu halten.
So beeindruckt man den Gegner und zwingt ihn zunehmend zu Abschlüssen aus schlechten Positionen. In dieser Phase zeigen die Spanier, dass sie tatsächlich die bessere Mannschaft sind. Während Team USA vor allem über Einzelaktionen von Kevin Durant den Erfolg sucht, spielt Spanien so lange bis sich der freie Mann findet. Zur Pause liegen sie nur noch einen Punkt hinten, 58:59.
In Viertel drei können sich die US-Amerikaner wieder steigern, insbesondere machen sie Spanien das Punkten wieder schwerer. Es geht hin und her, das Spiel ist ausgeglichen. Die Geschwindigkeit, die beide Mannschaften in diesem an den Tag legen, beeindruckt. Beide Teams erzielen 24 Punkte, so dass es zum Showdown in den letzten zehn Minuten kommt. Als hätten sie Angst vor der Sensation, sinkt Spaniens Trefferquote im Abschlussviertel jedoch bedenklich.
Schnell spielen sich die USA eine Führung heraus, die viereinhalb Minuten vor dem Ende erstmalig zehn Punkte beträgt. Spanien hält in dieser kritischen Phase vor allem durch einen groß aufspielenden Pau Gasol dagegen und verkürzt noch einmal auf sechs Punkte. Doch die Favoriten bringen den Vorsprung souverän über die Zeit.
Das Drama: Für Spanien ist es ein Dilemma. Um eine Chance zu haben, müssen sie aggressiv zu Werke gehen, riskieren aber gleichzeitig, zu viele Fouls anzuhäufen. Und so kommt es, dass Marc Gasol, der spanische 2,16-Meter-Center von den Memphis Grizzlies bereits nach fünf Minuten im zweiten Viertel vier Fouls gesammelt hat und die weitere Spielzeit überwiegend auf der Bank verbringen muss.
Die Schlussfolgerung: Es kann nicht überraschen, dass letztlich die Mannschaft mit Kobe Bryant in ihren Reihen gegen jene von Sergio Llull gewinnt. Warum? Bryant spielt in Schuhen seiner eigenen Marke, Llull mit Tretern von Kobe Bryant.
Und sonst? Das Dream Team erhöht den Promi-Faktor bei Olympia ganz gewaltig. Nicht nur durch die Stars auf der Platte, sondern auch ihre Fans auf der VIP-Tribüne – unter anderem Arnold Schwarzenegger und Vin Diesel.
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