Mexiko schafft eine kleine Überraschung und wirft die Japaner im Halbfinale raus. Beim 3:1 wird über weite Strecken mehr taktiert als gezaubert.von Jens Uthoff

Der Mexikaner Raul Jiminez (rechts) überläuft Japans Hiroki Sakai. Bild: dpa
Die Startbedingungen: Japan in der Favoritenrolle. Die Japaner wagen es in der Vorrunde, Spanien zu besiegen. Zuletzt lassen sie im Viertelfinale Ägypten beim 3:0 keine Chance. Ein paar Bundesligaspieler sind bei Japan am Start, unter anderem der Aushilfs-Shinji Hiroshi Kiyotake (Nürnberg). Auch Hiroki Sakai (Hannover) und Yuki Otsu (M'gladbach) spielen bei der kommenden Weltmacht im Fußball.
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Auf Seiten der Mexikaner, die im Viertelfinale den Senegal erst in der Verlängerung 4:2 schlugen, sind Dárvin Chávez in der Defensive und Marco Fabián sowie Giovani Dos Santos in der Offensive die stärksten Akteure. Wembley ist ausverkauft, der Stadionsprecher spielt den gleiche Mix wie gestern, viel Ruby und so.
Die Entscheidung: Beide Teams spielen sehr abwartend in der ersten Halbzeit. Wenig Spektakel, wenig bedingungslose Angriffslust - die Rehhagelsche kontollierte Offensive dominiert. Keiner will zu viel riskieren. Japan geht in der 12. Minute durch einen Schuss, der einem Strich gleicht, in Führung. Otsu war's, Gladbach darf sich über den guten Fang freuen. Fabián gleicht in der 31. Minute für die Mexikaner aus.
Dann schläft das Spiel gänzlich ein. In der zweiten Hälfte wird es ein wenig munterer, bis in der 65. Minute der zweite Strich folgt: Diesmal malt ihn Oribe Pealta in die Luft. 2:1 Mexiko, linker oberer Winkel, keine Chance für den japanischen Keeper Gonda. Mexiko versucht fortan das 2:1 zu sichern, Japan gehen die Kräfte aus. Gegen Ende kann Mexiko gar nochmal zulegen. Mit dem Abpfiff gelingt Javier Cortes nach feiner Einzelleistung das 3:1 aus kurzer Distanz. Mexiko im Finale!
Das Drama: Japan scheidet auf einmal sang- und klanglos aus. Zuvor haben sie im ganzen Turnier noch kein Tor kassiert. Rätselhaft, warum sie in Hälfte Zwei nach dem Rückstand so wenig entgegenzusetzen haben.
Die Schlussfolgerung: Beide Teams hätten sich bei den Frauen gestern ein bisschen was abschauen sollen. Da war nicht so viel Taktiererei.
Und sonst? Technisch fein, was die Mexikaner da zum Teil zeigten. Und wer die kommende Weltmacht im Fußball besiegt, wird gar selbst zu einer? Da kann man nur den Sombrero ziehen.
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