• 21.08.2012

Die Netzkinder teilen viele Merkmale mit Amokläufern. Zwischen Selbstbild und der Fremdbeschreibung liegt eine große Differenz. Und viel Spielraum für Missverständnisse.

Das Netz frisst seine Kinder

KOMMENTARvon Frédéric Valin

  • 22.08.2012 13:40 Uhr

    von Autocrator:

    @ Dhimitry:

    tut mir ja leid, dass bei mir "aus den augen aus dem sinn" nicht funktioniert. Nur weil wir unsere eigenen kinder nicht mehr ungeächtet schlagen und uns empören, wenn sexuell gestörte priester sich an unseren kleinen junx und mädchen vergehen, ändert das nunmal nichts daran, dass wir statt den teueren fußball aus heimischer produktion den kinderarbeits-fußball aus Bangladesh kaufen, jammern über den hohen benzinpreis während die leute rund um Baku und Lagos für's billige Öl ihre gesundheit hergeben ...

    oder machen uns tiefschürfende gedanken über den inneren zusammenhang zwischen virtuellen ballerspielen und den 3 amokläufern im jahr, während hier in diesem unseren schönen teutschen landen jedes jahr ca. 10.000 psychisch kranke menschen einen grauenvollen suizid-tod sterben, weil "man" (= krankenkassen, ausbildungsstätten, die zunftartige innung, politik und pharmaindustrie) kein interesse daran hat, genügend gute psychotherapeuten für den arbeitsmarkt und den offensichtlichen (!) bedarf auszubilden!

    Um es mit Fr. Käsmann zu sagen:
    "Nichts ist in Ordnung in " ... Deutschland !

    Sie müssen schon genauer hinschauen, und nicht nur beim heimischen tellerrand bleiben.

  • 22.08.2012 09:34 Uhr

    von Dhimitry:

    @ Autocrator

    Verrohung der Gesellschaft? Das ist aber eine arg pessimistische Sichtweise.
    Ich sehe das ganz anders. Weil unsere Gesellschaft viel friedlicher geworden ist, regen wir uns über Gewalt überproportional auf.
    Vor 50 Jahren war die Ohrfeige zu Hause guter Standard. Heute ist sie hingegen geächtet. Gleiches gilt für außerhäusliche Gewalt.

  • 22.08.2012 06:48 Uhr

    von autocrator:

    schöner artikel, nur: was will uns der autor damit sagen?
    Das Netz frisst seine kinder nun ganz berstimmt nicht - dazu sind es schlicht viel zu wenige. Wenn wir dimensionen hätten wie bei den autos, die ihre jünger und fetischisten fressen (hier in Deutschlandesh satte 4.000 p.a.) ... ja dann, aber die zwei drei fälle im jahr?

    Ein satz fiel auf:
    "[...] Verrohung der Jugend betrifft sie selbst; es ist ihre kulturelle Praxis, die in Frage steht."
    Ist es wirklich eine Verrohung der Jugend??? - oder doch eher eine der gesellschaft: In Syrien tobt ein krieg der geheimdienste, mühselig als bürgerkrieg kaschiert ; in Afrika kosten ähnliche zustände millionen (!) von menschen das leben, in pakistan nähnen kinderarbeiter zwar inzwischen keine fußbälle mehr - da hatte man sich mal tatsächlich aufgeregt - sondern schleppen jetzt eine hausnummer weiter ziegelsteine, und hierzulande versinken 80% der bevölkerung langsam ins prekariat ... und das einzige, was die leute interessiert ist fußball und olympia!
    Verrohung der jugend?
    Da sind aber ganz andere verroht!
    - Und zwar genau die, deren aufgabe es wäre, ebendiese jugend zu erziehen - und diesem job schlicht und ergreifend nicht nachkommt.

    gemessen an dem, was in der nicht virtuellen, der realen welt da draußen los ist, leben die kinder des netzes auf einer insel der glückseligen und sind eine gemeinschaft von heiligen.

  • 22.08.2012 06:26 Uhr

    von Alsim:

    Es steht doch auch die Frage im Raum, ob es sowas wie Netzkinder (30-) überhaupt gibt. Gibt es nicht vielmehr den virtuellen, virulenten Mob der sich gern auf die gequirrlten ergüsse des Jederman, der seine 15 min Ruhm haben möchte, stürzt? Auch die "Journalisten" im beruflichen Zwang etwas zu schreiben, nahe der Grenze zum Trollland fallen doch ständig rein. Unausgegorenes wird veröffentlicht und öffnet die Schleusen für den Shithstorm um sein Grab in der digitalen endlosigkeit zu finden um evtl. von irgendwelchen Cyberdetektiven oder Schatztauchern zum richtigen Zeitpunkt wieder an die Oberfläche geholt zu werden, um die nächste Lawine in kindlicher Spielmanier loszutreten. Das Verknüpfen von Amokläufern und Internet und Spielsucht ist genauso dümmlich wie das ständige in Beziehung setzen von Islam und Terror und wird niemal richtiger durch andauerndes wiederholen.

  • 22.08.2012 00:09 Uhr

    von Folker:

    Ich würde vorschlagen den Artikel von Herrn Valin nur in der Printausgabe zu belassen weil er soviel besser recherchiert und und hochwertiger geschrieben ist als all diese flachen Internetartikel welche den nächsten Amoklauf womöglich bereits provoziert haben oder hinter dem nächsten Klick ein lauerndes Killerspiel auf die Bildschirmfläche beamen. Denn die ewig Gestrigen scheinen einfach nicht aussterben zu wollen!

  • 21.08.2012 19:14 Uhr

    von haha:

    "Zwischen Selbstbild und der Fremdbeschreibung liegt eine große Differenz."

    Gilt das auch für Netzfrauen?

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