Palästina/Jerusalem

Programm der Reise

vom 3. bis 13. Okt. und vom 24. Okt. bis 3. Nov. 2018

Bethlehem, Graffiti an der Trennungsmauer im Flüchtlingslager Aida Bild: Barbara Staubach www.barbara-staubach.de

1. Tag 

1. Tag Flug nach Tel Aviv, Transfer nach Nablus; Ankunft am Abend in unserem Hotel, das mitten im Souk der Altstadt liegt. Beim Abendessen im Hotel lernen sich die TeilnehmerInnen kennen und erfahren Details zum Programmablauf.

2. Tag

Fahrt ins nördliche Westjordanland nach Jenin, mit einem Stopp im Nachbarort Burquin bei einer alten orthodoxen Kirche. Dann Besuch des Kultur- und Theaterprojektes „Freedom Theatre“ (ein Partnerprojekt von medico-international) im Flüchtlingslager Jenin.

Am Nachmittag Rückfahrt über Sebastia (römisches Amphitheater sowie restaurierte Altstadt) nach Nablus; Abendessen im Hotel.

Sebastia, in der Nähe von Nablus, war einst eine wichtige römische Siedlung Bild: Ralf Leonhard

3. Tag

Am Vormittagfahren wirins Jordantal 260 m unter den Meeresspiegel. Wir besuchen das palästinensische Dorf Jiftlik nördlich von Jericho und treffen Vertreter der palästinensischen Landarbeiter-Gewerkschaft, einer Partnerorganisation von medico international.

Am Nachmittag machen wir einen Rundgang durch die Altstadt von Nablus in Begleitung eines Gewerkschafters, der die Geschichte der Häuser und Gassen kennt. Der Spaziergang beginnt im Café eines alten Hamam - mit Gelegenheit zum Mittagessen.

Abendessen im Hotel.

Straßencafé in der Altstadt von Ramallah Bild: Johannes Weber

4. Tag

Fahrt zur renommierten Universität Bir Zeit; dort treffen wir Studenten und Lehrkräfte, die uns über das Universitätsleben informieren. Wir besichtigen den Campus und die kleine Kunstgalerie auf dem Campus im ehemaligen „ethnographic museum“.

Gegen Mittag fahren wir in das nahe gelegene Dorf Bil’ein, dessen Bewohner seit mehr als 10 Jahren jeden Freitag gegen die Mauer demonstrieren, die ihnen einen Teil ihrer Felder genommen hat.

Ramallah erreichen wir dann am Nachmittag. Bei einem kurzen Orientierungs-Spaziergang besuchen wir den Fotografen Majdi Hadid in seinem Studio (www.beautifulpalestine.org). Er wird uns in einem Vortrag über die Aufteilung der Westbank informieren und beim Abendessen imHotel unser Gast sein.

5. Tag

Wir fahren erneut nach Bir Zeit, diesmal in den alten Ort selbst, und schauen uns dessen restaurierte Altstadt an. Wir besuchen den Zirkus, der ein bemerkenswertes Projekt für die Kinder und Jugendlichen ist. Von hier brechen wir zu einer Wanderung (ca 3 Std) durch Dörfer und Täler westlich von Bir Zeit auf – dabei entdecken wir alte Kirchen, Sufi-Heiligtümer und die Gastfreundschaft der Palästinenser.

Palästinensische Straßenbäcker Bild: Barbara Staubach www.barbara-staubach.de

Am späten Nachmittag machen wir noch einen Abstecher zum Grabmal des palästinensischen Dichters Mahmud Darwisch und zum Mausoleum des verstorbenen Präsidenten Yassir Arafat in Ramallah. Abendessen im Hotel mit dem Vertreter von ‚medico international' in Palästina.

6. Tag

Vormittags Rundgang durch die provisorische Hauptstadt der Palästinenser, von der kleinen Altstadt über den Manara-Platz. Im Nachbarort besuchen wir 'Riwaq', eine NGO, die sich für den Denkmalschutz engagiert. Historische Bauten werden renoviert und der Gemeinde zum Aufbau eines Gemeindelebens zur Verfügung gestellt. Ziel der Organisation ist es, das Kulturerbe Palästinas zu bewahren. Riwaq arbeitet in 80 Dörfern, restaurierte auch die Altstadt von Bir Zeit.

Anschließend Fahrt nach Jericho, der ältesten Stadt der Welt. In einem Restaurant am Berg der Versuchung können wir den Blick bis nach Jordanien und zum Toten Meer genießen.

Weiter geht die Fahrt über den Aussichtspunkt Wadi Quelt und, wenn zeitlich möglich, über die Sufi-Pilgerstätte Nabi Moussa nach Bethlehem bzw. Beit Sahour, wo sich die Reisegruppe auf verschiedene Gastfamilien aufteilt. Zwei Abende werden wir bei palästinensischen Familien übernachten, eine Art ‚Bed and Breakfast‘, aber auch mit Abendessen – organisiert von unserem Partner vor Ort, der „Alternativ Tourism Group“.

Graffiti von Banksy an einer Hauswand in Bethlehem Bild: Barbara Staubach www.barbara-staubach.de

7. Tag

Wir schauen uns Bethlehem an: beim Rundgang durch die Altstadt besuchen wir natürlich die Geburtskirche, aber auch ein Projekt, das eine Anlaufstelle für traumatisierte Menschen entwickelt, sowie ein Fair-Trade Projekt palästinensischer Frauen.

Mit unserem Bus fahren wir zu einigen besonders markanten Stellen der hier teilweise noch im Bau befindlichen neuen Trennungsmauer, werden Graffitis von Banksy entdecken und Claire Anastas‘ Haus besuchen, das an drei Seiten von der Mauer eingekreist ist. Abends Rückkehr nach Beit Sahour zu den Gastfamilien.

8. Tag

Fahrt nach Hebron; Besuch der Altstadt, deren Bewohner seit Jahren mit militanten israelischen Siedlern konfrontiert sind. Wir treffen Mitarbeiter des ‚Hebron Rehabilitation Committee‘, das sich für den Erhalt des traditionellen Stadtkerns einsetzt, können beim Gang durch den Altstadt-Souk im Laden einer Frauenkooperative traditionelle Stickereien bewundern und besuchen Abrahams Grab (al-Haram al-Ibrahimi) – an der einen Seite eine Moschee, an der anderen eine Synagoge, dazwischen Panzerglas.

Shuhada-Straße in der Altstadt von Hebron: früher eine geschäftige Straße zum zentralen Markt, heute Verbindungsstraße zwischen jüdischen Siedlungen im dafür abgetrennten Teil der Stadt; die Palästinenser mussten ihre Häuser verlassen. Bild: Ralf Leonhard

Abschließend besuchen wir die Werkstatt einer der berühmten Glasbläsereien von Hebron. Am späten Nachmittag geht es dann nach Jerusalem; hier wohnen wir im wunderschönen "Jerusalem-Hotel", einem alten Natursteinhaus in der Nähe des Damaskus-Tors. Abendessen mit der taz-Korrespondentin Susanne Knaul.

9. Tag

Vormittagsunternehmen wir eine Jerusalem-Tour mit dem israelisch-palästinensischen ‚Alternative Information Center‘ (AIC) zum Thema: die ungleiche Entwicklung von „Groß-Jerusalem“ für Palästinenser und jüdische Israelis und wir erfahren die Logik hinter dem Verlauf der Mauer.

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Wer will, der durchstreift die geschäftige Altstadt von Jerusalem und lernt, sich im Gewirr der Gassen zu orientieren. Für Interessierte besteht auch die Möglichkeit, die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vashem zu besuchen.

10. Tag

Besichtigung der berühmtesten Bauwerke in der Altstadt: Klagemauer und Grabeskirche – unter sachkundiger Führung. Der Besuch von Felsendom und Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg kann nicht garantiert werden. Der Zugang hängt von der politischen Lage ab.

Tempelberg und "Klagemauer" in der Altstadt von Jerusalem Bild: Barbara Staubach www.barbara-staubach.de

Am Mittag besuchen wir den Ost-Jerusalemer Stadtteil Silwan, von Israel „Davidstadt“ genannt, und treffen dort eine Frauenkooperative (mit Mittagessen), die uns über die Konflikte vor Ort informiert.

Am späten Nachmittag ist ein lockerer Streifzug durch Ost-Jerusalem möglich. Man kann auch in den Geschäften des Souk stöbern, Elias Fotostudio mit Jerusalem-Fotos aus den 1930er Jahren bestaunen oder einfach im Österreichischen Hospiz relaxen.

11. Tag

Am Vormittag heißt es, von Jerusalem Abschied zu nehmen. Mittags Fahrt zum Flughafen und Abflug von Tel Aviv - Ankunft in deutschen Flughäfen am Abend.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 25. Nov. 2017

Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.

Besonders günstige Aufenthalte in der Westbank sind im Rahmen der "Oliven-Kampagne" möglich, die von unserer Agentur ATG zwei Mal jährlich organisiert werden: bei dem 10-tägigen Programm werden im Frühjahr junge Olivenbäume gepflanzt und im Herbst helfen die TeilnehmerInnen bei der Olivenernte. Die Kosten vor Ort (d.h. ohne Flug) betragen rund 500 €. Nähere Informationen: www.atg.ps