Parlamentswahl in Albanien

Sieg der Sozialisten

Die Opposition hat die Parlamentswahl in Albanien klar gewonnen. Wahlbeobachter der OSZE klagen jedoch über eine Atmosphäre des Misstrauens.

Sozialisten-Chef Edi Rama (hinten) und Generalsekretär Luis Ayala lassen sich von ihren Wählern feiern. Bild: dpa

TIRANA afp | Nach der von Gewalt überschatteten Wahl in Albanien zeichnet sich ein überraschend klarer Sieg der oppositionellen Sozialisten ab. Bei Auszählung von drei Vierteln der Stimmen lag das Bündnis des ehemaligen Bürgermeisters von Tirana, Edi Rama, mit 52,7 Prozent vor den Konservativen um Noch-Regierungschef Sali Berisha mit 36,3 Prozent, wie die Wahlkommission am Dienstag bekanntgab. Das Linksbündnis kann auf 84 der 140 Parlamentssitze hoffen.

Sozialisten-Chef Rama rief Berisha nach der Wahl vom Sonntag zum Eingeständnis seiner Niederlage auf. „Wir erwarten ungeduldig, dass unser Gegner seine Niederlage akzeptiert“, sagte er am Dienstag. „Die Ergebnisse übertreffen unsere optimistischsten Erwartungen.“

Eine um knapp zehn Prozentpunkte gestiegene Wahlbeteiligung von 53,4 Prozent könnte die Legitimität seiner Regierung festigen. Allerdings war am Dienstag noch nicht abzusehen, wann die Wahlkommission das endgültige Ergebnis vorlegen würde.

Test für Weg in die EU

Die Abstimmung galt als wichtiger Test für den schwierigen Weg Albaniens in die EU. Die Europäische Union hat Tirana schon zwei Mal den erhofften Kandidatenstatus verweigert, weil sie Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit der albanischen Institutionen hat. Vor der Wahl hatten sich beide Lager zum Kurs Richtung EU bekannt.

Nach Einschätzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gab es im Vergleich zu den Wahlen 2009 und 2011 nur „wenig Fortschritt“. Die „Atmosphäre des Misstrauens“ zwischen beiden Lagern habe die Abstimmung „besudelt“, erklärte die OSZE. Am Wahltag war ein Aktivist der linken Opposition in der Nähe eines Wahllokals erschossen worden. Drei weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein Kandidat des Bündnisses von Berisha.

 

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