Personenführung #106: Nicola Schwarzmaier

Umgang mit Fischen und Menschen

Sie kümmern sich um die Zukunft: Nicola Schwarzmaier liebt das, liebt ihr stets neuestes iPhone und sammelt Apps, Multitasking ist bei ihr ein Muss.

Nicola Schwarzmaier – ohne Hund und Fische diesmal Bild: Carolin Weinkopf

Manchmal hört man Nicola Schwarzmaier, bevor man sie sieht. Chibi, ihr Hund, ein Chihuahua-Prager-Rattler-Mix, rennt voraus mit Beinen, die viel langsamer sind, als das Tier sein will, sein Fell stellt sich im Wind auf, die Hundemarke klappert. „Redak­tionshund“ wird Chibi ab und zu genannt – eigentlich ist die Bezeichnung aber hinfällig, Nicola sitzt seit längerer Zeit nämlich nicht mehr als CvD im Redak­tionsraum von taz.de, sondern im Verlagsgebäude der taz.

Alles, was nicht redaktioneller Inhalt ist

2013 wurde sie dort Site­managerin und wird seither ständig gefragt, was sie als Site­managerin eigentlich tut. Sie antwortet bereitwillig: dass sie, zusammen mit ihren KollegInnen Aline Lüllmann und Manu Schubert, die Verlagsinhalte auf taz.de verantwortet. „Also: Alles, was nicht redaktioneller Inhalt ist, wird von uns betreut und auf die Seite gestellt. Die Abo-­Angebote. Hinweise auf die Wochenendausgabe. Der taz Shop, das Café. Wir präsentieren die taz nach außen – online.“

Seit Kurzem gibt es hierfür eine eigene Abteilung, die „Abteilung für Digitale Transformation“, die Nicola und Aline leiten. Sie haben viel mit ihr vor, Ideen sowieso – Zielgruppen erschließen, Nutzerverhalten ergründen, Projekte weiterentwickeln. Sie kümmern sich um die Zukunft, Nicola liebt das, liebt ihr stets neuestes iPhone und sammelt Apps, Multitasking ist bei ihr ein Muss: Sind in ihrem Browser keine 30 Tabs gleichzeitig geöffnet, läuft was falsch.

Drei Aquarien in der Wohnung

Sie war beim Radio und beim Fernsehen, Öffentlich-Rechtlichen wie Private – und wechselte dann die Richtung, zog von Köln nach Berlin, um Kulturjournalismus an der Universität der Künste zu studieren. Nicola sagt nicht, dass sie vier Sprachen spricht. Sie hat drei Aquarien in ihrer Wohnung, die sie so pflegt, dass man aus ihrem Umgang mit Fischen etwas für den eigenen Umgang mit Menschen lernen könnte.

2011, als sie journalistisch arbeitete, handelten ihre ersten Texte für die taz von Themen, die heute viel diskutiert werden: Plagiatsjäger im Netz etwa. Jetzt ist sie: „Redaktionsleitung digitales Marketing“. Eine, die das Analoge garantiert nicht vergisst: Geburtstage hat sie im Kopf. Das vierte Aquarium in Griffweite, neben ihrem taz‑Schreibtisch. Und Chibi – so gut wie immer dabei.

ANNABELLE SEUBERT, Redakteurin taz.am wochenende