Personenführung #126: Marvin Rosé

Frankophil und enthusiastisch

Zwischen dem Suchen nach berechenbarer Ferne und dem Erkennen der einheimischen Grenzen startet Marvin Rosé in die Journalistenlaufbahn.

Fokussierter Blick auf mathematische Formeln und publizistisches Interesse Bild: Jann-Luca Zinser

Marvin Rosé kommt aus Boizenburg. Besonders gut hat es ihm da nie gefallen, deshalb hat der frankophile Kulturenthusiast nach dem Abitur seine Sachen gepackt, den Job im örtlichen Programmkino hinter sich gelassen und ist für ein Jahr nach Paris gegangen. Als FSJler für AFS, einen gemeinnützigen Verein, der junge Menschen bei der Organisation ihrer Auslandsaufenthalte unterstützt.

Danach ging es weiter in die nächste Metropole, Berlin sollte die neue Heimat und BWL und Französisch studiert werden. Im Nachhinein, so sagt Marvin, hätte er seiner Mathenote im Abi mehr Beachtung schenken sollen: Es erfolgte der Hochschulwechsel, BWL ging, Französisch blieb, Publizistik und Kunstgeschichte kamen hinzu. Mittlerweile ist der Bachelor in greifbarer Nähe, der Master in Publizistik, diesmal in Leipzig, folgt.

Weniger Zahlen rechnen, mehr Worte schreiben

Er nimmt seine Aufgaben ernst, ohne dabei die Freude oder gar das Lachen zu vergessen. Das Interesse für das Berufsfeld Journalismus war schon immer da, erste Erfahrungen wurden in einer Mecklenburg-Vorpommer’schen lokalen Zeitung gesammelt. Das Faible für regionale Themen ist ungebrochen groß. Entsprechend war die Freude, als taz.meinland-Ressortleiter Jan Feddersen anrief und von dem Projekt erzählte, das sich ebendiesen Themen widmen will.

Schon bald stand die erste Reise für das Team ins Haus, Holzkirchen war das Ziel. Die Lehre für den weitgereisten ­Marvin: Die Diversität in Deutschland ist riesig, weil andere Länder und Kulturen aber erst mal einen größeren Reiz ausüben, nimmt man das kaum wahr. Schnell kennt man halb Europa, kaum aber das eigene Land.

Die Reise geht weiter, vor allem beruflich. Quo vadis, Marvin Rosé? Die nächsten Stationen sind „zapp“, das Medienmagazin vom NDR, und anschließend die Berliner Morgenpost. Auch wenn die Tage bei der taz jetzt zu Ende sind, bleibt zu hoffen, dass wir noch viel von ihm hören.

JANN-LUCA ZINSER, Autor der taz