Personenführung #156: Sonja Trabandt

Perfektes Fingerspitzengefühl

Sonja Trabandt ist Fotografin und Künstlerin und bringt ihre Talente bei der taz als kreative Layouterin ein.

Bild: Miriam Klingl

von JAN FEDDERSEN

Fünf Jahre arbeitet sie in einer der sympathischsten Abteilung der taz, dem Layout. Sie hat ein perfektes Fingerspitzengefühl, eine Seite lebendig zu gestalten, ohne dass es hernach wie ein Wimmelbild aussieht: Sonja Trabandt kann es eben.

Sie kam über die Kunst, die fotografische meist, in unser Haus. Geboren wurde sie in Bremen, aber aufgewachsen ist sie viele Kinderjahre in Nigeria, wo ihre Eltern aus beruflichen Gründen Station machten. Nach drei Jahren ging es zurück nach Deutschland – in Konstanz war ihre nächste Station, „ein Kulturschock nach Nigeria“.

Seit 2009 arbeitete sie als freie Fotografin, studierte an der Fachhochschule Potsdam und an der University of the Arts in London. Mit ihren Bildarbeiten zeigte sie sich schließlich in der Fotoredaktion – deren Kolleg*innen auf Anhieb begeistert waren. So kam die heutige Layouterin und in ihrer Freizeit noch als Künstlerin arbeitende Kollegin zur taz: „Ich bewarb mich um eine freie Stelle im Layout unserer Zeitung und nahm in Kauf, dass das Gehalt weniger als beispielsweise in einer Werbeagentur ist. Aber das, wofür die taz steht, sagte mir mehr zu als irgendein Traumgehalt. Es klappte! Meine Arbeit ist viel mehr als ein Job für mich geworden. Es macht mir Spaß, im hektischen Tageszeitungsgewerbe mit wirbeln zu können. Je mehr ich mitdenken darf, desto mehr Freude macht es mir. Abteilungsübergreifende Kommunikation finde ich sehr wichtig. Dass wir alle zusammen an einem Projekt arbeiten, das unterstütze ich gerne.“

Superkreative Lust

Neben der Tagesroutine gibt es für alle Layout-Kolleg*innen Sonderprojekte, die zu superkreativer Lust einladen. Sonja Trabandt hat voriges Jahr die Frauentaz zum 8. März gestaltet – „da hatte ich wunderbar freie Hand. Und die Redakteurinnen hatten mir eine Wild Card gegeben.“ Arbeit mit Vertrauen im Rücken lohnt sich offenbar: Das, was sie layouterisch-grafisch zu einer Zeitung bastelte, gefiel ihr selbst – und vor allem den anderen sehr.

Gibt es ein Leben neben der taz? Na klar: „Meine ganze Passion in meiner arbeitsfreien Zeit stecke ich meine Kunstprojekte.“ Ersichtlich auf ihrer Website http://www.dunkelgrell.de. Ihr erstes Buch, Titel: „Unverbunden“ (erhältlich auch im taz Shop), bekam sogar den „SittcomAward 2014“. Ihr aktuelles Projekt heißt „Übermorgen Schnee“. Wir freuen uns über sie!