• 04.11.2011

Philosoph Charles Taylor

Plädoyer für den neutralen Staat

Der kanadische Philosoph Charles Taylor feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag. Sein neues Buch "Laizität und Gewissensfreiheit" tritt für religiöse Offenheit ein.von Isolde Charim

  • 03.01.2012 10:15 Uhr

    von zora:

    klingt erstmal alles schön und gut, gerade der punkt, dass es beamten etc. nicht verboten werden sollte religiöse symbole zu tragen, da der verzicht darauf nur eine scheinbare neutralität bedeuten würde.
    was ich mich hierbei jedoch frage, wenn man bestimmte kleidung, zeichen aus einer religösen begründung tragen darf und der staat sich hierzu neutral verhalten sollte, wie soll es laut taylor mit atheistischen begründung für das tragen von symbole, kleidung aussehen. während es für muslimische schülerinnen erlaubt ist kopftuch zu tragen, aus kultureller, religöser tradition, ist es hierzulande häufig nicht erwünscht mützen während des unterrichts zu tragen. generell, widerfährt "extravagantes" verhalten, wenn es religös legitimiert ist mehr toleranz und akzeptanz, als wenn es schlicht mit lust und laune begründet wird.
    es ist sicher legitim, wenn ein richter sein religiöses bekenntnis zur schau trägt, wie steht jedoch die gesellschaft dazu, wenn er als mann rosa strumpfhosen trägt?

  • 07.11.2011 09:53 Uhr

    von Joba:

    Taylor bringt auf den Punkt, wie friedliches Zusammenleben möglich sein kann. Der fundamentale Laizismus wie in Frankreich bezieht sich auf eine ebenso unduldsame Religion. Es ist aber möglich, dass eine Religion sich sowohl als einzig wahr begreift, zugleich aber zu der Erkenntnis gelangt ist, dass nicht ihre Angehörigen dies durchzusetzen haben, sondern der universale Rahmen (Gott oder sonstwie genannt), auf den sie sich bezieht.

  • 04.11.2011 17:49 Uhr

    von libertador:

    @ gerry

    Heuptsache es muss nicht jeder glücklich sein.

  • 04.11.2011 14:24 Uhr

    von gerry:

    für einen staat mag so ein laizismus vielleicht ein kleiner schritt in die richtige richtung sein, aber was der einzelne für sein glück wirklich braucht ist etwas anderes als theoretische staatliche toleranz gegenüber atheisten und gläubigen, die spiritualät darf bei der säkularisierung nicht verloren, es braucht eine säkularisierte spiritualität, die mehr leistet als institutionalisierte religion, oder auch institutionalisierter atheismus.

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