• 30.10.2012

Piratenpolitiker zur „Gema-Vermutung“

„Die Gema ist extrem unflexibel“

Wer öffentlich Creative Commons Musik spielen will, hat viel zu tun: Die Gema fordert einen Nachweis über die freie Nutzbarkeit. Der Pirat Christian Hufgard will das ändern.von Frédéric Valin

  • 18.12.2012 13:27 Uhr

    von WillyMeyer:

    Eher gefriert die Sonne, als dass die GEMA faire und publikumsfreundliche Modelle vorstellt sowie umsetzt.

  • 01.11.2012 10:17 Uhr

    von maier1:

    Juristisch heikel dürfte die Gemavermutung auch sein wegen der verletzten Eigentumsgarantie für gespielte Nicht-Gemamusik.
    Die Gema kassiert ja wegen eines einzigen gemapflichtigen Songs für den ganzen Abend. D.h. alle anderen Autoren werden von der Gema praktisch enteignet und ihres zustehenden Anteils beraubt.

  • 31.10.2012 19:34 Uhr

    von Raven:

    40.000 € im Monat? Kein schlechtes Gehalt dafür das der Mann praktisch keinerlei gewichtige Verantwortung trägt.

  • 31.10.2012 13:49 Uhr

    von eins-zu-eins:

    Die wirkliche Schieflage kommt doch durch die intransparente und ungerechte Verteilung der durch die GEMA vereinnahmten Gelder an die Künstler/Urheber zustande.
    Warum erhalten wenige priviligierte (weil bereits wirtschaftlich erfolgreich) Künstler unabhängig von der Aufführung mehr Geld aus dem großen Pot als andere?
    Führt eine Band eigene Lieder live auf, muss der Veranstalter (oft die Band selbst) Geld an die GEMA abführen, erhält diese Gelder aber nur zum Teil ausgeschüttet, der Rest wird an andere Künstler ausgeschüttet.
    Selbst Air-Play im Radio (heute wohl fast alles von Festplatte via Roboter-DJ) wird nicht an die Rechteinhaber der gespielten Titel nach Aufführungsfrequenz verteilt.

    Im Zeitalter von Playlist und ID-Tags lassen sich doch wirklich gespielte Titel melden und exakt abrechnen.
    Meinem Cloud-player kann ich unbekannte Songs ohne ID-Tag oder Eintrag in Titeldatenbanken (Garacenote, etc.) hochladen und sie werden dort (zunehmend besser) auf Titel, Urheber analysiert.
    Die komplette Internetwirtschaft basiert auf diesen Mikropayments.

    Wird ein CC-Song gespielt, wird dieser doch auch erkannt und der Veranstalter zahlt dafür keinen GEMA-Anteil, wird der Song nicht erkannt, kommt er eben in den - bisher einzigen - SammelTopf. So könnte es technisch heute schon sein.

  • 31.10.2012 09:19 Uhr

    von gema nach hause:

    Die GEMA-Vermutung ist in der heutigen Zeit ein Skandal.

    Die Beweislast zu tragen, ob irgendein unter Pseudonym und CC-Lizenz veröffentlicherter Track tatsächlich von einem vertraglich gebundenen Künstler stammt, ist unzumutbar. Der Nachweis teilweise unmöglich.

    Rechtliche Aspekte:
    Wenn die GEMA ihre vertraglich exklusiv gebundenen Künstler verdächtigt, unzulässigerweise unter nicht gemeldetem Pseudonym freie Musik zu veröffentlichen, dann ist das ein Problem zwischen GEMA und Künstler. Die GEMA kann dann zivilrechtlich gegen ihren Vertragspartner, den Künstler, vorgehen.

    Der Veranstalter hat damit überhaupt nichts zu tun, der spielt CC-Musik. Basta.

  • 30.10.2012 19:51 Uhr

    von willibald:

    "Die beiden Tanzschulen in meiner Stadt schaffen das Tag für Tag - bei jedem Tanzkurs, bei jedem Übungsball, weil die spielen nämlich nur gemafreie Musik."

    @Fekux: Wie machen die das denn, spielen die nur Volksmusik? Da werden die Teenies aber vor lauter Begeisterung völlig aus dem Häuschen sein.
    Oder ist das eine Seniorentanzschule?
    ;-)

  • 30.10.2012 19:03 Uhr

    von Gerhard:

    Auf einen wesentlichen Punkt wurde nicht eingegangen.

    Es ist zwar richtig, dass die GEMA keinen eigenen Gewinn macht und alles, was über die Verwaltungskosten hinausgeht, an die Mitglieder verteilt, damit endet auch schon die Gerechtigkeit der GEMA.

    Inzwischen ist wohl hinlänglich bekannt, dass die 5 % stimmberechtigten Mitglieder auch den Löwenanteil der Einkünfte absahnen. Hauptsächlich in deren Interesse handelt die GEMA und hat ein großes Interesse daran, die GEMA Vermutung aufrechtzuerhalten.

    Eine solche Beweislastumkehr ist im deutschen Recht eigentlich sehr selten, Gott sei Dank. Hätten wir es häufiger mit einer vergleichbaren Beweislastumkehr zu tun, könnte von Rechtsstaatlichkeit keine Rede mehr sein. Denn in der Regel gilt im Zivilprozess, wer etwas will, muss seinen Anspruch auch beweisen können. Mit der Beweislastumkehr muss stattdessen derjenige, von dem man etwas will, beweisen, dass die Gegenseite keinen Anspruch hat. Oft genug so unmöglich wie die Unschuld in einem Strafprozess zu beweisen. Weshalb es im Strafrecht auch die Unschuldsvermutung gibt.

    Im übrigen finde ich nicht, dass es Sache der Piratenpartei ist, konkrete Vorschläge für eine Alternative Verwaltung der GEMA zu machen, denn das ist Sache der GEMA beziehungsweise der Politiker, denen die Beweislastumkehr zu verdanken ist, es ist Aufgabe einer kleinen Partei, die nicht in der Regierungsverantwortung steht, Missstände anzuprangern.

  • 30.10.2012 18:38 Uhr

    von Andreas H.:

    @Fekux: Schon mal dem Link zum C3S gefolgt? Nicht? Kein Wunder, sich über die Dummheit der anderen aufregen und sich selbst nicht schlauer machen, das sind mir die liebsten Kritiker von Unwissenheit.

    Natürlich kann man keine genauen Zahlen geben. Wie auch. Aus einer Bezahlung geht nie hervor, ob die auf der Veranstaltung gespielten Titel überhaupt GEMA-pflichtig waren. Welcher GEMA-Verwaltungsmitarbeiter würde je auf die Idee kommen, da nachzuhaken? Welcher Betreiber würde sich über seine eigene Dummheit lauthals der GEMA gegenüber beschweren?

    Der Herr Hufgard gibt eine Richtung an: Es geht um die Bildung von Alternativen. Damit versucht man der GEMA Anteile zu nehmen und dafür zu sorgen, dass die GEMA ihre Preis- und Managementpolitik überdenkt.

    Im Übrigen ist das Beispiel der Tanzschulen als Veranstalter äußerst unverhältnismäßig. Klar, wenn ich regelmäßig dieselbe Musik spiele, ist das auch kein Problem. Was ist aber, wenn man als Clubbesitzer ständig neue DJs hat, Mottoparties, etc. etc., soll dieser dann für die 100 Tracks, die da bei einer Veranstaltung gespielt werden, jedes Mal so einen Zettel ausfüllen? Für 10 Lieder in der Tanzschule ist das was anderes, vor allem, wenn man die Listen per Copy-Paste einfach ausdrucken kann. Aber für einen Clubbesitzer sieht die Sachlage etwas anders aus und genau die regen sich über die Gebühren auf. Vom Aufruhr in Tanzschulen habe ich noch nichts gehört.

  • 30.10.2012 18:18 Uhr

    von joy:

    Die Freiheit der Berichterstattung
    sowie des öffentliches Diskurses ist extrem
    wichtig und absolut schützenswert ohne
    das irgendwelche politisch aktiven
    Organisationen und Firmen Kritiker mundtot
    verklagen können oder verdeckt
    diskriminieren können.
    Exklusivpolitik für Diskobetreiber aber zu forcieren,
    ist auch nur Klientelpolitik.
    Vergleichbar mit der FDP und ihrer Hotellobby.
    Im Gegenteil Musik vom Band/CD/LP/MP3-File
    sollte in der Öffentlichkeit tatsächlich wieder
    teurer werden, damit mehr Bands wieder eine
    Chance bekommen, weil die Konservenmusik am
    Ende die lebenden Künstler und Kulturaufsteiger
    wegdiskriminiert! Tanzschulen könnten wieder auch
    mehr Life-Bands engagieren. Die Instrumentenindustrie, die Tonstudios,
    vielen Nachwuchskünstler und alteingessenen
    Musikidealisten hätten wieder eine Chance sich
    zu verwirklichen und weiterzuentwickeln.
    Das sterile Weglärmen der Partygäste würde aufhören
    und man könnte tatsächlich einmal wieder unbekannte
    intelligente PartnerInnen kennenlernen ohne das man sich die Stimme wegreiert.
    Ich habe kein Problem, wenn KünstlerInnen
    wieder ordentlich Geld verdienen, solange sie sich
    nicht mit meinen Geld zustoffen und wenn mehr
    ambitionierte KünstlerInnen ihrer Berufung
    und nicht einer Ausweichlösung folgen.
    Es sollte aber nicht eine Person hunderte
    Millionen oder gar eine Mrd. Euro verdienen
    und die anderen gehen leer aus.
    Ich halte es für fairer, wenn die Künstler in
    eine gemeinsame Künsterrentenkasse einzahlen
    und die Superstars mit teilweise mäßigen Talent
    (Modern Talking) die SuperinstrumentalistInnen,
    und Vokalmusiker(ChoralsängerInnen,Gospel,
    Motown, Oper, etc.)
    der Klassik und Rock mit finanzieren, denn diese
    sind für den Kulturaufstieg und -erhalt wesentlich entscheidender.


  • 30.10.2012 14:39 Uhr

    von Fekux:

    Was der Pirat da äussert hört sich nicht gerade ausgegoren an. Er kennt keine genauen Fakten und kommt mit wischiwaschie-Aussagen, ausserdem äußert er kein konkretes Ziel und macht keine konkrete Vorschläge für Maßnahmen.

    Ich habe den Eindruck, dass es den Piraten nur darum geht, alles kostenlos zu ziehen. Ziehen, klauen, rauben und nichts zahlen wollen, für Dinge, für die andere gearbeitet haben. Was das Innenverhältnis zwischen Gema und Künstler angeht, da gibt es andere Künstlerzusammenschlüsse, die sich um eventuelle Mißstände kümmern, das ist aber nicht die Aufgabe der Piraten.

    Egal, was die Piraten von sich geben, es geht immer nur darum, dass sie für die Arbeit anderer nichts bezahlen wollen. Software frei kopieren, Musik frei kopieren, aber nicht zahlen wollen.

    Ein Veranstalter, der es wirklich ernst meint, der füllt auch die Formulare für die Gema aus. Die beiden Tanzschulen in meiner Stadt schaffen das Tag für Tag - bei jedem Tanzkurs, bei jedem Übungsball, weil die spielen nämlich nur gemafreie Musik.

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