Polen

Programm der Reisen

vom 28. Juli bis 5. Aug. 2018

Krakauer Hauptmarkt mit Tuchhallen und Marienkirche Bild: Ventus Reisen

1. Tag (individuelle Anreise)

Individuelle Anreise mit Bahn, Bus oder der Flugzeug. Check-in ins Hotel Metropol. Um 18 Uhr Begrüßung der Gruppe durch die Reiseleiterin Gabriele Lesser. Kurze Vorstellung des Programms. Eventuell noch Zeit für einen ersten kleinen Rundgang.

Abendessen und Übernachtung in Warschau.  

2. Tag (Warschau)

Nach dem Frühstück fahren wir zunächst auf den 30. Stock des Warschauer Kulturpalastes, genießen von der Aussichtsplattform aus den Blick bis weit über die Weichsel hinweg und verschaffen uns einen ersten Überblick über die Topografie der nach 1945 wiederaufgebauten Millionenstadt.

Dann unternehmen wir einen kurzen historisch-politischen Stadtrundgang auf den Spuren des Warschauer Ghettos und der beiden Aufstände von 1943 und 1944. Den Vormittag rundet ein Besuch im neuen Museum der Geschichte der polnischen Juden 'Polin' ab.

Am Nachmittag lernen wir die Stiftung Multiocalenie kennen, die Flüchtlingen und Nicht-EU-Ausländern in Polen hilft und sich insbesondere um die Integration der Neu-Warschauer in der polnischen Hauptstadt kümmert.

Warschau von oben Bild: Vadim Makhorov

Abendessen, danach bleibt noch ein freier Abend in Polen Hauptstadt.  Übernachtung in Warschau.

3. Tag (Warschau - Bialystok)

Nach dem Frühstück geht es um Polens Medien. Zuerst steht ein Gespräch mit einem Vertreter des neuen. 2016 gegründeten Medienportals "Oko:press" auf dem Programm. Anschließend treffen wir Redakteure der jüdischen Kulturzeitschrift "Midrasz". 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen geht es per Bus in östlicher Richtung, nach Bialystok.

Am späten Nachmittag/frühen Abend treffen wir uns in Bialystok mit einem Antidiskriminierungs-Trainer, der in Schulen geht und mit den Kindern spielerisch trainiert, wie sie Diskriminierung erkennen und sich wehren können. Die Kinder lernen auch, dass sie selbst andere diskriminieren, meist ohne es zu wissen. Eine Lehrerin wird berichten, wie sich das Training auf das spätere Verhalten der Schülerinnen und Schüler in der Schule auswirkt.

Übernachtung in Bialystok.

Das Schloss Branicki in Bialystok Bild: Archiv

4. Tag (Bialystok)

Am Morgen unternehmen wir einen Stadtrundgang mit dem TV-Journalisten Dariusz Szada-Borzyszkowski, der uns das Branicki-Schloss, die denkmalgeschützte Holzhaus-Siedlung, zwei für Bialystok wichtige Kirchen und das Mahnmal „Ehemalige Synagoge“ zeigen kann.

Nachmittags geht es mit dem Bus nach Michalow, einer Kleinstadt 35 km östlich von Bialystok. Wir treffen dort mit dem Historiker und Filmregisseur Tomek Wisniewski.

Nach der Rückkehr nach Bialystok und dem Abendessen treffen wir noch die Gruppe antirassistische Initiative "Normalny Bialystok", die aus einer Facebook-Gruppe entstand und heute über 6500 Mitglieder hat.

Übernachtung in Bialystok.

5. Tag (Lublin)

In der Altstadt von Lublin Bild: Gaby Coldewey

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus nach Lublin (ca. 4 Std.). Nach dem Einchecken ins Hotel lernen wir den Kulturvereins „Brama Grodzka“ – „Das Grodzka-Tor“ kennen. Der Name leitet sich vom Stadttor ab, das früher den Weg ins jüdische Stadtviertel freigab. Im Zweiten Weltkrieg ermordeten die Nazis die Lubliner Juden und zerstörten das jüdische Viertel fast vollständig.

Tritt man heute durch das Tor, blickt man direkt auf das Lubliner Schloss. Der Kulturverein „Brama Grodzka“ sammelt seit Jahren Zeitzeugenberichte, Fotos, Briefe und Bilder von Juden aus Lublin und dem Lubliner Raum. Hervorgegangen ist der Verein aus dem „Teatr NN“, das bis heute existiert.

Danach sehen wir uns Lublin auf einem geführten Stadtrundgang etwas näher an. Abends treffen wir noch zwei Kunsthistoriker und LGBT-Aktivisten und sprechen mit ihnen über ihr Leben und Vorurteile in der polnischen Gesellschaft.

Anschließend Abendessen in einem Restaurant in der Altstadt. Übernachtung in Lublin.

6. Tag (Lublin - Majdanek)

Gedenkstätte Majdanek bei Lublin Bild: Gaby Coldewey

Am Vormittag besichtigen wir zunächst die ehemalige Talmudschule Chachmei Lublin Jeschiwa, in der sich heute ein kleines Museum des Chassidismus, eine Synagoge sowie ein rituelles Tauchbad (Mikwa) befinden. Zudem wird das Haus als Hotel genutzt.

Anschließend werden wir gemeinsam zu Mittag essen.

Danach fahren wir mit dem Bus zu Gedenkstätte Majdanek und lassen uns in einem geführten Rundgang die Entstehung des KZs und seine Bedeutung in der „Aktion Reinhard“ erklären. Wir werden uns Baracken ansehen, Krematorien, das große Mahnmal. Ein Mitarbeiter der Gedenkstätte wird uns auch über die Geschichte des Lagers und der Gedenkstätte nach der Befreiung durch die Rote Armee 1944 berichten.

Der Rest des Tages steht  zur freien Verfügung.

Übernachtung in Lublin.

Am Marktplatz im Zamosc Bild: Archiv

7. Tag (Lublin - Zamosc - Krakau)

Am Vormittag fahren wir nach Zamosc und machen dort einen Rundgang durch die im Renaissance-Stil errichtete Altstadt von Zamosc.

Dort werden wir uns auch noch einmal mit der jüdischen Geschichte dieser Region beschäftigen, denn Zamosc war einst auch das Zentrum der Haskala, der jüdischen Aufklärung. Essen können wir im Museums-Restaurant der Armenier

Am späten Nachmittag fahren  wir weiter nach Krakau, wo Zeit für einen kleinen ersten Stadtbummel bleibt und wir auch übernachten werden.

Das Slowacki-Theater in Krakau Bild: Ventus Reisen

8. Tag (Krakau)

In der alten Königsstadt Krakau werden wir unseren Spaziergang auf dem Hauptmarkt beginnen - mit den berühmten Tuchhallen und der Marienkirche, sehen uns dann mit dem Collegium Maius eine der ältesten Universitäten Europas an und erfahren im Collegium Novum, was es mit der „Sonderaktion Krakau“ auf sich hatte, wie die deutsche Besatzungszeit in Krakau aussah, und wie die Untergrund-Universität Krakau organisiert war. Auf dem Weg in das ehemals jüdische Stadtviertel Kazimierz kommen wir am Wawel, der alten Königsburg, vorbei.

Nach einem kurzen Rundgang durch Kazimierz treffen wir uns mit der Umweltinitiative „Krakowski Alarm Smogowy“ (Krakauer Smogalarm). Sie kämpft für die Umrüstung von Kohleöfen in Privatwohnungen auf Gasheizungen. Krakau ist die mit Abstand schmutzigste Stadt Europas, wenn es um Feinstaubpartikel und Smog geht. Die Gegner der Umweltinitiative sind jedoch mächtig: die Kohle- und Koks-Lobby, die um ihren Gewinn fürchtet, aber auch die Masse der Konsumenten, die neben Koks auch Zeitungspapier und Abfälle verbrennt und der Umrüstung zu teuer erscheint.

Am Abend werden wir bei einem festlichen Essen in einem Restaurant die Reise Revue passieren lassen und einen schönen Abend in Krakau genießen. Übernachtung in Krakau.

9. Tag (individuelle Rückreise)

Nach einem ausgiebigen Frühstück endet die gemeinsame Reise. Einige Teilnehmer werden noch einige Tage in Polen bleiben, andere ihre Heimreise individuell antreten.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 7.12.2017